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Einzelkommentar zu:
Praunheims Schwulen-Schocker auf DVD


#98 stromboliProfil
  • 30.04.2014, 08:59hberlin
  • Antwort auf #86 von Faktencheck
  • ja stimmt so.

    SCHWUL war die entmedizinierung der "homosexualität", die befreiung von der sprache und "wissenschaftlichen verwurstung in der heteronormativen herrschaftssprache...
    so ein thesenpapier der rotzschwul 1971-72

    Zudem war ein teil der heterofrauenbewegung durchaus nicht offen für die "gleichgeschlechtliche lösungs" des mann-frau konfliktes...
    die ursprünglichen gleichgeschlechtlichen frauen sich also nicht mehr in der nun auf den großen kompromis ausgerichteten FB wohl fühlten.. teils auch ihren einfluß auf frauenpolitische inhalte verloren.

    Sich daraufhin von der FB spaltend wurde ein zusammen gehn mit der ebenfalls sich von der frauenbewegung lösenden schwulenbewegung probiert.
    Deren grundsatz zu dem zeitpunkt war: erst die eigene unterdrückung im gesamtgesellschaftlichen analysieren, das heißt, die durch den mann hetero wie aber auch die durch die hetenfrau.
    Zentraler kern: der angriff auf "ehe" als urzelle patriarchalischer macht...
    Hieraus aber auch die trennung vieler lesben von der schwulen sicht auf emanzipation sich ableitete...

    Der auf seine eigenen eier fixierte schwule hatte da keine wirklichen berührungspunkte mehr mit der lesbischen fraktion der frauenbewegung.. bis eben die vereinsgründungen ( insbesondere die in folge der "wiedervereinigung" statt findenden..) zum zusammenschluß schwacher einzelner interessen unter ein "gemeinsames dach" zwangen, so ein "gemeinsames bild der interessenseinheit " sich konstruieren ließ.

    soweit zu den "schwulen frauen".

    Anders als GAY ist SCHWUL ein männliches adjektiv, welches sich aus einem schimpfwort herausbildete...
    SCHWUL war stolz; war die banane, die heute farbige , als "affen" titulierte rassistisch angepöpelte sportler aufheben und essen, und so ihre eigene verachtung für den rassistischen mop in der arena ein selbstbestimmtes - ironisches zeigend!

    Den aus erbärmlichen niederungen gespeisten gefühlsausscheidungen der sich als "normale mehrheit fühlenden , ein selbstverständnis entgegen zu setzen, dass sich einen scheiß um deren gefühlswelt kümmert, war anspruch und vormals erfolgreiches ziel.
    Davon wollten die gleichgeschlechtlichen frauen ebenfalls was abhaben.

    Die dann später folgende wahl in lesbisch , ableitend von dem unverdächtig "klassischen lesbos", ist die rückkehr zur "hetero - medizinwissenschaftlichen" sprachregelung.

    Einer sprachregelung, die wie auch bei uns schwulen die reakzeptanz des begriffes "homosexualität " als "wissenschaftliche normzuweisung in den nun sich "normalisierenden sprachverkehr der mehrheitsgesellschaft mit der minderheit festigt.
    Man so nicht nur der selbstbewussten ironie im wort schwul die spitze genommen hat, sondern die vormals agressive bedeutung im hetero sprachgebrauch wieder salonfähig gemacht hat...
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