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  • 30. April 2014 9 2 Min.

Szene aus dem Praunheim-Film "König des Comics" (2012): Auch mit über 50 Jahren hat der schwule Comiczeichner an Frechheit, Erotik und Intelligenz nichts eingebüßt

Der schwule Comiczeichner wird am 20. Juni auf dem Internationalen Comic-Salon in Erlangen mit dem Max-und-Moritz-Preis geehrt.

Hohe Auszeichnung für Ralf König: Im Rahmen des Internationalen Comic-Salons 2014 in Erlangen wird der 54-jährige Comiczeichner für sein herausragendes Lebenswerk mit dem Max-und-Moritz-Sonderpreis geehrt. Es ist das erste Mal seit 30 Jahren, dass ein deutscher Künstler diese Auszeichnung erhält.

Anfang der 1980er Jahre zeichnete der damals noch unbekannte Tischlergeselle aus Dortmund seine ersten "Schwulcomix" – heute ist Ralf König ein Star. Seine markanten Knollennasen-Figuren sind weit über Deutschland und weit über die Szene hinaus beliebt. Ihre Abenteuer erscheinen in der "FAZ" und werden zu Theaterstücken und Spielfilmen bearbeitet.

"Einfluss weit über die Kreise des traditionellen Comic-Publikums"


Der Männerschwarm-Verlag startet im Juni eine mehrbändige Reihe mit den frühen Arbeiten von Ralf König

Genau an diesen Erfolg knüpft der Max-und-Moritz-Preis an: "Die Jury würdigt damit den erfolgreichsten und international populärsten deutschen Comic-Künstler, dessen Einfluss nicht nur weit über die Grenzen des deutschsprachigen Raums, sondern auch weit über die Kreise des traditionellen Comic-Publikums hinausreicht", heißt es in einer Pressemitteilung des Internationalen Comic-Salons. Die Jury würdigt darüber hinaus auch Königs Beitrag zur gesellschaftlichen Liberalisierung der Homosexualität.

Der schwule Comiczeichner selbst reagierte auf die Auszeichnung seines Lebenswerks überrascht: "Ich bin verdattert, gealtert und ja: geehrt", schrieb König auf seiner Facebook-Seite. "Will aber noch ein paar Nasen abliefern, bevor es heisst 'Farewell', – darf ich das dann noch?"

Der Max-und-Moritz-Preis gilt als bedeutendste Auszeichnung für grafische Literatur und Comic-Kunst im deutschen Sprachraum. Bereits im Jahr 2006 hatte König beim 12. Internationalen Comic-Salon den Spezialpreis für sein mutiges Eintreten für künstlerische Freiheit erhalten.

Die vergriffenen "Schwulcomix 1" werden neu aufgelegt

Auch der Hamburger Männerschwarm-Verlag hat das Klassiker-Potential von Ralf König erkannt. Im Juni startet er die mehrbändige Reihe "Der junge König" (Amazon-Affiliate-Link ). Der erste Band enthält den unter Fans schon legendären, seit Jahrzehnten nicht mehr erhältlichen Band "Schwulcomix 1" aus dem Jahr 1980 sowie den Folgeband "Schwulcomix 2" aus dem Jahr 1984. Diese Neuausgabe wird ergänzt durch Zeitschriftenveröffentlichungen und Auszügen aus dem "Sensationellen ComicBook". Der zweite Band soll im Herbst 2015 erscheinen und Arbeiten aus dem Zeitraum 1985 bis 1989 enthalten.

Ralf König sei ein "moderner Klassiker" geworden, schreibt der Männerschwarm-Verlag auf seiner Homepage. "Wir finden, dies ist der richtige Moment, die ersten Gehversuche auf dem Weg zum Ruhm zu dokumentieren." (cw)

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-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 30.04.2014, 09:20h
  • Diese Auszeichnung hat er verdient!
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#2 LedErich
  • 30.04.2014, 09:30h

  • Den Preis hat er sich aber sowas von verdient! Diese Comics begleiten mich schon durch mein ganzes schwules Leben. Der neue "Konrad & Paul" ist auch super. Die Frühwerke werde ich auf jeden Fall holen. Übrigens nicht bei Amazon. Bestellen und liefern lassen kann man ja auch bei den wenigen verbliebenen schwulen Buchläden!
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#3 DortmundAnonym
  • 30.04.2014, 10:08h
  • "Ralf König (* 8. August 1960 in Soest, Westfalen) ist ein deutscher Comic-Zeichner und -Autor. [...] Ralf König wuchs im westfälischen Westönnen auf, besuchte die Overberg-Hauptschule in Werl und absolvierte im Anschluss eine Tischlerlehre."

    "Und es war mutig in Zeiten des damals noch gültigen Paragraphen 175 und der Kießling-Affäre, schwul galt als schlimmstes Schimpfwort. 1977 noch hatte der Bayerische Rundfunk die Ausstrahlung von Wolfgang Petersens Verfilmung des Romans Die Konsequenz von Alexander Ziegler abgebrochen und statt dessen hektisch einen Heimatfilm ins Programm geschoben, im Jahr darauf provozierte der Stern einen Skandal, als sich in seiner Titelstory Wir sind schwul über 600 Männer namentlich und teilweise mit Bild outeten."

    "Titelblatt des Stern, 05.10.1978: "Wir sind schwul". 600 Männer outen sich freiwillig; im Falle eines 17-Jährigen ermittelt die Staatsanwaltschaft, sie droht dem jungen Mann mit Beugehaft, wenn er nicht den Namen seines 40-jährigen Freundes preisgibt."

    "Mit 19 kaufte er sich in der nächsten Kleinstadt mit hochrotem Kopf ein Schwulenmagazin, in dem er von einer Demonstration in Frankfurt las. Mit altem Käfer und Alibi-Freundin fuhr er los, traf dort auf andere Schwule und leitete die Wende in seinem Leben ein.

    Sein Coming-out war ein radikaler Schritt. Er sagte es seinen Eltern, seinen Freunden, seinen Kollegen in der Schreinerei. Alle waren verunsichert und machten künftig einen Bogen um ihn. Erst als meine Karriere als Comic-Zeichner begann, verhielten sich meine Eltern sehr tapfer und hatten ihr Coming-out, wie König sagt. Sie klapperten die Verwandtschaft ab und erklärten: Ralf kommt ins Fernsehen, aber wundert euch nicht: Das hat was mit schwul zu tun."

    ________________________

    "Es ist sicherlich auch ein großer Unterschied, ob man in den Medien arbeitet oder in einem ganz normalen Betrieb. Genau so macht es auch einen Unterschied, ob man in Berlin, Köln oder auf dem Land lebt. Das Großstädtische hat einen eigenen "Biotop-Charakter". Dort geht es ganz anders zu als in dörflichen, eher konservativen Strukturen."

    www.queer.de/detail.php?article_id=21471
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