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John Paulk packt aus
Homoheiler-Beichte: "Wir haben uns nie verändert"
- 02. Mai 2014 3 Min.

Im Jahre 1998 warb Paulk auf dem Titelbild des Nachrichtenmagazins "Newsweek" dafür, dass man Homosexualität heilen könne.
Ein Vierteljahrhundert lang behauptete John Paulk, von seiner Homosexualität geheilt worden zu sein. Jetzt gibt der überzeugte Christ zu, dass alles eine Lüge war.
Im letzten Jahr hat Exodus International, die größte Homoheiler-Organisation der Welt, zugegeben, dass Homosexualität keine Krankheit ist, die man mit ein paar Psychotricks und dem Studium der Bibel heilen kann (queer.de berichtete). Der frühere Chef der Gruppe hat nun in einem "Newsweek"-Interview zugegeben, dass er über Jahre die Öffentlichkeit belogen hat.
John Paulk war in den 1990er Jahren eine Art Posterboy für die Ex-Gay-Bewegung, nachdem er eine "Ex-Lesbe" geheiratet und Kinder gezeugt hatte. Zur Witzfigur wurde er aber im Jahr 2000, als er 13 Jahre nach seiner "Heilung" in einer Schwulenbar gesichtet wurde. Für wahre Erheiterung sorgte seine Ausrede damals: Er habe mal aufs Klo gehen müssen und nicht gewusst, dass er sich unter "Ungeheilten" befand.
Heute leugnet der 51-Jährige, der inzwischen als Caterer arbeitet, nicht mehr, dass er immer ein Schwuler geblieben ist:

Es war amüsant für uns, die wir hinter geschlossenen Türen gearbeitet haben: Wir wussten, dass wir uns nie wirklich verändert hatten. Unsere Situation hatte sich verändert – wir haben geheiratet, manche von uns hatten Kinder, dadurch haben wir andere Rollen angenommen. Ich war ein Ehemann und Vater, das war meine Identität. Und die Homosexualität wurde verdrängt. Aber man kann das nur eine Weile lang tun, dann würde sie wieder herausbrechen. […]
Ich bin in eine Schwulenbar gegangen. Nicht weil ich mich nach Sex umgeschaut habe, was die Leute gedacht haben, sondern weil ich meine Community vermisst habe. Ich wollte mit Leuten zusammen sein, in deren Gegenwart ich mich wohl fühle. Und das waren andere Schwule. […]
Ich habe oft in Hotels geweint, als ich auf meinem Bett lag. Ich fühlte mich wie ein Lügner und Heuchler. Ich wollte hinausgehen und anderen Leuten Hoffnung geben. Aber ich war verzweifelt, weil ich wusste, dass ich nicht ehrlich mit ihnen war. Ich konnte dann einfach nicht mehr weitermachen. 25 Jahre lang habe ich mich schuldig gefühlt und war voller Selbsthass, weil ich einen Teil von mir verdrängen wollte. Ich war schuld. Ich habe die Botschaft verbreitet, dass sich meine Sexualität geändert hat, und habe meine Ehe als Beweis angeführt.
Inzwischen sind sich Ärzte und Psychologen weitgehend einig, dass eine angebliche Heilung von Homosexualität Humbug ist. Sie warnen sogar davor, dass Schwule und Lesben durch eine derartige "Behandlung" in die Depression oder den Selbstmord getrieben werden. Im vergangenen Jahr bezeichnete der Weltärztebund die Taktik der Homo-"Heiler" als Menschenrechtsverletzung (queer.de berichtete). Dennoch gibt es auch in Deutschland religiöse Gruppen, die Homosexuelle zu Heteros umwandeln wollen und sogar auf Veranstaltungen der evangelischen Kirche für ihre Thesen werben dürfen (queer.de berichtete). (dk)
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Ist doch nicht die erste Lüge von den Schwarzröcken!!