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Ökologische Schwulenvertreibung
Sylt sperrt Cruising-Düne mit Stacheldraht ab
- 07. Mai 2014 3 Min.

Sylt hat einen romantischen Cruising-Treffpunkt weniger: Seit Anfang des Monats versperrt ein Stacheldrahtzaun den Zutritt zum Dünenbereich bei Dikjen Deel (Bild: calvinshmelvin / flickr / by 2.0)
Seit Jahrzehnten treffen sich Schwule im Dünenbereich bei Dikjen Deel – jetzt will das Umweltamt das Treiben beenden.
Homophobe Aktion oder notwendiger Naturschutz? Der Umweltausschuss der Gemeinde Sylt will das schwule Cruising im Dünenbereich bei Dikjen Deel ein für alle Mal beenden. Dies berichtet die "Sylter Rundschau".
In seiner jüngsten Sitzung verabschiedete der Ausschuss eine neue Satzung, mit der der Strandabschnitt zwischen der Jugendherberge und dem Lokal "Strandoase" zum "geschützten Landschaftsbestandteil" erklärt werden soll. Damit wäre es dort künftig verboten, die gekennzeichneten Wege zu verlassen, zu zelten oder sich in die Dünen zu legen. Eine entsprechende Vorlage lieferte das Umweltamt: "Zahlreiche Trampelpfade sind entstanden, Sandkuhlen vergrößern sich und verursachen Windrisse in den Dünen, zunehmendes Müllvorkommen wurde festgestellt."
Auch wenn die Gemeindevertretung der neuen Satzung noch zustimmen muss, hat das Umweltamt bereits erste Maßnahmen ergriffen. So wurden die Dünen bei Dikjen Deel Anfang des Monats mit Stacheldrahtzäunen abgesperrt. Die örtliche Polizei und der Tourismus-Service unterstützten die "Beruhigung" des Dünenabschnitts, argumentierte die Behörde. Zukünftig sollen dort auch Infoschilder aufgestellt werden. Rund 40.000 Euro lässt sich die Gemeinde die ökologische Schwulenvertreibung kosten.
Für das Umweltamt geht Naturschutz vor Homo-Vergnügen
Mit Homophobie habe die Maßnahme nicht zu tun, verteidigte sich das Umweltamt: "Mir ist als Sylterin bekannt, dass es dort einen Schwulentreffpunkt gibt", erklärte Behördenchefin Ruth Weirup. "Als Leiterin des Umweltamts ist das aber nicht mein Thema – mir geht es darum, das Schutzgebiet dort halten zu können."
In der Sylter Szene reagierte man auf das Verbot des historischen Treffpunkts empört: "Die Argumentation des Umweltamts ist vorgeschoben", erklärte ein User, der anonym bleiben möchte, gegenüber queer.de. "Früher war doch hier viel mehr los, da ging es richtig zur Sache". Dikjen Deel sei nicht nur bei Touristen, sondern vor allem bei Einheimischen als "Treffpunkt zum Klönen" beliebt. "Wenn tatsächlich mal etwas passiert, achten alle darauf, dass benutzte Taschentücher und so auch wieder mitgenommen werden."
Auch Udo Sonnleitner, Inhaber des Restaurants "Strandoase", das im Norden an das Dünengebiet grenzt, kann die Maßnahmen des Umweltamts nicht nachvollziehen. Er und seine Gäste fühlten sich durch die dortigen Aktivitäten überhaupt nicht gestört, erklärte er gegenüber der "Sylter Rundschau". Auch dass die Dünen in diesem Bereich übermäßig häufig betreten würden, könne er nicht beobachten.
Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass auf Sylt versucht wurde, gegen den Cruising-Treffpunkt vorzugehen: So patroullierten schon einmal Mitte der 1970er-Jahre Zivil-Polizisten durch die Dünenlandschaft, um dem schwulen Treiben Einhalt zu gebieten – am Ende ohne Erfolg. (cw)















Würden Heteros dort Sex haben, würden alle dort geifend spannen gehen oder dort willige Frauen suchen.
Aber wehe, dort haben auch mal Schwule Spaß. Dann wird gleich mit Stacheldraht abgeriegelt.