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Auch Schwusos und LSVD beteiligen sich am Boykott
Stonewall-CSD: Absagen Schlag auf Schlag
- 09. Mai 2014 3 Min.

Der Lesben- und Schwulenverband hat genug vom Gezerre um den "Stonewall CSD" und unterstützt lieber eine Konkurrenzveranstaltung (Bild: grueneberlin / flickr / by-sa 2.0)
In Berlin schrumpft der Stonewall-CSD immer mehr: Wie die großen Parteien will nun auch der LSVD nicht mehr an der Parade teilnehmen.
Am Donnerstagabend haben die Schwusos Berlin und der Lesben und Schwulenverband beschlossen, dass sie sich nicht mehr an der traditionellen CSD-Parade in der Hauptstadt beteiligen wollen, sondern an der Konkurrenzparade des neu gegründeten "Aktionsbündnisses CSD Berlin 2014" teilnehmen werden.
Beide gaben als Grund die Umbenennung der Veranstaltung in Stonewall-CSD sowie die Kommerzialisierung der Parade an. Beide Punkte seien nicht mit der Community abgesprochen gewesen und würden von den meisten abgelehnt. Bereits zuvor hatten die LGBT-Gruppen von FDP sowie von CDU und Grünen den Veranstaltern der Traditionsparade einen Korb gegeben, die Berliner Aids-Hilfe hatte ihren Austritt aus dem CSD-Verein erklärt.
LSVD: Gegen "Kommerzialisierung einer politischen Demonstration"
"Der Vorstand des Lesben- und Schwulenverbandes Berlin-Brandenburg (LSVD) hat am Donnerstagabend beschlossen, dass sich der Verband am 21. Juni 2014 nicht an der kommerziell ausgerichteten Stonewall CSD Parade 2014 beteiligen wird", heißt es in einer am Freitagmittag verbreiteten Pressemitteilung des LSVD. Hintergrund sei "die vom Berliner CSD e.V. betriebene Umbenennung der CSD-Demonstration ohne qualitativen Mehrwert und die gleichzeitige Eintragung des Begriffs 'Stonewall' beim Patent- und Markenamt als privates Eigentum einer Organisation".
Der Lesben- und Schwulenverband wende sich entschieden gegen "eine derartige Kommerzialisierung einer politischen Demonstration". Die Aktivisten forderten als Konsequenz aus den Querelen, die Änderungen dieses Jahr auszusetzen und stattdessen in Ruhe im Herbst über den weiteren Weg zu debattieren.
Auch die Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos) bedauerten, dass sie sich nicht mehr an der Traditionsparade beteiligen – und das zum ersten Mal seit über 30 Jahren. "Aber das unglaubliche Agieren des Vorstands des CSD e.V. und Geschäftsführung in den letzten Monaten hat uns keine andere Möglichkeit gelassen, als diesen Schritt zu gehen", erklärte Schwusos-Landeschef Markus Pauzenberger.
Die letzten CSD-Foren hätten gezeigt, "dass der CSD e.V. alle Vorschläge der Community mit formalistischen und nicht nachvollziehenden Gründen einfach vom Tisch gewischt hat und an einen Kompromiss einfach nicht interessiert war", urteilte der Sozialdemokrat. So habe die CSD-Führung zwei Beschlüsse des CSD-Forums übergangen, in denen eine Aussetzung der Neuerungen bis zu einer ausführlichen Debatte verlangt wurden. "So geht man nicht mit der queeren Community in Berlin um", so Pauzenberger scharf.
Viel Unterstützung für Aktionsbündnis
Mit der Unterstützung durch LSVD und die LGBT-Gruppe der SPD wird die am 21. Juni parallel geplante politische Demonstration des Aktionsbündnisses "Aktionsbündnisses CSD Berlin 2014" weiter aufgewertet. Die Veranstaltung wird bereits von anderen Szeneorganisationen wie dem Berliner Leder Fetisch e.V. oder Gaybrandenburg e.V. unterstützt. Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Straßenbahnen, U-Bahnen und Omnibusse betreiben, stehen hinter dem Aktionsbündnis, auf deren Website ab Montag ein Formular zur Anmeldung zum Download bereitgestellt wird.
Die Route der neuen Demo soll unter anderem an den Botschaften von Uganda und Russland sowie am Holocaust-Mahnmal vorbeiführen. Dagegen hält der Stonewall-CSD an seiner Traditionsroute vom Kurfürstendamm zum Brandenburger Tor fest. Diese ist bislang noch nicht genehmigt, auch weil es zur gleichen Zeit Veranstaltungen zur Fußball-Weltmeisterschaft gibt. (dk)
Links zum Thema:
» Homepage vom Stonewall-CSD
» Aktionsbündnis CSD 2014














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