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CSD bleibt CSD
"Stonewall": Berliner CSD-Verein zieht Notbremse
- 14. Mai 2014 3 Min.

Noch ist unklar, wer bei welchem CSD teilnehmen wird (Bild: FDP OV Hackescher Markt)
Der Berliner CSD soll nun doch nicht "Stonewall" heißen, so der CSD-Verein zerknirscht. Unterdessen gewinnt die Konkurrenzveranstaltung des "Aktionsbündnisses CSD Berlin 2014" immer mehr Unterstützer und erhält ein Motto.
Am Mittwoch haben die Organisatoren des Berliner CSD e.V. bekannt gegeben, dass sie die Umbenennung der CSD-Parade in "Stonewall-CSD" wegen der lautstarken Proteste zurückgenommen hätten: "Die anhaltende Namensdebatte um Stonewall hat die Inhalte vollständig überlagert und eine fundierte Diskussion darüber unmöglich gemacht. Dies ist nicht in unserem Sinn", heißt es in der Presseerklärung. "Wir, der Vorstand des Berliner CSD e.V., sehen uns in der Verantwortung, den CSD und seine Anliegen zu schützen. Daher trennen wir das Projekt Stonewall vom CSD. Stonewall wird als reines Vereinsprojekt jenseits des Christopher Street Days fortgesetzt".
Weiter heißt es in der Pressemitteilung kryptisch: "Der Vorstand und die Geschäftsführung sind sich ihrer Verantwortung bewusst und tragen auch die Konsequenzen, die sich daraus ergeben." Der Verein machte keine weiteren Angaben, in welchem Umfang am Begriff "Stonewall" festgehalten werden soll; die Umbenennung der Parade werde jedoch ausgesetzt.
Der CSD-Verein hatte diese im Januar beschlossen, was zu einem Proteststurm aus dem Community geführt hatte. Außerdem stieß auf Kritik, dass der Name Stonewall geschützt werden sollte, um von allen Beteiligten Lizenzgebühren verlangen zu können. Inzwischen wurde bekannt, dass das Deutsche Patent- und Markenamt die Eintragung der Wortmarke bereits in Teilen abgelehnt hat, speziell, was die Bereiche Werbung und Veranstaltungen betrifft.
Alternative CSD-Demo
Der monatelange Streit um die Neubenennung hatte zur Gründung eines "Aktionsbündnisses CSD Berlin 2014" geführt, dass inzwischen eine eigene CSD-Parade angemeldet hat. Daran wollen unter anderem die großen Parteien, der Lesben- und Schwulenverband und die Berliner Aids-Hilfe teilnehmen und damit die traditionelle Parade boykottieren (queer.de berichtete). Zu den Unterstützern des Aktionsbündnisses gehören unter anderem Schauspielerin Judy Winter, die frühere Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (Linke), der frühere Finanzsenator Peter Kurth (CDU), Visagist René Koch und Filmemacher Wieland Speck.
Am Sonntag hat das Aktionsbündnis sein Motto beschlossen, das mit 13 Worten relativ lang ausfällt. Es lautet: "Respekt vor Vielfalt! Rollback verhindern! Menschenrechte in Deutschland, Europa und der Welt garantieren!". Damit wollen die Aktivisten politische Entwicklungen im In- und Ausland aufgreifen. "Das Motto ist eng mit unserer Route und den dazugehörigen Stationen verbunden" erklärt Ralph Ehrlich, Community-Beauftragter des Aktionsbündnis CSD Berlin 2014. Die bereits genehmigte Route führt unter anderem an den Botschaften von Uganda und Russland sowie am Holocaust-Mahnmal vorbei. Seit Montag können sich Gruppen auf der Website des Aktionsbündnisses für die Parade anmelden.
Der traditionelle Berliner CSD steht in diesem Jahr unter dem Motto "LGBTI*-Rechte sind Menschenrechte". Die Parade führt von Kurfürstendamm über Wittenbergplatz, Nollendorfplatz, Lützowplatz bis zur Siegessäule. Für die Abschlusskundgebung ist bislang keine Genehmigung erteilt, ihr Ort ist aufgrund der inzwischen genehmigten Fanmeile zur Fußball-WM weiter unklar. (dk)
Links zum Thema:
» Aktionsbündnis CSD Berlin 2014
» CSD Berlin (ehemals Stonewall)














