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- 19. Mai 2014 2 Min.

Ted Osius (Mitte) mit seinem Ehemann Clayton Bond und seinem Sohn Alan Bond-Osius
Die USA wollen einen offen schwulen Diplomaten nach Südostasien entsenden – zum wiederholten Male befördert der US-Präsident damit Homosexuelle in hohe Ämter.
US-Präsident Barack Obama hat vergangene Woche Ted Osius für das Amt des Botschafters in Vietnam nominiert. Osius hatte sich als Diplomat in den 1990er Jahren für eine Normalisierung der Beziehungen zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern USA und Vietnam eingesetzt. Er war zudem in vielen anderen Botschaften in der Region eingesetzt worden, zuletzt in Indien und Indonesien. Er ist verheiratet mit Clayton Bond, der ebenfalls für das Außenministerium arbeitet. Das Paar zieht zusammen einen Sohn auf.
Zu Beginn seiner Karriere hatte Osius seine sexuelle Orientierung geheim gehalten, weil Diplomaten damals wegen Homosexualität aus dem Dienst entlassen werden konnten. Die US-Regierung argumentierte zu dieser Zeit, dass sich Schwule erpressbar machten. Erst 1996 wurde diese Regelung vom damaligen Außenminister Warren Christopher abgeschafft – und Osius outete sich kurze Zeit später.
Bereits mehrere schwule Botschafter ernannt
Wie kein anderer Präsident vor ihm hat Barack Obama schwule Diplomaten gefördert. So ernannte er im vergangenen Jahr Daniel Baer als US-Botschafter bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (queer.de berichtete). Außerdem setzte er gegen den Widerstand der katholischen Kirche Wally Brewster als Botschafter in der Dominikanischen Republik durch (queer.de berichtete). Obama ernannte außerdem Schwule zu Botschaftern in Australien, Dänemark und Spanien.
Osius wäre der erste offen schwule US-Botschafter in Asien. Der erste schwule Botschafter der Vereinigten Staaten war 1999 von Präsident Bill Clinton ernannt worden: Clinton schickte James Hormel nach Luxemburg. Das führte damals zu heftigen Protesten von Konservativen im Parlament, das der Ernennungen in der Regel zustimmen muss. Der damalige republikanische Mehrheitsführer im Senat, Trent Lott, warb dafür, den Diplomaten abzulehnen, weil Homosexualität wie Alkoholismus oder Kleptomanie eine Sünde sei. Der Präsident wendete damals wegen des Widerstands einen Trick an: Er ernannte den Botschafter während der Parlamentsferien, so dass keine Zustimmung der Abgeordneten nötig war. Inzwischen gilt die Ernennung von Homosexuellen im diplomatischen Dienst als Routine. (dk)















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