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Ekel und Toleranz
Studie: Gestank macht Menschen homophober
- 20. Mai 2014 2 Min.

Ein bisschen Febreze würde die Akzeptanz von Schwulen und Lesben verbessern... (Bild: Jeremy Tarling / flickr / by-sa 2.0)
Wer schlechten Gerüchen ausgesetzt ist, hat nach einer amerikanischen Studie mehr Probleme mit der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben.
Laut einer Studie der University of Arkansas in Fayetteville ist die Akzeptanz von LGBT-Rechten auch abhängig von der Luftqualität. Im Artikel "Disgust and the Politics of Sex" (Ekel und die Ansichten über Sex), der in der Online-Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlicht worden ist, stellten die Forscher fest, dass Menschen kritischer gegenüber Homosexuellen eingestellt sind, wenn sie in einem stinkenden Raum befragt werden. Diese Befragten waren in einem geringeren Ausmaß auch kritischer bei den Themen Abtreibung, vorehelicher Sex und Pornografie. Zudem erhöhte sich die Gläubigkeit bei den geruchsgeplagten Teilnehmern: Sie beurteilten die Bibel weit eher als absolute Wahrheit als Menschen, die in geruchsneutralen Räumen die Fragen beantworteten.
Für die Untersuchung haben die Forscher unter Führung des Politologen Patrick Stewart 57 Teilnehmer rekrutiert und in zwei verschiedenen Räumen befragt. Ein Raum war geruchslos, in einem anderen Zimmer platzierten die Forscher mit Buttersäure getränkte Wattepads, die wie Erbrochenes stinken. In diesem Raum beurteilten die Befragten Homo-Paare negativer und sprachen sich öfter gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht aus. Einen besonders starken Einfluss hatte der Geruch auf ältere Teilnehmer.
"Lust auf Reinheit"
Die Forscher erklärten, ihre Ergebnisse zeigten auf, dass Ekel im Körper ein "System zur Vermeidung von Schäden" aktiviere. Außerdem erhöhe Ekel die "Lust auf Reinheit". "Sobald diese Systeme aktiviert sind, haben die Teilnehmer offenbar Meinungen angenommen, die gesellschaftliche Schäden vermindern und/oder die moralische Reinheit stärken sollen", heißt es in der Studie.
Vorherige Untersuchungen hatten bereits gezeigt, dass Homosexualität (ebenso wie Pornografie) von vielen als "sexuelle Unreinheit" betrachtet werde, selbst wenn sie unter normalen Bedingungen keine Vorurteile gegen Schwule und Lesben hegten. Vielen Menschen sei nach Ansicht der Forscher von der University of Arkansas dieser "politischer Konservatismus" anerzogen worden und könne durch "schwierige Umstände" aktiviert werden. (dk)














