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Genehmigung erteilt
Berlin: CSD endet an der Siegessäule
- 23. Mai 2014 3 Min.

Die Siegessäule ist dieses Jahr das Ziel der CSD-Parade (Bild: sebaso / flickr / by-sa 2.0)
Die Route des Berliner Ur-CSD ist endlich genehmigt worden. Außerdem halten die Veranstalter trotz des Streits mit der Community für ihre Gala weiter am umstrittenen Namen "Stonewall" fest.
Die zuständige Versammlungsbehörde hat die Route der CSD-Parade am 21. Juni in einem am Dienstag zugestellten Bescheid genehmigt. Das teilte der CSD e.V. mit. Die Parade verläuft nun vom Kurfürstendamm über den Wittenbergplatz, Nollendorfplatz, Lützowplatz zur CDU-Parteizentrale und abschließend über die Hofjägerallee bis zur Siegessäule. Dort wird das Finale stattfinden. In der vergangenen Jahren endete der CSD am Brandenburger Tor, in diesem Jahr findet aber auf der Straße des 17. Juni das Public-Viewing der Fußball-Weltmeisterschaft mit einem Deutschland-Spiel am Abend statt. Noch müssen Einzelheiten mit den Behörden geklärt werden, die Veranstalter rechnen aber damit, dass diese Fragen in den nächsten zwei Wochen vom Tisch sind.
Am selben Tag wird auch die Konkurrenz-Parade des "Aktionsbündnisses CSD Berlin 2014" stattfinden. Sie führt von den Botschaften der Staaten Uganda und Sambia vorbei an der russischen Botschaft, zur Landesvertretung Baden-Württemberg, dem Holocaust-Denkmal sowie den Botschaften Indiens, der Türkei, Saudi-Arabiens, Mexikos, Maltas und Bahrains. Daraufhin geht die Parade auch an der CDU-Bundeszentrale vorbei und findet den Abschluss am Lützowplatz. Grund für die Alternativ-Parade war die geplante Umbenennung des Ur-CSDs in "Stonewall-Parade" sowie das Kommunikationsverhalten des CSD. Das hatte auch zu vielen Absagen für die Parade geführt, etwa durch die großen Parteien, den Lesben- und Schwulenverband sowie die Berliner Aids-Hilfe (queer.de berichtete).
"Soul of Stonewall Awards"
So ganz möchten die Veranstalter des CSD e.V. nicht auf den Namen Stonewall verzichten: So wird am Tag vor der Parade die "Stonewall-Gala" im Deutschen Theater abgehalten. Die Organisatoren erwarten rund 600 Gäste. Der Eintritt kostet zwischen 24 und 84 Euro, von denen jeweils fünf Euro an gemeinnützige LGBT-Projekte gespendet werden. Bereits vergangene Woche hatte der CSD e.V. angekündigt, "Stonewall" als "reines Vereinsprojekt jenseits des Christopher Street Days" fortzuführen (queer.de berichtete).
Während der Gala soll in fünf Kategorien der "Soul of Stonewall Award" an Persönlichkeiten und Institutionen verliehen werden, die sich besonders für LGBT-Rechte oder andere Minderheiten eingesetzt haben. Zu den Preisträgern gehören dieses Jahr die nigerianische Menschenrechtsaktivistin Dorothy Aken'Ova und der Brite Peter Tatchell, der sich seit Jahrzehnten für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben einsetzt.
Außerdem soll ein Publikumspreis in der Kategorie "lokal" verliehen werden. Nominiert sind die Aktionsgruppe "Enough is Enough", das "Projekt Regenbogenfamilien" des LSVD Berlin-Brandenburg und das Veranstaltungszentrum SchwuZ. Abgestimmt werden kann im Rahmen der Gala und am CSD-Stand beim lesbisch-schwulen Stadtfest, das am 14. und 15. Juni stattfindet. (dk)
Links zum Thema:
» CSD (Stonewall)
» CSD-Aktionsbündis















Was mir in den diversen Diskussionen um die Berliner CSD's auffällt, ist die von vielen geäußerte Hoffnung, dass die 'politische' CSD-Alternative des Aktionsbündnisses CSD, weniger von Klischeetunten und 'sexualisierten Schwulen' sowie von Fetischleuten 'dominiert' wird. Da fängt bei mir das Misstrauen an. Es hat was von den Kontaktanzeigen in früheren Jahren, als die oft mit dem Satz: 'Tunten und Spinner zwecklos' beendet wurden. Entwickelt sich hier eine gut kaschierte Aussonderung von der ungeliebten Minderheit in der Minderheit - Tunten, Leder-, Fetisch-, Trans- und unangepasste Leute raus???? Falls das der Fall sein sollte, hat die gesellschaftliche und politische Diskriminierung von LGBTI*s bis in die eigene Gemeinde durchgeschlagen. Homophobe und Reaktionäre werden sich über so eine Entwicklung freuen. Die LGBTI-Gemeinde spaltet sich selbst und sortiert die gesellschaftlich Unangepassten aus, um ihren Ruf nicht zu schädigen. Das wäre eine fatale Entwicklung.