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- 30. Mai 2014 2 Min.

Bianca Del Rio (alias Roy Haylock) ist die Siegerin der sechsten Drag-Race-Staffel - und verteidigt RuPaul (Bild: Logo)
Dürfen Drag Queens Worte benutzen, die von Transsexuellen als transphob gebrandmarkt werden? Dieser Streit entzweit derzeit die amerikanische Szene.
Die Auseinandersetzung um den sprachlichen Umgang mit Transsexuellen eskaliert innerhalb der LGBT-Community in den USA. In sozialen Netzwerken und Blogs macht seit einigen Tagen das Wort "Trannygate" die Runde. Ursache sind als transphobe gebrandmarkte Ausdrücke in der schwulen Realityshow "RuPaul's Drag Race", in der seit 2009 "Drag-Superstars" aus meist schwulen Kandidaten gekürt werden. Die sechste Staffel der im schwul-lesbischen Fernsehkanal Logo gezeigten Sendung, deren Finale vor knapp zwei Wochen ausgestrahlt wurde, ist dieses Jahr von Trans-Aktivisten anders als in den Vorjahren scharf kritisiert worden.
Bereits im April hatte der Fernsehsender Logo auf Kritik aus der Trans-Community reagiert, als eine ganze Folge der Realityshow wegen der Verwendung von Worten wie "She-Male" aus entsprechenden Portalen entfernt wurde (queer.de berichtete). Trans-Aktivisten hatten unter anderem kritisiert, dass der Ausdruck nahelege, Transsexuelle seien keine "richtigen" Frauen.
Am Wochenende sorgte Moderatorin RuPaul für weitere Aufregung, als sie das Wort "Tranny" verteidigte. "Diese Absurdität! Das ist, als ob Jay Z empört wäre, wenn Kanye West das Wort 'Nigga' verwendet", so RuPaul via Twitter. "Es geht nicht um das Wort selbst, sondern die Intention, die dahinter steckt". In einer Pressemitteilung sagte sie weiter: "Sagt mir bloß nicht, was ich sagen darf und was nicht. Das sind nur Worte". An ihre Kritiker richtete sie die Aufforderung: "Ihr müsste stärker werden!"
"Schwanz in Mund stecken und Klappe halten"

Nach der Kritik von Trans-Aktivisten wurden Szenen, in denen die Kandidatinnen "She-Mail" erhielten, herausgeschnitten
Auch die aktuelle Gewinnerin der Show, Bianca Del Rio, verteidigte die Wortwahl. Die für ihren schwarzen Humor bekannte Drag Queen griff Trans-Aktivistin und Model Carmen Carrera an, die 2011 selbst an der Show teilgenommen hatte, sich danach als transsexuelle Frau outete und in den letzten Wochen zur schärfsten Kritikerin von "RuPaul's Drag Race" gehörte. "Vielleicht sollte sie das, was von ihrem Schwanz übrig ist, in ihren Mund stecken und die Klappe halten, verdammte Scheiße!", erklärte Bianca. "Um ehrlich zu sagen, wir wüssten nicht, wer zum Teufel Carmen Carrera ist, wenn sie nicht bei 'Drag Race' mitgemacht hätte". Später entschuldigte sich Bianca via Twitter für ihren "schlechten Witz".
RuPaul sucht bereits seit 2009 den nächsten Drag-Superstar unter einer Reihe von fast ausschließlich schwulen Mitspielern. Drei der insgesamt 75 Kandidatinnen haben sich nach der Show als transsexuell geoutet, eine Teilnehmerin unternahm während der Show eine Geschlechtsanpassung. Der spielerische Umgang mit Worten wie "She-Mail" (oder dem Ausdruck "You've got She-Mail") ist bereits seit der ersten Staffel gebräuchlich, wurde aber erst in den letzten Wochen zum Kritikpunkt in der Öffentlichkeit und aus den neuesten Folgen teilweise von Logo herausgeschnitten. (dk)
Links zum Thema:
» RuPaul's Drag Race bei Logo TV















ES HEIßT KORREKT "TRANSIDENT"!!! ES GEHT NÄMLICH UM DIE GESCHLECHTSIDENTITÄT UND NICHT UM DIE SEXUELLE IDENTITÄT!!!
Abgesehen davon bin ich der Meinung, dass Drag Queens keine Begriffe verwenden sollten, die auch nur im Ansatz den Anschein erwecken sich über transidente Menschen lustig zu machen. Gerade wir Homosexuellen sollten doch wissen wie es ist mit etwas geboren worden zu sein, was wir uns nicht aussuchen konnten. Und genauso geht es transidenten Menschen, nur halt eben nicht mit der sexuellen Identität, sondern mit der Geschlechtsidentität.
Gerade wir Homosexuellen sollten doch verstehen können wie verletzend es ist wenn man sich über etwas lustig macht, was man sich nicht hat aussuchen können. Deswegen sollten wir hier den transidenten Menschen zur Seite stehen. Für mich ist das eine Selbstverständlichkeit transidente Menschen in jeglicher Hinsicht dahingehend zu unterstützen wer sie SIND, d. h. welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlen. Jeder, der transidente Menschen mit seiner Wortwahl durch den Kakao zieht ist einfach nur respektlos und dümmlich und hat keine Ahnung.