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Einzelkommentar zu:
Schwul aus Angst vor der Mutter


#3 nix kommt nixAnonym
  • 06.06.2014, 06:30h
  • Ich kann euch beruhigen, ich hab ihn gesehen und es ist ein toller film. Ok, ich finde ihn toll und wichtig.

    Ich erkenne darin aber relativ wenig parallelen zum Schwulsein, zu Schwulen, es ist vielmehr so was wie....eine "Studie" im weitesten Sinne darüber, wie Erziehung und die Erwartungen von Anderen (Eltern) einen in so Schubladen stecken, die man vielleicht selbst auch nie hinterfragt. Wie vor allem emotional abhängig man als Kind davon ist, in welche Rolle einen die Eltern stecken.

    Guillaume kommt auch meiner Meinung nach nach der mißglückten Liebe zu Jeremy irgendwie zu dem Schluss, das er vielleicht doch nicht einfach "nur" Schwul ist, sondern vielleicht doch eher tatsächlich ein Mädchen.
    Auch das wird aber aufgelöst. Aber dennoch, für mich war das eher ein Film über...Soziologie/Gender Studien/Trans-Thematik....vielleicht kommt es auch drauf an, in welcher Perspektive der Zuschauer sich momentan subjektiv befindet....

    Im Film ist die Selbstfindung von Guillaume echt lustig dargestellt, bis er eines Tages eine Pferdetherapie macht und plötzlich platzt der Knoten und er erkennt, er hatte ja doch nur seiner Mutter immer alles geglaubt und wollte immer eine Art "Einheit" mit ihr bilden. Ein Feigling war er halt...

    Die Mutter ruft ihren jüngsten anders, was aber finde ich nicht so negativ rüber kommt, das sie ihn wegen seines Schwul-Seins nicht Junge nennen kann, es ist vielmehr das er halt ein Nachzügler ist, der vielleicht eh gar nicht mehr gewollt ist, und ich erlebe diese Mutter dem Jüngsten im Film sehr viel zugewandter als den anderen Familienmitgliedern.

    Mehr so, als sind die anderen es halt nicht "wert" beim Namen gerufen zu werden, nur Guillaume hat eine (positive) Sonderrolle bei seiner Mutter. Sein Vater ist ein Arsch, aber das ist ja in solchen Konstellationen nix neues.

    Ich fand den Film (auch im Original, obwohl ich kein Wort französisch kann) sehr sehr gut gemacht. Guillaume steht zwischendurch auf der Bühne, auf der er alles erzählt, die Angst im eigentlichen Leben (im Film) wird hier durch so ne Art von Lampenfieber gedoppelt, wo er Angst hat, das Publikum nicht zufrieden zu stellen. Man kann sehr viel interpretieren für sich subjektiv und kann tränen lachen und kurz danach total seine eigene Familiendynamik in Frage stellen.

    Hat so was von nem tragischen Clown, der Guillaume. Spielt super und man kauft ihm alles ab.
    Ich wurde wie gesagt nur nachdenklich über so Gender-Fragen, was wird alles an uns hin sozialisiert, was konstruieren wir selbst an unserer Identität herum, weil wir es nicht besser wissen. Ich würde es daher nicht explizit einen Schwulen Film nennen.

    Aber definitiv einen sehenswerten. Zuschauen, wie ein nerdiger kleiner Guillaume sich durch die Erwartungen anderer kämpft und irgendwann endlich raus hat, das er genauso wie er ist ok ist und das er nicht länger im Schatten seiner Mutter bleiben muss.
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