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- 13. Juni 2014 2 Min.

Ronnie Floyd, der neue Chef der Südstaatenbaptisten, gilt als erbitterter Gegner von Homo- und Trans-Rechten
Die Synode der 16 Millionen Mitglieder zählenden Southern Baptist Convention hat am Dienstag in Baltimore beschlossen, dass Transsexualität nicht existiert.
Die überwiegende Mehrheit der 5.000 Delegierten unterstützte die transphobe Resolution. Darin heißt es unter anderem, dass "Geschlechtsidentität nur vom biologischen Geschlecht und nicht von der eigenen Wahrnehmung" bestimmt werde. Transsexuelle würden demnach "Gottes Gesetze missachten".
Transpersonen werden in der Resolution aufgefordert, nicht zu Ärzten oder Psychologen zu gehen, sondern zu beten: "Wir laden alle Transgender ein, Jesus Christus zu vertrauen und einen neuen Weg durch das Evangelium zu finden". Transsexuelle dürften nur Mitglied der Kirche sein, wenn sie ihre Geschlechtsidentität "bereuen".
Zum neuen Präsidenten der Südstaatenbaptisten wurde der Pfarrer Ronnie Floyd gewählt, der als äußerst LGBT-feindlich gilt. Er hatte etwa 2004 das Buch "The Gay Agenda" veröffentlicht, in dem er Homosexuellen vorwirft, die traditionelle Familie vernichten zu wollen.
Die Southern Baptist Convention, die als größte protestantische Kirche der Vereinigten Staaten gilt, gehört zu den konservativsten Glaubensgemeinschaften in den USA – und mischt sich offen in die Politik ein. So haben die Baptisten erst im Februar mit anderen konservativen Christen das Ende der gleichgeschlechtlichen Ehe gefordert (queer.de berichtete). Sie sprachen sich auch für ein Verbot von Homosexuellen bei den Pfadfindern aus (queer.de berichtete).
Zu den bekanntesten Südstaatenbaptisten zählen Senator John McCain, Autor John Grisham und Schauspieler Kevin Costner. Mehrere hochrangige Demokraten – wie die Ex-Präsidenten Jimmy Carter und Bill Clinton – sind in der Kirche aufgewachsen, aber aus Protest gegen die konservativen Positionen inzwischen ausgetreten. (dk)













