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Landtag lehnt Reform ab
Thüringen: Sexuelle Einfalt an Schulen bleibt bestehen
- 27. Juni 2014 2 Min.

Im Thüringer Landtag gibt es keine Mehrheit für LGBT-Rechte (Bild: Wiki Commons / TomKidd / CC-BY-SA-2.0)
CDU, SPD und FDP wollen den Schülern des Freistaates das Thema Homosexualität nicht zumuten.
Homo- und Transsexualität wird an Schulen im Freistaat Thüringen weiterhin kein fächerübergreifendes Thema sein. Die Grünen scheiterten am Freitag im Landtag in zweiter Lesung mit ihrem Antrag, "sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Thüringer Bildungswesen" zu verankern. Der entsprechende Entwurf wurde sowohl von den Regierungsparteien CDU und SPD als auch von der oppositionellen FDP abgelehnt.
Der Antrag sah unter anderem Beratungsmöglichkeiten für Schüler, Eltern und Lehrer zum Thema vor. Auch Beschwerdestellen sollten eingerichtet und die Lehrerfortbildung verbessert werden. Zudem war ein Landesprogramm gegen Homophobie vorgesehen.
Die grüne Bildungspolitikerin Astrid Rothe-Beinlich nannte es "verwunderlich", dass die Regierungsfraktionen "mit fadenscheinigen Argumenten" den Vorschlag abgelehnt habe. "Die schriftliche Anhörung des Bildungsausschusses hat dagegen sehr deutlich vor Augen geführt, dass in Thüringen massiver Handlungsbedarf besteht, da Anfeindungen von Lesben, Schwulen, Bi-, Trans- und Intersexuellen im Schulalltag noch immer traurige Realität sind", sagte Rothe-Beinlich.
Weiter Aufregung in Baden-Württemberg
Ein ähnlicher Vorschlag sorgt gegenwärtig für Aufregung in Baden-Württemberg: Dort gibt es Widerstand gegen einen Bildungsplan, der vorsieht, "sexuelle Vielfalt" fächerübergreifend im Unterricht zu behandeln. Für Samstag haben christliche Fundamentalisten in Stuttgart bereits die vierte Demonstration angekündigt (queer.de berichtete). Auch die Oppositionsparteien CDU und FDP wollen verhindern, dass der Plan umgesetzt wird. FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke hatte sogar argumentiert, dass Homosexuelle generell "nicht gleichwertig" seien (queer.de berichtete).
Die Gegner der Gleichbehandlung im Südwesten feierten bereits einen ersten Erfolg, nachdem die Landesregierung im April angekündigt hatte, den Bildungsplan um ein Jahr auf die Zeit nach der Landtagswahl 2016 zu verschieben (queer.de berichtete). Kultusminister Andreas Stoch (SPD) erklärte damals jedoch, die Proteste hätten mit der Verschiebung nichts zu tun – es sei lediglich notwendig, weitere Praxistests durchzuführen. (dk)
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