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- 22. Dezember 2004 2 Min.
Nach den TürkGays haben jetzt auch die schwulen Schwarzen in Deutschland eine eigene Community, die gegen Vorurteile kämpft.
Von Tanja Reinsfelder
In der Schwulenszene in Deutschland werden Schwarze noch immer mit vielen Klischees, vor allem wegen angeblicher körperlicher Ausmaße, in Verbindung gebracht. Eine neue Community, die AfroGays, hat sich jetzt zusammengeschlossen, um gegen diese Vorurteile zu kämpfen, die aufgrund von Unwissenheit oder oberflächlicher Betrachtung entstehen. Seit Oktober gibt es das Internetportal der Gruppe, das sich an alle schwarzen Schwulen im deutschsprachigen Raum richtet. "Wir wollen einerseits als Kontaktbörse für Beziehungen und Freundschaften dienen, aber auch eine Austauschmöglichkeit über ein Forum bieten", so Benny Harder von den AfroGays.
Immer mehr Schwarze, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, wollen als Deutsche akzeptiert werden und sich nicht für ihre Hautfarbe rechtfertigen müssen. "Unser Ziel ist es, die Schwulenszene zu bereichern. Wir wollen Vielfalt und eine starke Gemeinschaft schwarzer Schwuler, die sich bei uns zeigen können, wie sie wirklich sind", erklärt Harder weiter. Neben der Akzeptanz in der Schwulenszene haben schwarze Schwule auch mit anderen Minderheitengruppen in Deutschland aufgrund ihrer Homosexualität um Anerkennung zu kämpfen. Auch gegen diese doppelte Diskriminierung wollen die AfroGays etwas tun, indem sie auch in der Öffentlichkeit zu ihrem Schwulsein stehen. "Wir sind zwar keinesfalls eine politische Gruppe, aber wir arbeiten auch mit der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland zusammen, um für die Interessen von Schwarzen einzutreten."
Neben der Internetplattform soll in Zukunft regelmäßig, wahrscheinlich alle drei Monate, ein Bundestreffen in einer jeweils anderen Stadt stattfinden. Erstmals trafen sich die AfroGays Anfang Dezember in Essen, das nächste Treffen ist in Stuttgart geplant, auch Köln und Berlin stehen auf der Liste. Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken und Essen in geschlossener Runde können sich die Teilnehmer untereinander kennenlernen, bevor am Abend dann gefeiert wird.
Bei der Entstehung der Gruppen haben sich die AfroGays von der Black Gay Community in Großbritannien beeinflussen lassen, die bereits sehr groß und vielfältig ist. In welche Richtung sich die Community in Deutschland entwickeln wird, wissen die AfroGays noch nicht, "aber wir sind uns sicher, dass alle davon profitieren werden, wenn wir durchhalten und stark sind," ist Harder überzeugt. Schon jetzt sind über 50 User registriert und sicherlich werden es noch viel mehr werden.
22. Dezember 2004
Links zum Thema:
» Homepage der AfroGays













