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Einzelkommentar zu:
Eheverbot für Schwule und Lesben auch in Kentucky verfassungswidrig


#4 m123Anonym
  • 02.07.2014, 17:39h
  • Entscheidend wird sein, wann ein solcher Fall vor den US Supreme Court und wann der US Supreme Court auf nationaler Ebene endgültig darüber entscheiden wird.

    Es ist im Grunde sicher, dass der US Supreme Court irgendwann im Jahr 2015 die Ehe in den gesamten USA öffnen wird. Die Frage ist nur ob das bereits Anfang 2015, Mitte 2015 oder Ende 2015 passieren wird. Die meisten rechnen mit Mitte 2015.

    Bis dahin wird es immer wieder Meldungen über weitere US-Bundesstaaten geben, die die Ehe öffnen werden und teilweise die Entscheidung noch bis zum Urteil des US Supreme Court aussetzen.

    Man muss die Geschwindigkeit der Gleichstellung an der Zeitachse messen. Schon seit mehreren Jahren sind mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung für die Eheöffnung, d. h. für gleiche Rechte für homosexuelle Menschen. Daher ist es kein besonderer Erfolg mehr, wenn erst 2015 die Ehe geöffnet wird. Ein besonderer Erfolg wäre es gewesen, wenn dies bereits früher zu einer Zeit passiert wäre, wo mehr als die Hälfte der US-Bevölkerung gegen die Eheöffnung war.

    Dass die Eheöffnung in Deutschland trotz Zweidrittelmehrheit in der Bevölkerung für die Eheöffnung immer noch nicht da ist und voraussichtlich auch in den nächsten Jahren nicht kommen wird, ist eine außerordentlich krasse Niederlage. Auch in Deutschland wird die Eheöffnung irgendwann kommen. Aber der damit verbundene Erfolg muss ebenfalls an der Zeitachse gemessen werden. Und da ist es bereits jetzt eine krasse Niederlage.

    Die Niederlande haben die Ehe im Jahr 2001 geöffnet. Im Nachbarland Deutschland gibt es 13 Jahre später im Jahr 2014 noch nichtmals gleichgestellte eingetragene Partnerschaften. Wer beim Gleichstellungsprozess in Deutschland von einem Erfolg spricht, der hat wirklich Tomaten auf den Augen. Der Gleichstellungsprozess in Deutschland geht mit minimaler Geschwindigkeit und nur durch Urteile des höchsten deutschen Gerichts voran, trotz Zweidrittelmehrheit in der Bevölkerung für die Eheöffnung und trotz einer seit 2005 bestehenden Mehrheit von Abgeordneten im Bundestag, die "eigentlich" für die Eheöffnung sind. Wer darin keine historische Niederlage für Gleichstellung sieht, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

    Wenn dann irgendwann im Jahr 2020 (hoffentlich is das nicht zu optimistisch) die Ehe in Deutschland geöffnet wird, dann werden einige jubeln und das als Erfolg feiern. Ich dagegen werde traurig sein, dass es erst so spät passiert.

    In meinen Augen ist die Tatsache, dass homosexuelle Menschen in Deutschland immer noch rechtlich diskriminiert werden ohne dass die Bevölkerung dagegen auf die Barrikaden geht ein absoluter Beweis für die Homosexuellenfeindlichkeit und den Mangel an Ungerechtigkeitsempfinden in unserer Gesellschaft. Das Eis ist dünn.
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