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Kommentare zu:
Ian Thorpe: 277.000 Euro fürs Coming-out


#31 kein themaAnonym
#32 ManyWaysAnonym
  • 14.07.2014, 13:31h
  • Antwort auf #30 von njet
  • Auch so kann man Schwulsein unterschwellig lächerlich machen - in einem Umfeld, in dem ausdrücklich niemand schwul ist und sein darf - sich davon abgrenzen und die (selbst internalisierte) Hetero-Norm stabilisieren! Wie gut solche Mechanismen, die nicht selten mit dem Anstrich der angeblichen "Toleranz" und "Liberalität" daherkommen, funktionieren und wirken, sieht man u. a. an den Zahlen zu gleichgeschlechtlichen Kontakten männlicher Jugendlicher.
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#33 FoXXXynessEhemaliges Profil
#34 Homophobie totalAnonym
#35 IntegritätAnonym
  • 14.07.2014, 14:43h
  • Nachdem Deutschland gewonnen hatte, haben die deutschen Fußballnationalspieler ihre Freundinnen im Stadion vor laufenden Fernsehkameras und Milliardenpublikum geküsst.

    In dem Moment dachte ich "Was wenn jetzt ein Spieler von denen schwul ist und er seine Scheinfreundin vor Milliardenpublikum nach dem WM-Sieg küsst? Er wird in der größten Stunde seines Fußballlebens eine noch größere Lüge aufgebaut haben, die seine Identität betrifft."

    Es wäre das i-Tüpfelchen gewesen und ein gerechtfertigter Schlag ins Gesicht der homophoben "Puto"-schreienden Fans, wenn ein deutscher Nationalspieler vor Milliardenpublikum seinen Freund öffentlich vor Fernsehkameras geküsst hätte, und zwar genau so wie die anderen Spieler ihre Freundinnen geküsst haben. Es wäre historisch gewesen.

    Wann, wenn nicht nach dem Gewinn der Fußballweltmeisterschaft, wäre ein idealer Zeitpunkt sich endlich von diesem elenden Versteckspiel homosexueller aktiver Fußballprofis zu befreien. Es wäre neben dem Sieg bei der Fußballweltmeisterschaft noch ein weiter Sieg gewesen. Ein Sieg für Freiheit und dafür offen so zu leben wie man ist. Ein weiterer historischer Sieg neben dem historischen Sieg der Fußballweltmeisterschaft.

    Aber ich bin ernüchtert. Homosexuelle Fußballprofis verstecken sich immer noch hinter Modelscheinfreundinnen. Diese Lüge zu leben muss ja wirklich schrecklich sein. Ich stelle es mir schrecklich vor, wenn man als homosexueller Fußballprofi, der gerade eine Fußballweltmeisterschaft gewonnen hat, im Stadion steht und um sich herum sieht wie alle heterosexuelle Fußballprofis ihre Freundinnen küssen und man selbst nicht seinen tatsächlichen Freund küssen "darf", sondern stattdessen die Alibifreundin küssen "muss", die man weder liebt noch begehrt. Grausam. Dadurch geht doch ein großer Teil der Freude über den Titelgewinn den Bach runter.

    Ian Thorpe ist auch unter dem Faktor der Lüge depressiv geworden. Trotz vieler Goldmedaillen hat er immer weiter offensiv gelogen, bis die Lüge irgendwann so groß wurde, dass er daran psychisch kollabiert ist. Das alles hätte er vermeiden können, wenn er von Anfang an offen und ehrlich gewesen wäre. Geld und Ruhm ist nichts im Vergleich zu einem authentischen, ehrlichen Leben. Man braucht keinen materiellen Reichtum und keinen Ruhm um glücklich zu sein. Was man braucht ist Echtheit, Liebe und zu dem stehen wer man tatsächlich ist. Dann geht man glücklich durch dieses einzige Leben, was man hat, und wird es später nicht bereuen.

    Lügner sind keine Helden, keine Vorbilder, egal wie erfolgreich sie in ihrem Job sind.

    Die wahren Helden sind diejenigen Menschen, die trotz einer zum Teil für sie feindlichen Umgebung zu dem stehen, wer sie sind. Ein schwuler Junge, der sich in der Schule als schwul outet, obwohl er weiß, dass er von einigen gemobbt werden wird, ist für mich ein Held. Helden sind für mich diejenigen, die zu einer Zeit etwas Richtiges tun, obwohl es unpopulär ist. Helden sind diejenigen, die sich damals für gleiche Rechte für Frauen, für gleiche Rechte von Schwarzen, gegen Sklaverei, für interrassische Ehen usw. ausgeprochen haben, obwohl es zu den jeweiligen Zeiten unpopulär war. Martin Luther King Jr., Harvey Milk, usw. sind für mich Helden.

    Jeder deutsche Fußballnationalspieler bekommt für den WM-Titelgewinn nun 300.000 Euro. Sogar die, welche die ganze Zeit auf der Bank gesessen und während der WM keine Minute gespielt haben. Und diese 300.000 Euro wird nicht das einzige Vermögen sein, was diese deutschen Fußballnationalspieler in ihrem Fußballleben an Geld angehäuft haben. Die werden alle Millionäre sein, mehr Geld haben als sie für ein gutes Leben eigentlich bräuchten. Finanziell sind all diese Fußballprofis mehr als bestens abgesichert. Und dann fürchten sich die homosexuellen Fußballprofis vor den vermeintlich negativen finanziellen Konsequenzen eines Coming-Outs? ich würde sogar sagen, dass mittlerweile die meisten Firmen sich darum reißen würden mit einem homosexuellen Fußballprofi einen Werbevertrag zu machen. In den USA haben die Profisportler, die sich geoutet haben, dicke Werbeverträge gekriegt. Millionenschwer. Nike zum Beispiel hat Jason Collins verpflichtet, nachdem er sich als schwul geoutet hat. Ein Coming Out bedeutet auch nicht mehr das Karriereende. Robbie Rogers spielt nach seinem Coming Out wieder Profifußball und erfreut sich eines freien, glücklichen Sportlerlebens. Als er das erste mal nach dem Coming Out wieder das Spielfeld betrat, haben die Menschen ihm für seinen Mut großen beifall gespendet. Wohlgemerkt, in den USA, wo es noch deutlich konservativer zugeht als in Deutschland. In Deutschland würde die große Mehrheit der Fans ebenfalls auf der Seite von offen homosexuellen Fußballprofis stehen. Es gibt keinen Grund mehr sich zu verstecken. Die homosexuellen Fußballprofis müssen lernen die vereinzelten homophoben Idioten, die es immer noch gibt, zu ignorieren. Und das gilt für den gesamten Profisport. Wenn man als Fußballprofi schon Millionen verdient hat, dann kann es einem doch egal sein ob man wegen einem Coming Out mal einen Werbevertrag nicht bekommt. Dafür wird einem an anderer Stelle sicher wieder ein Werbevertrag einer LGBT-freundlichen Firma angeboten werden. Wirklich, es gibt keinen Grund sich noch zu verstecken. In meinen Augen ist es eine rein psychische Sache. Man muss einfach lernen psychisch stark genug zu sein und wenn man sich dann stark genug fühlt, dieses Coming Out dann auch tatsächlich durchzuziehen. Es ist dann nicht nur gut für alle anderen homosexuellen Menschen in Deutschland und auf dieser Welt, sondern es ist auch gut für den homosexuellen Profisportler sich nicht mehr zu verstecken. Ich kenne soviele Schwule, die nach ihrem Coming Out überrascht darüber waren wieviel besser sich das Leben anfühlt, wenn man offen und ehrlich so lebt wie man ist. Und wie gesagt, es ist das einzige Leben was man hat, diese Lebenszeit hat man nur ein Mal. Und jeder muss sich selbst fragen ob er in dieser Lebenszeit nach außen hin eine Lüge leben will, oder ob er nach außen hin offen und ehrlich durch's Leben gehen will. Meine Lebenserfahrung ist, dass man mit Offenheit und Ehrlichkeit auch sogar mehr Positives von anderen Menschen zurückbekommt. Es lohnt sich einfach offen und ehrlich zu sein!
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#36 IntegritätAnonym
  • 14.07.2014, 14:48h
  • Antwort auf #30 von njet
  • Ich muss auch sagen, dass diese Szene, in der Schweinsteiger und Podolski so tun als würden sie sich küssen, eine Lächerlichmachung von echten gleichgeschlechtlichen Küssen darstellt, selbst wenn Schweinsteiger und Podolski es nicht homophob gemeint haben.

    Ich hätte mir sehr gewünscht, dass sofern ein Nationalspieler schwul ist, er seinen Freund tatsächlich richtig geküsst hätte, so wie die anderen ihre Freundinnen.
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#37 *augen reib*Anonym
#38 TomorrowEhemaliges Profil
  • 14.07.2014, 15:53h
  • Frage: Warum müssen hier manche Teilnehmer regelrechte Romane schreiben? Liebe Queer-Redaktion, bitte ändern Sie das. So macht das lesen absolut KEINEN Spass mehr!

    Was Thorpe angeht und die 277.000 EUR: Es bestätigt letztlich meine Sichtweise auf ihn.(gestrige Kommentare) Er würde notfalls auch seine Seele oder seine Großmutter verkaufen, wenn's ihm einen Vorteil verschafft. Seine Motivation sich zu outen ist damit recht offensichtlich. Geschmackloser gehts dann wirklich nimmer. Fazit: Als Sportler sowie als Mensch ist er eine absolute NULL. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
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#39 Bad HomburgAnonym
  • 14.07.2014, 16:41h
  • Wer weiß vielleicht der schon seit längerem an manchen philantropischen Projekten beteiligte Ian Thorpe auch diesmal einen Teil des bekommenen Honorars für gute Zwecke spenden ? Wie z.B. für in seiner Heimatstadt Sydney von einem katholischen Priester, Peter Maher, in dessen Pfarrkirche zu Newtown gestartete Unterstützungsinitiative "LGBTIQ Catholics", die den schwullesbischen Jugendlichen sowie ihren Familien während des Coming Out hilft. Gerade heute hat Peter Maher einen schönen Artikel "Ian Thorpe comes out, but homophobia still alive and well" für "eurekastreet.com" geschrieben.
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#40 userer

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