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Antwort auf Kleine Anfrage
Bundesregierung: Kinder wachsen gut in Regenbogenfamilien auf
- 22. Juli 2014 2 Min.

Kinder wachsen in der Regenbogenfamilie genauso gut auf wie in Hetero-Familien - wenn da die rechtliche Diskriminierung nicht wäre... (Bild: Kevin Prichard / flickr / by-sa 2.0)
Zwar gibt die Bundesregierung zu, dass Kinder mit homosexuellen Eltern nicht schlechter aufwachsen als mit heterosexuellen – Homo-Paare und deren Kinder gleichstellen will sie aber erst nach langer Prüfung.
In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünenfraktion hat die Bundesregierung erklärt, dass Kinder in Regenbogenfamilien aktuellen Studien zufolge keine Nachteile erfahren würden. Sie verweist in dem Schreiben, unter anderem auf die Studie des Bundesjustizministeriums im Jahr 2009, in der empfohlen wird, Homosexuelle im Adoptionsrecht gleichzustellen (queer.de berichtete).
Trotz der generellen Anerkennung der Leistung schwuler und lesbischer Eltern will Schwarz-Rot erst noch prüfen, ob Kinder und Eltern in Regenbogenfamilien die gleichen Rechte erhalten sollen wie in traditionellen Familien. Derzeit dauert etwa die Adoption bei Regenbogenfamilien länger, weil Homo-Paare kein volles Adoptionsrecht besitzen, sondern lediglich nacheinander adoptieren dürfen (Sukzessivadoption). Weil mehr Zeit vergeht, sind die Kinder damit erst später mit zwei Elternteilen abgesichert als Kinder aus Hetero-Adoptionsfamilien.
Die Bundesregierung kündigte lediglich "die Einrichtung eines interdisziplinären Arbeitskreises zum Abstammungsrecht, in dem u.a. ein etwaiger Reformbedarf hinsichtlich homosexueller Elternschaft geprüft werden soll", durch das Bundesjustizministerium an.
Grüne: Merkel hat "homophobes Vorurteil"
Die Grünen kritisieren das Verhalten der großen Koalition scharf: "Die Bundesregierung weiß nichts von der Lebensrealität von Regenbogenfamilien und sie will auch nichts wissen", so Katja Dörner und Volker Beck in einer gemeinsamen Erklärung. "Damit ist das Unwohlsein der Kanzlerin beim Adoptionsrecht gleichgeschlechtlicher Paare entlarvt als das, was es ist: ein blankes homophobes Vorurteil! Das ist jetzt regierungsamtlich". Die Grünen beziehen sich dabei auf eine Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel während des Wahlkampfes 2013 in einer ARD-Sendung, in der sie die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben abgelehnt hatte (queer.de berichtete).
Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD sind keine weiteren Schritte zur Gleichstellung von eingetragenen Lebenspartnern mit heterosexuellen Eheleuten vorgesehen, obwohl die Sozialdemokraten im Wahlkampf bundesweit auf CSDs noch mit dem Slogan "100 Prozent Gleichstellung – nur mit uns!" geworben haben. (dk)














