Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=22003
Home > Kommentare

Einzelkommentar zu:
Illegale Drogen unter Schwulen populärer als unter Heterosexuellen


#9 saltgay
  • 26.07.2014, 07:06h
  • Das ist einmal wieder so eine zweckgebundene Studie. Unter Soziologen ein alter Hut: der Konsum von Drogen steigt in gesellschaftlichen Gruppen, die ständig ein Leben unter Druck, durch wen auch immer, führen. Das war früher die sogenannte "Trunksucht" des 19. Jahrhunderts durch die Verelendung in der Arbeiterklasse. Auch heute finden wir überall auf der Welt bei Bevölkerungsgruppen, die ohne Perspektive sind, oder als Arbeitssklaven missbraucht werden, Suchterkrankungen.

    Die Flucht in die Scheinwelt ist ein klassisches Ventil um innere Spannungen abzubauen. Wenn ich mit einer Studie Aufsehen erregen und Geld verdienen will, was heutzutage zum Alltagsgeschäft universitärer Einrichtungen gehört, dann picke ich mir eine solche Gruppe heraus und untersuche dieses Phänomen. Das Ergebnis steht aber im Groben schon fest. Nun wird das Ganze mit einigen Zahlen garniert und als neueste Erkenntnis der Wissenschaft serviert.

    Das "Nachttöpfchen-Institut" des Herrn Pfeiffer in Hannover arbeitet seit Jahrzehnten nach diesem Prinzip. So korrelierten sie sich die These zusammen, dass die gemeinsame Verrichtung des auf dem "Topfsitzens" in DDR-Kindergärten die Ursache für den Rechtsradikalismus in Ostdeutschland ist.

    Hätte man die Studie zum Konsum illegaler Drogen unter Schülern durchgeführt - man wäre zum gleichen Ergebnis gekommen wie unter der Gruppe von Schwulen und Lesben. Das passt aber nicht in das offizielle Bild. Denn dann hätte sich unweigerlich die Frage aufgedrängt, ob da nicht etwas in der Gesellschaft längst aus dem Ruder gelaufen ist. Bei Kindern regen sich nämlich häufiger Schuldgefühle als bei einer Randgruppe, die man am liebsten komplett verbannen möchte.

    Aber die Frage wäre ja noch viel interessanter, wenn man überlegt, welche Form der Flucht in die Droge produktiv sein könnte? Produktiv im Sinne des "homo oeconomicus". Des Spießers Besäufnis am Freitagabend bei Feuerwehr und Schützenverein, abgerundet durch den Frühschoppen am Sonntag öffnet das Frustventil und sorgt dafür, dass die Untertanen wieder brav am Montag zur Arbeit erscheinen und höchstens jammern, dass das Wochenende wieder einmal zu kurz war. Das ist also systemerhaltend.

    Der unkontrollierte Konsum macht den Herrschern Sorgen, wie jede Störung der Produktivität. Daher wird regelmäßig unter Krokodilstränen eine Drogenproblematik stilisiert, die aber folgenlos ist. Denn die besorgten Eltern, die sich fürchten, dass ihre Blagen möglicherweise durch die Schule zur "Homosexualität verführt" werden, haben gar keine Bedenken sie mit "Ritalin & Co" vollzustopfen, damit sie in Zukunft die elterlichen Karriereträume verwirklicht sehen. Die Gesellschaft heißt den Drogeneinsatz gut, wenn er zur Steigerung der Produktivität eingesetzt wird.

    Wenn sich jemand wundert, warum ständig von Produktivität die Rede ist, sei ihm gesagt, dass in einer marktkonformen Demokratie (Angela Merkel, CDU) der Mensch nur eine Ware ist.

    Was ist daraus zu lernen? Statt den Missbrauch zu bejammern, sollte das Übel an der Wurzel gepackt werden. Es gilt dieses Herrschaftssystem zu beseitigen. Bei genauer Betrachtung zeigt sich nämlich, dass die Suchtproblematik die komplette Gesellschaft zersetzt. In diesem Falle ist Notwehr angezeigt und das Schielen auf mögliche rechtliche Konsequenzen absolut überflüssig. In diesem Sine gilt der alte Sponti-Spruch: "Nicht Picheln und Jammern, sondern Sicheln und Hammern!"
  • Antworten » | Direktlink »

» zurück zum Artikel