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Kommentare zu:
Illegale Drogen unter Schwulen populärer als unter Heterosexuellen


#11 AmselAnonym
#12 teens want funAnonym
#13 auf tripAnonym
  • 26.07.2014, 14:46h
  • Antwort auf #12 von teens want fun
  • Ich arbeite hart, um meine Ziele zu erreichen.« Da stimme ich völlig zu. Nächste Frage, bitte. »Ich bin neuen Eindrücken gegenüber aufgeschlossen.« Aber sicher doch! Nächste Frage? »Ich kann meistens herausfinden, was andere Menschen empfinden.« - Diese Sätze gehören zu einem psychologischen Test namens »Meine Stärken«. Bis vor kurzem mußten englische Erwerbslose ihn absolvieren, sonst drohte ihnen die Kürzung ihres Arbeitslosengeldes.

    Nahmen sie teil, ermittelte ein Computerprogramm aus ihren Antworten ein Persönlichkeitsprofil, das ihre jeweiligen Stärken auflistete. Danach bekamen sie den computergenerierten gutgemeinten Rat, diese Stärken fortan für die Jobsuche zu verwenden.

    Allerdings fand Mitte letzten Jahres ein Blogger heraus, daß das Programm seine Ergebnisse zufällig generierte und völlig unabhängig vom Testverhalten des Klienten schmeichelhafte Persönlichkeitsprofile ausspuckte. Anders gesagt: Arbeitsämter drohten Erwerbslosen erst mit Leistungsentzug, um sie dann mit einem Pseudo-psychotest zum positiven Denken anzuleiten.

    Die Anekdote faßt den gegenwärtigen Zustand der britischen Politik präzise zusammen: »Streng dich an, du schaffst das schon!«. Aber das Ritual wirkt durchsichtig.

    Als der konservative Regierungschef David Cameron vor vier Jahren sein Amt antrat, war die vordringlichste Aufgabe klar: die Staatsfinanzen »wieder in Ordnung zu bringen«. Um dieses Ziel zu erreichen, machte die Regierung genau dort weiter, wo ihre Vorgängerinnen aufgehört hatten. Unter erschwerten, weil krisenhaften Bedingungen dreht auch sie die alte Leier.

    Die Koalitionsregierung aus Konservativen und Liberaldemokraten führt den Klassenkampf von oben dabei deutlich härter und gegen breitere Bevölkerungsschichten als frühere Regierungen. Ihre Leistungskürzungen treffen Schüler, Studierende, Arbeitslose, Kranke, pflegebedürftige Alte und Behinderte. Die sozialen Folgen sind verheerend.

    Der Premierminister propagierte eine zeitlang seine Vision einer »Großen Gesellschaft«, in der ehrenamtliches Engagement staatliche Sozialpolitik überflüssig machen würde.

    Der Ausdruck ist etwas aus der Mode gekommen, seit in den Krankenhäusern Reinigungskräfte pflegebedürftige Menschen füttern und Hausmeister Schulklassen beaufsichtigen, weil es zu wenige Lehrer gibt.

    Die Haushaltspläne der Regierung Cameron sehen vor, die Zahl der Beschäftigten im öffentlichen Dienst ungefähr zu halbieren. Knapp 300.000 Stellen wurden bisher abgebaut. Prekäre und schlechtbezahlte Arbeit hat seit
    2008 massiv zugenommen.

    Etwa eine Million Briten haben mittlerweile einen »Null-Stunden- Vertrag«, ein krasses Beispiel für die vorherrschende Tendenz: Braucht das Unternehmen ihre Arbeit, stehen sie bereit; ansonsten haben sie keinerlei Ansprüche.
    Für wirtschaftspolitische Manöver hat Cameron wenig Raum. Bekanntlich standen 2007 und 2008 einige Banken vor dem Bankrott, wurden aber gerettet.

    Seitdem jongliert die britische Regierung mit diversen, kaum miteinander zu vereinbarenden Forderungen, so wie ein Jongleur, der seine Bälle immer schneller dreht, damit sie nicht zu Boden fallen: Staats- und Privatverschuldung dürfen nicht allzuschnell wachsen, sonst verliert das Pfund Sterling an Vertrauen. In diesem Fall wäre nicht nur der Londoner Finanzsektor bedroht, sondern die Kreditwürdigkeit des ganzen Landes. Andererseits bleibt ohne staatliche Stimuli Wirtschaftswachstum aus - und auch darunter leidet die Kreditwürdigkeit! Im vergangenen Jahr setzten die Rating-Agenturen ein deutliches Warnsignal, als sie die Bonität britischer Staatsanleihen senkten.

    Auch der Weltwährungsfonds warnte die britische Regierung vor zu radikaler Sparpolitik und einem abrupten Schuldenentzug. Die Staatsverschuldung entspricht mittlerweile 88 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das ist mehr als je. Ohne ein »selbsttragendes Wachstum« kann diese Quote nicht sinken.

    Mittlerweile aber geben zwei der drei großen Agenturen dem Land wieder die Bestnote. 2013 wuchs das Bruttoinlandsprodukt um immerhin 1,9 Prozent. Dieser wirtschaftliche Aufschwung beruht auf der Stabilisierung der Weltwirtschaft, vor allem aber auf der expansiven Geldpolitik der Bank of England, die zwischen 2008 und 2012 durch »quantitative Lok-kerung« zusätzliche Pfund Sterling im Gegenwert von 375 Milliarden Euro in Umlauf brachte, auf der starken Abwertung der Währung - und auf einer neuen Immobilienblase.

    Die englischen Hauspreise, die 2008 und 2009 durchschnittlich ein Fünftel ihres Wertes eingebüßt hatten, ziehen wieder stark an. In der Hauptstadt London sind die Preise innerhalb des letzten Jahres (!) um 25 Prozent gestiegen. Auch im Landesdurchschnitt hegen die Hauspreise wieder über dem Niveau von vor dem Crash 2008.

    Die Regierung hat diesen spekulativen Boom bewußt herbeigeführt, um die gesamtwirtschaftliche Entwicklung anzukurbeln. Mit Programmen gegen die »Immobilienarmut« wie »Hilfe zum Kauf« (Right to buy) hat sie den Zugang zu Krediten (und zu neuen Schuldnern) erleichtert, indem der Staat Banken einen etwaigen Ausfall bei Zahlungsunfähigkeit ersetzt oder selbst als Gläubiger von Immobilienkäufern auftritt. Steigende Preise waren die unvermeidliche Folge dieser Fördergelder.

    Der Staat hat die geplatzte Immobilienblase noch einmal aufgepumpt, indem er sozusagen Klebeband auf den löchrigen Luftballon pappte, konkret: Schuldenlöcher mit neuen, nun allerdings staatlichen Schulden stopfte.
    Während die Immobilienpreise neue Rekordhöhen erreichen, sind die Reallöhne im Vergleich zum Stand von 2008 gefallen. Die Mehrheit der Bevölkerung klettert nicht auf der »Immobilienleiter« nach oben, sondern bezahlt immer höhere Mieten, damit die Eigentümer ihre Hypotheken bedienen können. Viele Briten müssen sich mit wachsender Anstrengung gegen den sozialen Abstieg stemmen. Der Charakter des momentanen Pseudoaufschwungs wurde deutlich, als bei einer Meinungsumfrage im Juni eine Mehrheit der Aussage zustimmte, es gäbe eine wirtschaftliche Erholung - aber nicht einmal jeder fünfte angab, er oder seine Familie habe etwas von diesem »Aufschwung«.

    Splendid Isolation
    Massenpsychologische Vereinfachungen und Dramatisierungen verbieten sich, aber offensichtlich haben sich viele Engländer/innen unter dem Eindruck der Krise nach rechts gewendet. Ein bedeutender Teil der Bevölkerung hält die Sparpolitik der Regierung für nötig und fordert sogar noch härtere Maßnahmen gegen Erwerbslose und Einwanderer. Verwundert müssen liberale Briten feststellen, daß auch nationalistische Positionen, die sie für längst beerdigt hielten, quicklebendig sind: Königin und Heimat, der britische Union Jack und das englische Georgskreuz, ein berstender Stolz auf »die beste Armee der Welt«, wie es bei jeder Gelegen¬heit heißt (sofern nicht gerade von Übergriffen auf asiatische und vorderasiatische Zivilisten die Rede ist), eine verbreitete Nostalgie für eine vermeintlich glorreiche imperiale Vergangenheit. Auch in Schottland und Nordirland werden nationalistische Tendenzen stärker.

    Wie in anderen europäischen Ländern profitiert besonders eine nationalistische Partei von der Krise, die gegen die Europäische Union agitiert: die United Kingdom Independence Party (Ukip). Bei der Wahl zum Europäischen Parlament wurde sie mit 26 Prozent der Stimmen in Großbritannien zur stärksten Kraft.

    Die Liberaldemokraten - die einzige Partei, die sich ausdrücklich und eindeutig für die Mitgliedschaft in der Europäischen Union ausspricht -verloren dagegen fast sieben Prozent.

    Die britische Euro-Skepsis hat eine lange Tradition, neu sind die Ursachen für ihren gegenwärtigen politischen Triumph. Wen wundert, daß die Briten sich angesichts der griechischen oder spanischen Entwicklung gegenseitig zu ihrer Entscheidung gratulieren, dem Euro nicht beizutreten? Rechte Europa-Gegner verweisen zutreffend darauf, daß die EU den Peripherieländern eine katastrophale Sparpolitik aufzwingt. Ukip argumentiert vehement gegen militärische Kapazitäten der EU, überhaupt gegen eine gemeinsame europäische Außenpolitik, noch vehementer allerdings für die Aufrüstung der britischen Armee.

    Sozialpolitisch fordert die Partei, kurzgefaßt, niedrigere Steuern für die Reichen und weniger Unterstützung für die Armen. Das erwähnen ihre Vertreter allerdings höchstens am Rande, ihre Kernthemen sind Migration und die nationale Souveränität. Ukip ist »populistisch« insofern, als sich die Partei einen volkstümlichen und rebellischen Anstrich gibt. Gleichzeitig betont sie aber ihren bürgerlich-seriösen Charakter. Mit der EU hat die Partei ein grotesk überzeichnetes Feindbild anzubieten, das unter anderem den Charme hat, die inländische Bourgeoisie als Opfer ausländischer Machenschaften erscheinen zu lassen.

    Würden sich die Briten vom Brüsseler Joch befreien - die Verlautbarungen von Ukip klingen wirklich so - müßte Großbritannien angeblich weniger Einwanderer ins Land lassen, der Druck der Sparpolitik ließe nach und überhaupt herrsche dann wieder »wunderbare Isolation« auf den britischen Inseln. So posiert die Partei als Rebell gegen das Establishment, verkörpert in der EU-Bürokratie. Dafür steht der populäre Ukip-Vorsitzende Nigel Farage, ein ehemaliger Abgeordneter der Konservativen.

    Der volksverbundene Börsenhändler repräsentiert perfekt den verqueren Charakter seiner Partei: Elite, die gegen Elite polemisiert.
    Rechtsdrift der politischen Debatte
    Die etablierten Parteien reagieren bisher auf die Konkurrenz von rechts, indem sie deren Parolen und Positionen übernehmen. Auch wegen dieser innenpolitischen Entwicklung ist die britische Haltung gegenüber der EU kompromißloser geworden.

    Die Debatte über Jean-Claude Juncker als EU-Kommissionspräsident im Juni - in Wirklichkeit eine nebensächliche Perso-nalie - bot dem britischen Premier die Chance, sich als unnachgiebiger Vertreter britischer Interessen darzustellen. Nachdem Juncker gewählt worden war, trat Cameron vor die Presse. »Ich habe von Anfang an klargemacht ... Wir müssen zu unseren Prinzipien stehen... deshalb bin ich heute hart geblieben... ich habe darauf bestanden ...« Manche englischen Kommentatoren waren von diesem Auftritt für das heimische Publikum peinlich berührt.

    In der öffentlichen britischen Debatte steht »Europa« als Chiffre für »Bürokratie« und »Fremdbestimmung«, aber stärker noch für »Einwanderung« und vermeintlich unkontrollierte Landesgrenzen. Migration ist zu einem bestimmenden politischen Thema geworden; jedes soziale Problem - ob Wohnungsnot, Gesundheitsversorgung oder Arbeitslosigkeit -wird medial in diesen Zusammenhang gestellt. In der oben erwähnten Meinungsumfrage nannten 46 Prozent der Befragten als ihre wichtigste ökonomische Sorge, daß »Immigranten britische Arbeiter unterbieten«.

    Für solche nationalistischen, tendenziell rassistischen Tendenzen trägt besonders die Labour Party die Verantwortung. Nach den Wahlerfolgen von Ukip streute der Labour-Vorsitzende Ed Miliband kalkuliert einwanderungsfeindliche Aussagen.

    Der einflußreiche Abgeordnete Jon Cruddas warb für eine verstärkte Wendung der Partei nach rechts: »Labour ist die Partei des Volkes und gewinnt, wenn sie patriotisch ist.« Der Abgeordnete Sadiq Khan veröffentlichte sogar einen offenen Brief an die Ukip-Wähler und entschuldigte sich für die bisherige Migrationspolitik seiner Partei. »Zu viele Menschen haben sich zu lange abrackern müssen«, heißt es da. »Arbeitende Menschen haben zu wenig von dem Wirtschaftswachstum gehabt, im Gegensatz zu den Wohlhabendsten.

    Und in zu vielen Orten drückte die Einwanderung die Löhne nach unten.« Zur gleichen Zeit kündigte die Parteiführung an, sie werde im Falle ihres Wahlsiegs im nächsten Jahr weitere soziale Rechte abschaffen, etwa das Arbeitslosengeid für 18- bis 21jährige.

    Kurz: Was als politisch denkbar und vertretbar gilt, schrumpft in Großbritannien erstaunlich schnell zusammen. Irgendwie, scheint es, sind mittlerweile alle gegen Europa, für weniger Einwanderung und für größere Sparanstrengungen des Staates.

    Es gibt keine Alternative, lautet das berühmte Credo Margaret Thatchers. Die einzige Möglichkeit scheint eine forcierte Verarmung bei vorsichtiger Verschuldung zu sein. So dreht die britische Regierung die alte Leier weiter, solange die sich noch drehen läßt.
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#14 CorumProfil
  • 26.07.2014, 16:14hHamburg
  • Ich kann diese Diskussionen um die *illegalen* Drogen langsam nicht mehr hören.

    Durch die *legale* Droge Alkohol sterben jedes Jahr mehr menschen als durch alle *illegale* Drogen zusammen.

    Ganz besonders eklatant ist das in Bayern, wo es auf der einen Seite keine Fixerstuben gibt und jeder Joint als Trip geradewegs in die Hölle angesehen wird, andererseits aber jedes Jahr die größte Drogenparty der Welt, aka Oktoberfest, gefeiert wird.
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#15 cocamorphAnonym
#16 FoXXXynessEhemaliges Profil
#17 Robby69Ehemaliges Profil
#18 Robby69Ehemaliges Profil
  • 26.07.2014, 19:35h
  • Antwort auf #14 von Corum
  • Da kann ich Dir allerdings nur recht geben. Ich hab noch nie so viel Schnaps-, Bier- und was weiß ich für Leichen gesehen, wie beim Oktoberfest. Zum Kotzen. -

    Und diejenigen, die die Studie gemacht haben, kennen anscheinend auch die Regensburger HETERO-Studenten/Studentinnen nicht. - Wie besoffen die teilweise auf dem Campus lautstark (Zitat: "Hey! Ich bin die Asozialste des Campus!" Zitat Ende) rumbrüllen und das auch noch "toll" finden, ist wirklich kaum auszuhalten. Und dass angeblich so wenig "Hetero-Frauen" rauchen, ist ebenfalls totaler Blödsinn. Zumindest hier in Regensburg ist es so, dass ungefähr 50% aller Hetero-Tussis rauchen. - Und mindestens genausoviel Hetero-Typen qualmen ebenfalls. Und wenn man sich die total durchgeknallte Verhaltensweise vieler Studentinnen/Studenten (oder auch anderer jüngerer Heten) ansieht, dann kann ich auch nicht so recht glauben, dass angeblich nur "so wenig" aller Heteros "illegale Drogen" nehmen sollen...
    Deshalb halte ich diese Studie für einen totalen Quatsch, der nur darauf abzielt, wieder mal Stimmung gegen LGBTIs zu machen.
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#19 ReverserAnonym
#20 LangsamLangsamEhemaliges Profil
  • 27.07.2014, 08:53h
  • Antwort auf #6 von N1989
  • Mit dieser Behauptung, hast Du nicht ganz unrecht. Gestern kam eine sehr gute Reportage auf "Arte" (ja das schaue ich auch). "Welcome to the 90s". Es ging dabei um die Clubszene der Neunziger. Es werden auch immer wieder Interviews gemacht. Unter anderem mit Steve Blame. Ehemals MTV Moderatur und schwul. Er bringt es auf den Punkt. Schwule fühlten sich akzeptiert im Nachtleben, was im Alltag eben nicht funktionierte. Natürlich spielten dabei Drogen eine große Rolle.
    Das zieht sich durch die gesamte Reportage. Wer das anschauen will, gibts noch:

    www.arte.tv/guide/de/051605-001/welcome-to-the-90s-1-4
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