https://queer.de/?22043
- 01. August 2014 2 Min.

Harry Potter wurde mit dem englischen Schauspieler Daniel Radcliffe in der Hauptrolle verfilmt (Bild: Heyday Films)
Wenn Schüler und Studenten die Romane über Harry Potter lesen, haben sie weniger Probleme mit Ausländern oder Homosexuellen.
Eine neue Studie von italienischen und britischen Wissenschaftlern von vier Universitäten kommt zu dem Ergebnis, dass die Akzeptanz schwuler und lesbischer Lebensweisen unter jungen Leuten höher ist, wenn sie die "Harry Potter"-Buchreihe von Joanne K. Rowling gelesen haben. Die Forscher hatten Schüler ab elf Jahren und junge Studenten in Italien und England nach ihren Einstellungen zu Homosexuellen und ausländischen Flüchtlingen befragt. Dabei verglichen sie, ob die Schüler die Buchreihe gelesen haben und inwieweit sie sich mit der Hauptfigur identifizierten.
Dabei kam heraus, dass sich die jungen Menschen umso toleranter zeigten, je mehr sie Harry Potter als Vorbild bewunderten. Sowohl gegenüber Flüchtlingen als auch gegenüber Homosexuellen zeigten die Potter-Fans weniger Vorurteile.
Romanserie zeigt negative Auswirkungen von Diskriminierung
Die Forscher begründeten das Ergebnis damit, dass die Konzepte von Toleranz und Verständnis für andere Personen wesentlich in den Romanen angelegt seien. So interagieren Harry und seine Freunde mit nichtmenschlichen Figuren wie Elfen oder Kobolden, die unter gesellschaftlicher Benachteiligungen leiden. Harry versuche dabei, diese Personen "zu verstehen, und zeigt Verständnis für ihre Situation", heißt es in der Studie. Gleichzeitig sei Lord Voldemort ein Symbol für das absolute Böse. Dabei seien deutliche Anleihen an den Nationalsozialismus sichtbar, da Voldemort wie die Nazis die Welt in wertvolle reinrassige Personen (Magier) und minderwertige Menschen ("Muggel") einteilt.
Die Studie ist unter dem Titel "The greatest magic of Harry Potter: Reducing prejudice" (Harry Potters größter Zaubertrick: Vorurteile zu reduzieren) im Fachmagazin "Journal of Applied Social Psychology" erschienen.
Homo-Hasser haben bereits in der Vergangenheit mehrfach die Buchreihe als antireligiös kritisiert. In den USA gab es mindestens sieben Buchverbrennungen durch evangelikale Fundamentalisten. Hierzulande erklärte die katholische Aktivistin Gabriele Kuby in einem 2003 erschienenen Buch, Harry Potter sei ein "globales Langzeitprojekt zur Veränderung der Kultur". (dk)
Links zum Thema:
» Studie in der Onlineversion von „Journal of Applied Social Psychology“















das ist so'n bisschen, als wenn man behauptet, oft nass zu sein, mache die menschen weniger geneigt, regenschirme bei sich zu tragen. mit solcher küchen-statistik wäre das nämlich leicht zu belegen.