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- 13. August 2014 2 Min.

Mitglieder einer schwul-lesbsichen Atheistengruppe beim CSD in Minneapolis (Bild: fibonacciblue / flickr / by 2.0)
Christlicher Glaube und die Institution Kirche spielen im Leben von LGBT in den Vereinigten Staaten nur eine untergeordnete Rolle, meldet das Meinungsforschungsinstitut Gallup.
Die oft homophoben Ansichten von Glaubensgemeinschaften haben Auswirkungen auf die Religiosität von LGBT: Laut Umfragen des Meinungsforschungsinistituts Gallup liegt der Anteil der gläubigen Lesben, Schwulen, Bi- und Transsexuellen in den USA weit niedriger als in der Gesamtbevölkerung. Demnach bezeichnen sich 24 Prozent der LGBT als sehr religiös. Bei Nicht-LGBT liegt der Anteil bei 41 Prozent. Gar nicht religiös sind knapp die Hälfte der LGBT, aber weniger als ein Drittel der Nicht-LGBT. Die Religiositätswerte von schwulen Männern unterscheiden sich von denen lesbischer Frauen so gut wie überhaupt nicht.
LGBT weisen in allen Altersgruppen niedrigere Werte für religiöse Überzeugungen als die Vergleichsgruppe aus. So sind unter den 18- bis 34-Jährigen nur 17 Prozent von LGBT sehr religiös – und damit nur halb so viele wie unter Nicht-LGBT. In der ältesten Altersgruppe der ab 55-Jährigen ist der Abstand geringer: Hier sind 37 Prozent der LGBT sehr religiös, während die Rate bei Nicht-LGBT bei 46 Prozent liegt.
Exotische Religionen unter LGBT relativ populär
Unter LGBT bezeichnen sich in den USA 35 Prozent als Protestanten und 20 Prozent als Katholiken (Nicht-LGBT: 51 und 25 Prozent). Ein Viertel aller LGBT geht ungefähr einmal wöchentlich zum Gottesdienst (Nicht-LGBT: 42 Prozent).
Die sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität machte bei kleineren Religionen weniger Unterschiede: So bezeichnen sich gleich viele LGBT und Nicht-LGBT als Muslim oder als Jude. Weit höher ist bei LGBT nur die Zahl der Anhänger von nicht-christlichen, jüdischen oder muslimischen Religionen: Die Identifikation mit diesen exotischen Glaubensgemeinschaften liegt mit acht Prozent vier Mal höher als unter Nicht-LGBT.
Gallup macht eine Reihe von Gründen für die Unterschiede verantwortlich: "Einige dieser Gründe ist die Kirchenpolitik und -doktrin, die oft aus historischen Gründen nicht-heterosexuelle Liebe und Beziehungen ablehnt. Andere Gründe sind demografische und geographische Unterschiede in der LGBT-Bevölkerung im Vergleich mit dem Rest". Das Meinungsforschungsinstitut glaubt, dass sich der Unterschied verringern könne, wenn mehr Kirchen gleichgeschlechtliche Beziehungen als gleichwertig ansehen.
Gallup hatte Daten von mehr als 104.000 Befragten bei Blitzumfragen ausgewertet, die zwischen dem 2. Januar und dem 31. Juli durchgeführt worden waren. Gut 3.200 der Befragten hatten sich als lesbisch, schwul, bi- oder transsexuell identifiziert. (dk)
Links zum Thema:
» Umfrage auf der Gallup-Website (auf Englisch)
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