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  • 15. August 2014 59 3 Min.

Andreas Mölzer sitzt für die Freiheitliche Partei Österreichs im Europaparlament (Bild: Wiki Commons / Foto-AG Gymnasium Melle / CC-BY-SA-3.0)

Die AfD fischt für die Landtagswahlen weiter am rechten Rand: In Sachsen hat die Partei einen FPÖ-Politiker eingeladen, der Homosexuelle als "Bedrohung" sieht und am liebsten Wladimir Putin folgen möchte.

Die Alternative für Deutschland hat den österreichischen Europaabgeordneten Andreas Mölzer (FPÖ) zu einem Vortrag in Leipzig eingeladen. Die Veranstaltung soll am 21. August stattfinden – zehn Tage vor der Landtagswahl im Freistaat Sachsen. Die Veranstaltung über die "Chance für patriotische Parteien" wurde gemeinsam mit der "Patriotischen Plattform" organisiert, einem deutschnationalen Zusammenschluss von AfD-Mitgliedern. Mölzer ist wegen rassistischen und homosexuellenfeindlichen Äußerungen umstritten.

AfD-Politiker Roland Ulbrich, einer der Veranstalter des Mölzer-Vortrags, spielt die extremistischen Positionen Mölzers herunter: "Wir sehen ihn mittlerweile als Elder Statesman, nicht als Wahlkampfredner", erklärte das ehemalige FDP-Mitglied gegenüber "Spiegel Online". Er verteidigte Mölzer auch gegen Kritik an der Nutzung des Wortes "Negerkonglomerat", das selbst innerhalb der FPÖ kritisiert worden war. Mölzer hatte dieses Wort in einer Tirade über die Europäische Union benutzt – und die EU dabei auch mit dem Dritten Reich verglichen. Die Bezeichnung "Negerkonglomerat" sei aber "nicht so wild", befand Ulbrich nun.

"Ich bin auf der Seite Putins"

Mölzer hatte auch wiederholt gegen Homosexuelle polemisiert. So erklärte er in einem Interview mit "Die Presse" im März, dass Homosexualität "zu einem gesellschaftlichen Phänomen hochstilisiert" werde. Er lobte ausdrücklich den russischen Präsidenten Wladimir Putin für sein Gesetz gegen Homo-"Propaganda": "Ich bin auch in dieser Sache auf der Seite Putins, der sagt: Das soll jeder machen, wie er will, aber Propaganda dafür lehne ich ab".

Wenige Monate zuvor hatte er in einer Pressemitteilung erklärt, Putin werde sich "sicherlich nicht von der internationalen Homo-Lobby beeinflussen lassen. Wie nämlich das Gesetz zum Verbot der Homo-Propaganda zeigt, werden in Russland Werte wie Ehe und Familie noch hochgehalten. Davon kann sich der Westen, der sich ständig als moralisch überlegen geriert, ein großes Stück abschneiden".

Mölzer: Homosexuelle vergewaltigen Kinder

In seinem Blog stellte Mölzer auch Homosexuelle mit Kinderschändern gleich. So heißt es in einem Eintrag: "Die Tatsache, dass aktive Homosexuelle allzu häufig keineswegs ein Sexualleben mit in Ehren ergrauten Frisuren anstreben, sondern eben den Verlockungen der Knabenliebe erliegen – allzumal wenn sie in diversen schulischen Institutionen, Internaten und dergleichen tätig sind – wird verschwiegen und verdrängt".

Er hatte auch in einem Chat gesagt, er sei froh, dass seine nächsten Familienmitglieder nicht schwul seien: "Da von meinen 6 Kindern 4 Söhne sind, muss ich aber sagen, dass es für mich persönlich eine Katastrophe gewesen wäre, wenn einer von ihnen schwul wäre". Dabei kritisierte er, dass bei der Charity-Veranstaltung "Life Ball" Homosexualität zu einem "gesamtgesellschaftlichen Vorbild hochstilisiert" und als "zeitgemäßer 'lifestile' (sic) heroisiert" werde.

In Koblenz hatte die AfD zuletzt für Aufregung gesorgt, als sie die Hissung der Regenbogenfahne vor dem Rathaus als "ungebührliche Vereinnahmung" kritisierte und der homosexuellen "Lobby" vorwarf, eine "privilegierte Sonderstellung" für Schwule und Lesben anzustreben (queer.de berichtete). Erst vor zwei Wochen verließ der ehemalige bayerische Parteisprecher die AfD und warf seinen Ex-Parteifreunden vor, sich gegen Homosexuelle "austoben" zu wollen (queer.de berichtete).

Umfragen sagen der AfD bei den Landtagswahl derzeit fünf bis sieben Prozent der Stimmen voraus. Damit könnte die Partei erstmals in ein deutsches Landesparlament einziehen. (dk)

-w-

#1 Torsten_Ilg
  • 15.08.2014, 13:58h
  • So eine gemeinsame Veranstaltung mit diesem Herrn Mölzer ist untragbar. Die AfD missbilligt diese Veranstaltung. Eine Provinzposse.
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#2 Just meAnonym
  • 15.08.2014, 14:01h
  • "Da von meinen 6 Kindern 4 Söhne sind, muss ich aber sagen, dass es für mich persönlich eine Katastrophe gewesen wäre, wenn einer von ihnen schwul wäre"

    Für mich persönlich wäre es eine Katastrophe, einen solch strohdoofen homophoben Hetentroll als Vater zu haben. Der wäre schneller im Altenheim verschollen, als er sagen könnte 'mein Arsch ist noch Jungfrau'...
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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 15.08.2014, 14:02h
  • Zwielichtige Gestalten sind immer für Schlagzeilen gut; mittlerweile ist es sogar in Mode gekommen, daß ein Vorbestrafter einen Warenhauskonzern für den symbolischen Euro übernehmen darf!
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