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Gallup-Umfrage
Homofreundlichkeit: Holland top, Pakistan flop
- 28. August 2014 2 Min.

In vielen Teilen der Welt müssen Schwule und Lesben ihre Homosexualität geheim halten (Bild: gazeronly / flickr / by-nd 2.0)
Nur 28 Prozent der Weltbevölkerung halten ihre Heimat für einen lebenswerten Ort für Homosexuelle – dabei gibt es riesige regionale Unterschiede.
In 123 Ländern befragte Gallup im Jahr 2013 Einwohner, ob ihre Stadt oder Region ein "guter Ort" für Homosexuelle sei. Am Mittwoch stellte das amerikanische Meinungsforschungsinstitut die Ergebnisse vor: Demnach beantworteten weltweit insgesamt 28 Prozent die Frage mit "Ja". Am homofreundlichsten sehen sich die Niederländer, hier bejahten 83 Prozent die Frage. Am wenigsten Zustimmung gab es in Pakistan und im Senegal. Hier antworteten jeweils nur ein Prozent mit "Ja".
In der Spitzengruppe tummeln sich insbesondere europäische sowie nord- und südamerikanische Länder. Nach den Niederlanden folgen mit Island (82 Prozent), Kanada (80 Prozent) und Spanien (79 Prozent) drei Länder, die die Ehe für Schwule und Lesben bereits geöffnet haben. Auf Platz fünf bis sieben rangieren Großbritannien, Irland und Belgien. Die USA liegen auf Rang zwölf, Deutschland schafft es mit einer Rate von 62 Prozent auf Rang 19 – hinter Italien, aber vor Costa Rica und Frankreich. Österreich liegt auf Platz 23 (56 Prozent).
In Europa schneiden Albanien mit Platz 119 (drei Prozent) sowie Moldawien und der Kosovo, die beide mit sieben Prozent auf Rang 101 liegen, am schlechtesten ab. Insgesamt werden neben Pakistan und dem Senegal Afghanistan, Äthiopien, Indonesien, Mali und Uganda am schlechtesten bewertet.
Keine Befragung in Iran und Co.
In vielen Krisenstaaten mit einer ausgeprägten Staatshomophobie konnten die Meinungsforscher die Fragen nicht stellen, weil sie als "zu sensibel" gelten. Dabei handelt es sich um Ägypten, Marokko, Saudi-Arabien, Jordanien, Iran, Nigeria, Bahrain, Bhutan, Irak, Kuwait, Tadschikistan, Turkmenistan, die Vereinigten Arabischen Emirate, Usbekistan und Jemen. Laut Gallup lasse die Umfrage erkennen, wie weit außerhalb westlicher und südamerikanischer Staaten homophobe Einstellungen verbreitet sind.
"Diese Ergebnisse zeigen, wie schwierig es für viele Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle ist, ihre sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität ohne erhebliches Risiko zu leben", erklärte der Juradozent Gary Gates von der University of California in Los Angeles. "Damit kann man erklären, warum rechtliche und gesellschaftliche Veränderungen in vielen Regionen der Welt so langsam vorangehen, insbesondere auf dem afrikanischen Kontinent. Wenn die große Mehrheit denkt, dass ein Land nicht sicher ist für Schwule und Lesben, bleibt die LGBT-Sichtbarkeit niedrig und ein offeneres Klima stellt sich nur extrem langsam ein". (dk)
Links zum Thema:
» Alle Ergebniss auf gallup.com















Die Niederlande und die Skandinavier waren uns immer schon meilenweit voraus - in allen Bereichen.