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- 30. August 2014 3 Min.

Der 19-jährige Daniel Pierce machte öffentlich, wie er von seiner Familie wegen seiner Homosexualität aus dem Haus geworfen wurde
Ein Video, wie der Amerikaner Daniel Pierce von seiner Familie beschimpft und geschlagen wird, ging um die Welt. Inzwischen scheint die Story bestätigt.
Es ist ein verstörendes Video, eher ein Tonmitschnitt, der seit Donnerstag in sozialen Netzwerken die Runde macht. Es zeigt, wie der 19-jährige Daniel Pierce offenbar wegen seines Schwulseins von seiner Familie aus dem Haus geworfen und sogar geschlagen wird.
Bereits im letzten Oktober hatte sich der junge Mann als schwul geoutet, anfänglich offenbar ohne Probleme. Am Mittwoch empfing ihn die Familie zu einer Art Intervention, wie man sie sonst bei Süchtigen macht. Während sein Vater, seine Großeltern, seine Stiefmutter und deren Schwester auf ihn einredeten, nahm Pierce das Video auf. Aus Selbstschutz, wie er sagt.
In dem Video beschwert sich die Stiefmutter, er habe die Wahl getroffen, schwul zu sein, um dann zu sagen: "Du musst ausziehen". Denn sie wolle nicht, dass die Leute denken, sie würde die Homosexualität dulden. Als der religiös angehauchte Streit eskaliert, schlägt sie auf Pierce ein. Zum Schluss sagt der Vater, der eigene Sohn sei "eine Schande".
Nachdem der Freund von Pierce das Video auf Youtube hochgeladen hatte, wurde es zum viralen Hit. Innerhalb von drei Tagen wurde es 3,8 Millionen Mal angesehen. Manche LGBT-Nachrichtenseiten veröffentlichten gleich eine ganze Serie von Artikeln zum Thema, noch bevor die Identität des jungen Mannes geklärt und seine Geschichte verifiziert war.
Bei Freund untergebracht
Pierce ist inzwischen bei einem Freund untergekommen, er spricht von seiner Wahlfamilie. Eine Tante des jungen Mannes hat den Vorfall am Freitag in Grundzügen gegenüber Medien bestätigt. Inwieweit wirklich nur die Homosexualität zu dem Konflikt führte, scheint allerdings unklar.
Zu seinen Eltern will Pierce seit dem Vorfall keinen Kontakt gehabt haben. "Der Ball liegt nun bei ihnen", sagte er am Freitag in einem Interview mit einer örtlichen TV-Station. Auf ihre Unterstützung sei er, der studiert und nebenbei in einer Tierhandlung arbeitet, aber nicht mehr angewiesen.
Er hoffe, dass er viele Menschen darauf habe aufmerksam machen können, "dass so etwas noch passiert", so Pierce. "Sie sehen all die positiven Entwicklungen und das Negative wird selten gezeigt."
Dunkle Seite Amerikas
Noch bevor Details der Story bestätigt waren, wurden online Spenden für den jungen Mann gesammelt. Inzwischen liegt die Summe bei 94.000 US-Dollar. Pierce hat versprochen, einen Teil an das Projekt Lost and Found in Atlanta zu spenden, das sich um obdachlose LGBT-Jugendliche kümmert.
In New York gibt es Schätzungen, wonach über die Hälfte der rund 4.000 obdachlosen Jugendlichen einer sexuellen Minderheit angehören. Oft wurden die Jugendlichen von ihren Eltern nach ihrem Coming-out auf die Straße gesetzt. Auch abseits der größten Metropolen, in die es die Kids zieht, existiert das Problem: In Massachusetts kam eine Studie vor drei Jahren zu dem Ergebnis, dass ein Viertel junger Homosexueller obdachlos sei – bei Heterosexuellen betrage der Anteil nur 3,2 Prozent (queer.de berichtete).
Hilfsprojekte wie das Ali Forney Center in New York mit rund 100 Schlafplätzen sind nicht ausreichend vorhanden und chronisch unterfinanziert, auch ist die Spendenbereitschaft nicht sonderlich hoch. Selbst von Zentren veröffentlichte Videos, in denen die Jugendlichen von ihrem Alltag erzählen, finden auf Youtube und bei LGBT-Medien normalerweise kaum Interesse.
Mit dem Online-Stellen des Videos hat Pierce ein Schlaglicht auf diese dunkle Seite Amerikas geworfen, obwohl er selbst offenbar trotz des Ausstoßes durch die Familie nicht von Obdachlosigkeit bedroht scheint. Ob diese Aufmerksamkeit viel an der Lage der obdachlosen LGBT-Jugendlichen ändert, ist allerdings fraglich – viele Medien, wie "Bild" in Deutschland, nutzen das Video analog zu Familienstreit-Sendungen im Fernsehen vor allem zur Unterhaltung der Leser und weniger zur Information.
Fraglich ist auch, ob Pierce sich mit dem Video selbst einen Gefallen getan hat. In Deutschland wäre die Veröffentlichung eines entsprechenden Videos übrigens rechtlich problematisch: wegen der Persönlichkeitsrechte der Beteiligten und wegen des Verbots von heimlichen Tonaufnahmen. (nb)













Nach 20 Sekunden wollte ich eigentlich abbrechen, die religiösen Argumente seiner Stiefmutter waren nicht auszuhalten!!!!
Was für ein Recht sie sich doch bitte da herausnimmt?!
Ich hätte zurückgeschlagen!!!
Ich finde es aber gut, dass er es veröffentlicht hat, bleibe aber ein weiteres Mal erstaunt darüber, wie krass einige Amerikaner sein können.