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Traditioneller Szeneladen

Hamburg: Männerschwarm schließt

  • 05. September 2014 32 2 Min.

Seit 2002 fand man die Buchhandlung in St. Georg (Bild: Männerschwarm / Facebook)

Im nächsten Januar geht die 34-jährige Geschichte des schwulen Buchladens zunächst zu Ende. Der Verlag bleibt bestehen.

Die schwul-lesbische Buchhandlung "Männerschwarm" schließt im Winter ihr Ladenlokal an der Langen Reihe in Hamburg. Der Mietvetrag werde zum 31. Januar 2015 gekündigt, teilten die Betreiber jetzt auf ihrer Webseite mit, auch werde die Buchhandlungs-GmbH aufgelöst.

Man sei bemüht, "ein Geschäftsmodell für die Zeit nach der Schließung zu finden", so die Mitteilung. Der gleichnamige Verlag bleibt bestehen, er sitzt seit dem 1. August in neuen Büroräumen am Steindamm.

"Das Leseverhalten nicht nur von Schwulen und Lesben sowie das Sehverhalten von Filmen und Serien hat sich bei vielen Menschen in den letzten Jahren grundlegend verändert", heißt es zur Begründung der Schließung. "Zudem haben sich die Veröffentlichungswege (nicht nur) schwul-lesbischer Literatur und Unterhaltungsmedien stark verschoben."

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Erster schwuler Ausbildungsbetrieb

Der Buchladen war am 12. Juni 1981 am Neuen Pferdemarkt (zwischen Schanzenviertel und St. Pauli) eröffnet worden, als Projekt aus der Schwulenbewegung heraus innerhalb einer Homolulu GmbH. Der erste schwule Ausbildungsbetrieb zog 2002 nach St. Georg an die Lange Reihe 102.

"Wir bitten von Beileidskundgebungen abzusehen", schreiben die Betreiber. Man freue sich stattdessen auf konstruktive Ideen – und Kunden bis zur Schließung. Diese erwarte ein "spannendes Herbstprogramm" mit Lesungen und "ein rauschendes Weihnachtsgeschäft". (nb)

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#1 NicoAnonym
  • 05.09.2014, 11:14h
  • Wirklich sehr schade!

    Eine Institution schließt und eine Ära geht zu Ende. Das ist sicher auch teilweise schuld skrupellose Online-Konzerne wie Amazon & Co, die für ihre Profite und ihr ungebremstes Wachstum über Leichen gehen...

    Die nicht nur die eigenen Mitbewerber ausnützen, sondern auch alle Wettbewerber kaputt machen wollen, um dann danach selbst die Regeln zu diktieren.
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#2 RalfAnonym
  • 05.09.2014, 11:50h
  • Es hat sich grundlegend was geändert. Früher traute man sich nicht, schwule Bücher im üblichen Handel zu kaufen (in der Regel ja erst mal zu bestellen, weil sie nicht vorrätig waren). Heute schaut man im Internet nach, was es an schwulen Büchern gibt, und geht in die nächste Buchhandlung. Die Scham ist weitgehend gefallen. Gutes Zeichen für unsere Akzeptanz in der Gesellschaft und vor allem für unser Selbstbewusstsein - aber schlecht für unsere sogenannte Subkultur, zu der schwule Buchläden mal unabdingbar gehörten.
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#3 Julian SAnonym
  • 05.09.2014, 12:11h
  • Antwort auf #2 von Ralf
  • Man darf auch nicht vergessen, dass die Auswahl in schwulen Buchhandlungen (wie bei allen Spezialbuchhandlungen) eben nun mal in diesem Bereich deutlich größer ist. Und die Verkäufer wissen natürlich in dem Bereich auch viel besser bescheid.
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