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Antwort auf Kleine Anfrage
Bundesregierung lobt grün-roten Bildungsplan
- 08. September 2014 2 Min.

Aufnahme aus einem Sommercamp für queere Kinder, die Realität sieht anders aus: "Viele Transsexuelle und Transgender leben ihr gewähltes Geschlecht aus beruflichen Gründen nicht und sowohl trans- als auch intergeschlechtliche Menschen haben Angst vor Diskriminierungen" (Bild: Lindsay Morris)
In einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken zur "sozialen Lage Transsexueller, Intersexueller und Transgender" freut sich die Bundesregierung über "eine erfreuliche Vielzahl von guten Maßnahmen".
Die Bundesregierung hat in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion eine positive Bilanz über den Umgang mit Transsexuellen, Intersexuellen und Transgendern in Deutschland gezogen. "Aus Sicht der Bundesregierung gibt es inzwischen eine erfreuliche Vielzahl von guten Maßnahmen, Beratungs- und Aufklärungsangeboten zugunsten trans- und intergeschlechtlicher Menschen", heißt es in der Antwort, die queer.de vorliegt. Allerdings gebe es im ländlichen Raum noch viel Nachholbedarf. Es fehle sowohl an Angeboten als auch an "Wissen und Kompetenz bezüglich des Umgangs mit den betroffenen Personengruppen". Daher müssten "spezialisierte Beratungs- und Unterstützungsstrukturen" flächendeckend ausgebaut und finanziell abgesichert werden.
Es wird beklagt, dass viele Transsexuelle "ihr gewähltes Geschlecht aus beruflichen Gründen nicht aus[leben]" und das "sowohl trans- als auch intergeschlechtliche Menschen Angst vor Diskriminierungen" hätten. Insbesondere die Geschlechtertrennung am Arbeitsplatz führe zu Problemen. Als Beispiel wird die Toilettennutzung genannt. "Es fehlt an Informationen und Erfahrungen, um mit dem Thema Trans* angemessen umzugehen", so die Regierung.
In der Antwort wird auch der umstrittene Bildungsplan der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg lobend erwähnt: "Im Rahmen der Bildungsplanreform in Baden-Württemberg soll die Toleranz und Akzeptanz von sexueller Vielfalt künftig im Schulunterricht stärker verankert werden", heißt es. Dabei macht im Südweststaat die CDU offen Stimmung gegen den Bildungsplan. Teile der Partei beteiligen sich sogar an homophoben Demonstrationen in Stuttgart, in denen Homosexuelle mit Kinderschändern gleichgesetzt werden (queer.de berichtete).
Die Bundesregierung benennt in der Antwort auch weitere Initiativen aus anderen Bundesländern als positive Entwicklung.
Linke: Neue Fördermittel notwendig

Harald Petzold (Linke)
"Ich begrüße es, dass die Bundesregierung nun Bildungspläne und Akzeptanzinitiativen zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt als positive Beispiele anführt", erklärte am Montag Harald Petzold, der queerpolitische Sprecher der Linksfraktion.
Der Bundestagsabgeordnete aus Brandenburg appellierte an die Bundesregierung und an die Länder, mehr zu tun: "Gerade Transsexuelle, Intersexuelle und Transgender sind in ihrem Leben in Deutschland mit Diskriminierungen konfrontiert und ihre soziale Lebenssituation kann zumeist als prekär bezeichnet werden". Er nannte Initiativen wie Unisex-Toiletten als "hilfreich", appellierte aber an den Bund, "die soziale Not der Betroffenen stärker in den Fokus zu rücken". Die Linke wolle daher für neue Fördermittel werben. (dk)














