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  • 11. September 2014 10 2 Min.

"Raumschiff Enterprise"-Darsteller George Takei versteckte jahrzentelang seine Homosexualität - bis er aus Wut über das Verbot der gleich­geschlechtlichen Eheschließung 2005 aus dem Schrank kam

Eine Umfrage unter tausenden Hollywood-Schauspielern zeigt, dass die Filmmetropole nicht immer tolerant gegenüber Homo- und Transsexuellen ist.

Mehr als die Hälfte der schwulen, lesbischen und bisexuellen Schauspieler haben sich in Hollywood schon homophobe Kommentare von Regisseuren anhören müssen. Das ist eines der Ergebnisse einer Studie der staatlichen Universität von Los Angeles (PDF). Die Forscher haben insgesamt 5.700 Mitglieder der Schauspielergewerkschaft SAG-AFTRA befragt. Demnach glauben 53 Prozent von LGBT-Schauspielern, dass Regisseure und Produzenten Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen gegenüber negativ eingestellt seien.

Viele Schauspieler haben bereits persönlich Diskriminierung erfahren. Dabei trifft es Homosexuelle eher als Bisexuelle und Männer eher als Frauen: So sagen 20 Prozent der schwulen Männer, sie seien wegen ihrer sexuellen Orientierung im Beruf schon diskriminiert worden – bei lesbischen Frauen lag der Anteil bei 13 Prozent, bei bisexuellen Männern bei zehn Prozent und bei bisexuellen Frauen bei sechs Prozent.

"Große Hürden" für LGBT

"Wir haben herausgefunden, dass LGBT-Schauspieler größere Hürden zu überwinden haben, um eine Rolle zu erhalten", erklärten die Autorinnen der Studie, die Wirtschaftswissenschaftlerin M.V. Lee Badgett und die Verwaltungswissenschaftlerin Jody Herman.

In der Studie sind auch anonym persönliche Zitate von Schauspielern vermerkt, die bereits Zeuge von Diskriminierung geworden sind. Darin heißt es etwa: "Ein Regisseur hat mir gesagt, er werde die Hauptrolle neu besetzen, weil er herausgefunden hat, dass der Schauspieler schwul ist". In einer anderen Erklärung heißt es: "Ein offen schwuler Komparse wurde gefeuert, weil der Hauptdarsteller ihn nicht um sich herum haben wollte". Auch Transsexuelle würden oft wie Aussätzige behandelt. So werde ihnen etwa der Zugang zu Umkleideräumen verwehrt.

Der Studie zufolge hatten sich 53 Prozent der lesbischen und schwulen Schauspieler gegenüber "allen oder den meisten" ihrer Kollegen geoutet. Gegenüber ihren Schauspielagenten waren es nur 36 Prozent und gegenüber Produzenten oder anderem Führungspersonal der Branche verschwindend geringe 13 Prozent. (dk)

#1 SebiAnonym
  • 11.09.2014, 20:09h
  • Das würde sich sicher auch ändern, wenn einige schwule und lesbische Schauspieler der ersten Rige sich outen würden.
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#2 Baer2014Anonym
  • 12.09.2014, 01:43h

  • Dieser Artikel kommt mir wie gerufen. Mit dem Thema befasse ich mich seit dem Suizid von Heath Ledger sehr intensiv.

    Worunter schwule Schauspieler in Hollywood leiden habe ich für mich, als das "Rock-Hudson-Phänomen" bezeichnet.

    Bis auf wenige Ausnahmen (meistens Comedy-Stars wie Jim Parsons, um einen aktuellen Star zu nennen) leben die meist extrem gutaussehenden Schauspieler ein Doppelleben, haben Scheinfreundinnen oder gehen sogar Scheinehen ein. Es ist nicht schwer für mich, rauszufinden ob einer von denen schwul ist oder nicht. Suchmaschine, engl. Wikipedia "personal life" etc. - warum ich das mache? Die Jungs tun mir leid und für mich ist die Recherche danach und das "zwischen den Zeilen lesen" zu einem Hobby geworden.

    Außerdem ist es mal wieder eine Schrank-Gemeinde, die mit einem Coming-Out massiv viel Gutes bewirken könnte, es aber mehrheitlich nicht tut.

    Der britische Schauspieler Rupert Everett geht sogar soweit, daß er sein frühes Coming-Out bereut, weil es seiner Karriere geschadet hat - aber seiner psychischen Gesundheit hat es genutzt, würde ich ihm sagen, hätte ich die Gelegenheit mit ihm zu sprechen.

    Ich dachte immer, die Hollywoodschauspieler hätten eine gute Gewerkschaft? Den Schutz vor Diskriminierung beinhaltet diese wohl nicht.

    In diesem Themenkomplex liegt auch m.E. begründet, warum in Hollywood-Filmen sowenig schwule und lesbische Thematik drin ist und wir uns als Filmfans seit langem mit teuren Nischenprodukten auf DVD abspeisen lassen müssen. Wenn mehr schwule und lesbische Stars offen wären, würde sich auch diese Problematik fast von selbst lösen.

    Wir brauchen mehr vom Typ eines James Franco dem irgendwann in einer Talkshow der Kragen geplatzt ist: "...you know what, I AM GAY..." - und gerade ihn hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt, trotz seiner diversen schwulen Rollen, nicht auf meinem Radar, was für seine Schauspielkunst spricht.

    Und da liegt der Hund begraben, da ein Schauspieler ja auch sein (für die Öffentlichkeit sichtbares) Privatleben spielen kann - für manche, wie Heath Ledger endete das allerdings tödlich, der m.E. in Brokeback Mountain sein eigenes Schrank-Leben nachgespielt hat und daran zerbrach - und das verzeihe ich Hollywood nie.
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