Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?22288
  • 13. September 2014 42 3 Min.

Spontandemo der Konferenzteilnehmer zum Belgrader Rathaus, darunter auch der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung Christoph Strässer (Mitte) (Bild: LSVD)

Der Teilnehmer einer LGBT-Konferenz in Belgrad wurde von Unbekannten überfallen. Menschenrechtsbeauftragter der Bundesregierung beteiligt sich an Spontandemo.

Zu Update springen: (14.10., 13:45 Uhr)

Die Belgrader Konferenz "The Future belongs to us: LGBT Rights on the Road to the European Union" wurde von einem mutmaßlichen Hassverbrechen überschattet. In der Nacht zum Samstag wurde nach Angaben des LSVD ein deutscher Teilnehmer Opfer einer brutalen Gewalttat. Der 27-Jährige wurde von Unbekannten in der Innenstadt lebensgefährlich am Kopf verletzt und befindet sich in intensiv-medizinischer Behandlung.

Die Tat scheint einen fremdenfeindlichen und homophoben Hintergrund zu haben. Eine Sprecherin der Bürgerrechtsorganisation Labris, die die Konferenz gemeinsam mit der Hirschfeld-Eddy-Stiftung des LSVD veranstaltete, sagte, der Deutsche sei am frühen Morgen von einer Gruppe junger Männer angegriffen worden. Diese hätten ihm mit einem gläsernen Aschenbecher auf den Kopf geschlagen und geschrien: "Wir wollen keine Fremden in Belgrad!" Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.

Demonstration zum Belgrader Rathaus

Die viertägige Konferenz wurde am Samstagmorgen unterbrochen. Es fand eine Pressekonferenz statt, an der auch der deutsche Botschafter Heinz Georg Wilhelm sowie ein Mitglied der serbischen Regierung teilnahmen. Der serbische Innenminister Nebojsa Stefanovic hat inzwischen den Botschafter angerufen und seine Erschütterung zum Ausdruck gebracht. Er sicherte zu, alle Anstrengungen zu unternehmen, die Täter zu ermitteln. "Wir werden nicht erlauben, dass solche Dinge unbestraft bleiben", sagte er.

Im Anschluss fand eine Demonstration statt. Mehrere hundert Konferenz-Teilnehmer und Aktivisten marschierten vom Konferenzort zum Belgrader Rathaus. Daran nahmen neben dem deutschen Botschafter auch der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechte Christoph Strässer (SPD) und ein Mitglied der serbischen Regierung teil. Die Demonstration wurde von der Polizei begleitet und geschützt.

Die Konferenz, die am Sonntag endet, wird in Abwandlung zum geplanten Programm nun über Anti-Diskriminierungspolitik beraten und eine Resolution an die serbische Politik und Gesellschaft zur Bildung eine Bündnisses gegen Hass-Verbrechen erarbeiten, teilte die Hirschfeld-Eddy-Stiftung mit.

Homophobes Klima in Servien

Bereits mehrfach kam es in Serbien zu Übergriffen von Rechtsradikalen auf Lesben und Schwule. In zwei Wochen soll in der Hauptstadt Belgrad ein CSD stattfinden. Bei der letzten Pride-Demo wurden dort 2010 mehr als 150 Menschen verletzt, nachdem rechtsextreme Gegendemonstranten Krawalle provoziert hatten (queer.de berichtete). Seitdem wurden solche Märsche "aus Sicherheitsgründen" immer wieder verboten. Das Europaparlament hat das EU-Beitrittsland Serbien deshalb mehrfach kritisiert (queer.de berichtete). (cw)


 Update  14.09.2014, 13:45 Uhr: Mutmaßliche Täter festgenommen

Serbischen Medienberichte zufolge konnte die Polizei am Sonntag die drei mutmaßlichen Täter festnehmen. Nähere Angaben wurden bislang nicht gemacht. Eine Überwachungskamera hatte die Tat festgehalten.

Das offensichtlich aus Halle stammende Opfer ist nach einer Not-OP wieder bei Bewusstsein. "Der junge Mann aus Deutschland, der letzte Nacht in Belgrad zusammengeschlagen wurde, nimmt seine Umgebung war, kann seine Hände und Füße bewegen und ist in der Lage, zu sprechen", sagte der Direktor des Clinical Center of Serbia, Miljko Ristic, gegenüber der Agentur Tanjug.

#1 NicoAnonym
  • 13.09.2014, 16:17h
  • Schlimm, was da in Serbien abgeht.

    Wenn man überlegt, dass die in die EU wollen... Da muss sich aber erst noch einiges ändern...
  • Direktlink »
#2 Baer2014Anonym
  • 13.09.2014, 16:37h

  • Die Aufnahme von Ländern des ehemaligen Ostblocks und Jugoslawiens hat die EU massiv nach rechts verschoben.

    Gab es eine Alternative dazu? Fragt mich was leichteres!

    Sollte man Serbien in die EU aufnehmen? M.E. NEIN! Sollten die ethnischen Konflikte zwischen z.B. Kroatien und Serbien wieder aufflammen und beide sind in der EU, dann haben wir das, was die EU als "Friedensprojekt" ja verhindern sollte: Krieg in Europa...

    Serbien ist tief-orthodox und vielleicht hängt dieses Hassverbrechen ja mit der orthodoxen Hetzveranstaltung in Moskau zusammen (Kyrill, FPÖ etc.) - die zeitliche Nähe legt das fast nahe!?
  • Direktlink »
#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 13.09.2014, 16:58h
  • Ich wünsche dem Opfer baldige Genesung!
  • Direktlink »

Kommentieren nicht mehr möglich
nach oben
Debatte bei Facebook

Newsletter
  • Unsere Newsletter halten Dich täglich oder wöchentlich über die Nachrichten aus der queeren Welt auf dem Laufenden.
    Email: