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  • 16. September 2014 18 2 Min.

Der Tschad plant, erstmals im Strafgesetzbuch Homosexualität zum Vebrechen zu erklären (Bild: Mariya Umama / flickr / by 2.0)

Der Verfolgungsdruck auf Homosexuelle in Afrika nimmt weiter zu: Jetzt droht die ehemalige französische Kolonie Schwulen und Lesben erstmals mit langjährigen Haftstrafen.

Das neue Strafgesetz des Tschad sieht erstmals vor, Homosexualität ausdrücklich strafbar zu machen. Wie der französische Auslandssender RFI meldet, hat der Ministerrat ein neues Strafgesetzbuch beschlossen. Es muss noch vom Parlament abgenickt werden. Menschenrechtsaktivisten hoffen, dass im Beschlussverfahren die Strafbarkeit von Homosexualität noch abgewendet werden kann.

Das Gesetz soll homosexuelle Handlungen mit Geldstrafen bis zu 500.000 CFA-Francs (760 Euro) sowie Haftstrafen von 15 bis 20 Jahren belegen. Die Regierung erklärte, dass diese neue Bestrafung eingeführt werde, "um die Familie zu schützen und die Wünsche der Gesellschaft zu erfüllen".

Neben der Kriminalisierung von Homosexuellen soll als zweite große Reform im neuen Strafgesetzbuch die Todesstrafe abgeschafft werden. Ersetzt werden soll sie durch eine lebenslängliche Haftstrafe ohne Chance auf eine vorzeitige Entlassung.

Homosexuelle leben versteckt

Bislang war Homosexualität im Tschad nicht ausdrücklich verboten. Schwule und Lesben leben wegen der gesellschaftlichen Tabuisierung jedoch fast immer versteckt. Eine kleine LGBT-Community gibt es nur in der Hauptstadt N'Djamena, LGBT-Organisation sind im Land jedoch gänzlich unbekannt. In einem Menschenrechtsbericht des US-Außenministeriums heißt es über das zentralafrikanische Land: "Es gibt wenig Berichte von Gewalt oder Diskriminierung gegen LGBT-Menschen, aber das ist meist darauf zurückzuführen, dass solche Personen diskret mit ihrer sexuellen Orientierung umgehen, weil es im Land gesellschaftlich und kulturell als inakzeptabel gilt, homosexuell zu sein".

Der Tschad gehört nach mehreren Bürgerkriegen, von denen der letzte vor vier Jahren endete, zu den ärmsten Ländern der Welt. Laut den Vereinten Nationen beträgt das Bruttoinlandsprodukt knapp über 800 US-Dollar pro Kopf. 80 Prozent der Bevölkerung leben in absoluter Armut. Im Land leben rund elf Millionen Menschen, darunter 53 Prozent Muslime und 34 Prozent Christen.

Bereits jetzt lassen rund drei Viertel der afrikanischen Länder Schwule und Lesben ausdrücklich verfolgen. Zuletzt hat das Parlament von Gambia vor gut einer Woche die Verschärfung eines Gesetzes gegen Homosexuelle beschlossen (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 16.09.2014, 16:48h
  • ENTWICKLUNGSHILFE ERSATZLOS STREICHEN!!!
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#2 HugoAnonym
  • 16.09.2014, 17:30h
  • "Die Regierung erklärte, dass diese neue Bestrafung eingeführt werde, "um die Familie zu schützen und die Wünsche der Gesellschaft zu erfüllen".

    Das kann nur von den evangelikalen kommen, die Druck ausgeübt haben und noch ausüben.
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#3 HugoAnonym
  • 16.09.2014, 17:34h
  • "Der Tschad gehört nach mehreren Bürgerkriegen, von denen der letzte vor vier Jahren endete, zu den ärmsten Ländern der Welt."

    Das ist der beste Nährboden für die evangelikalen.
    Das was ich schon immer sage, Staatliche Hilfe streichen und private Menschenrechtsorganisationen massiv unterstützen.
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