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  • 23. September 2014 88 2 Min.

Steffen Henssler bedient vor über drei Millionen RTL-Zuschauern homophobe Klischees (Bild: Screenshot RTLnow)

Fernsehkoch Steffen Henssler vergreift sich in der RTL-Hauptsendezeit im Ton: Er giftet einen Restaurantbesitzer an, sein Essen doch bitte nicht so "halbschwul" zuzubereiten.

Bei RTL hat der "Restauranttester" am Montagabend mit einem homophoben Spruch für Empörung gesorgt: Steffen Henssler maßregelte vor 3,28 Millionen Zuschauern einen Kandidaten seiner Doku-Soap bei der Zubereitung von Pfannkuchen mit den Worten: "Wichtig ist, wenn du es machst, dass du überzeugt bist – nicht so halbschwul". Der behäbige Besitzer des Lokals "Blockhaus" im Harz hatte den Fernsehkoch zuvor mit Tiefkühlware und Dosennahrung erbost.

LGBT-Aktivisten sehen in derartigen Sprüchen eine Gefahr, weil sie eine aggressive homosexuellenfeindliche Atmosphäre schaffen, die es gerade jungen Schwulen und Lesben erschwert, offen zu leben. So kam etwa eine Berliner Studie 2012 zum Ergebnis, dass fast zwei Drittel der Grundschüler "schwul" oder "Schwuchtel" als Schimpfwort verwenden (queer.de berichtete). Hauptgrund sei, dass homophobe Sprüche anders als etwa rassistische Kommentare noch immer gesellschaftsfähig seien.

Henssler lehnt Kommentar ab


Hier fordert der Starkoch den Kandidaten auf, doch nicht so "halbschwul" zu kochen (Bild: Screenshot RTLnow)

Auf Anfrage von queer.de hat Henssler jeglichen Kommentar zu seinem homophoben Ausbruch abgelehnt. Sein Management versicherte jedoch in einer ersten Reaktion, dass der 41-Jährige keinerlei Abneigung gegenüber Homo­sexuellen habe.

Auch in der Vergangenheit wurde in Doku-Soaps "schwul" als Schimpfwort verwendet: Ein besonders krasses Beispiel waren "Die Tuning-Profis" auf VOX, die in einer Folge der Sendung über "Scheißschwule Radkappen" oder ein "Transenauto" lästerten. VOX, das ebenfalls zur RTL-Gruppe gehört, reagierte damals aber anders als der große Bruder: Nach einer queer.de-Anfrage entschuldigte sich der Sender für diese Folge der "Tuning-Profis" und entfernte sie aus ihrem Videoportal (queer.de berichtete).

Die Sendung des "Restauranttesters" führte bereits in sozialen Netzwerken zu Kritik: Auf Twitter postete die Userin @Annegret etwa: "Ernsthaft, @RTLde, "ficken" piepst Ihr aus, aber der Typ darf 'halbschwul' als Schimpfwort in die Welt furzen?!?". Und @HeikoFroehlich dankte dem Kölner Privatsender sarkastisch: "Thx @rtlde für die Verbreitung dieses Schwachsinns." (dk)

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#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 niccinicciAnonym
  • 23.09.2014, 14:14h
  • find den typ gar nicht schlecht, der macht prima sendungen und kommt nicht so weichgespült und angepasst rüber. manchmal habe ich das gefühl, das einige zu viel zeit haben und auf jeden ausrutscher reagieren. mir ist einer lieber, der nicht jedes wort dreimal politisch korrekt überprüft und einfach drauf los quatscht.
    und auch witzig, das der vorgang thematisiert wird. die beste Werbung, obwohl ich sowieso kaum RTL schaue. ist doch sowieso das meiste getürkt:) und mit statisten gespielt.
    gruss aus der Hauptstadt.
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#3 Corvin SnowAnonym
  • 23.09.2014, 14:28h
  • Die beiden Kommentare sind doch sehr zutreffend: Userin @Annegret: "Ernsthaft, @RTLde, "ficken" piepst Ihr aus, aber der Typ darf 'halbschwul' als Schimpfwort in die Welt furzen?!?". Und @HeikoFroehlich dankt dem Kölner Privatsender sarkastisch: "Thx @rtlde für die Verbreitung dieses Schwachsinns."
    Herr Henssler ist halt nur ein Halbstarker, ansonsten würde er nicht den Schwanz einziehen und uns mal erklären, was er mit "halbschwul" meint.
    Ob dies nun zu viel politische Korrektheit ist? Antisemitische Sprüche sind verpönt, rassistische auch. Wo ist das Problem, auch auf homophobe Sprüche zu verzichten?
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