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"Oy Vey! My Son is Gay!"
Bester jüdischer Humor gegen Homophobie
- 29. September 2014 3 Min.

Mit seinem Latino-Freund Angelo (Jai Rodriguez, re.) schockt Nelson (John Lloyd Young) seine konservative jüdische Famiie (Bild: Pro-Fun Media)
Die Warterei ist vorbei: Pro-Fun hat Evgeny Afineevskys geniale Coming-out-Komödie "Oy Vey! My Son is Gay!" aus dem Jahr 2009 endlich auf DVD veröffentlicht.
Die Hirschs sind eine jüdische Familie in New York, die hregelmäßig jeden Freitagabend zum Schabbat-Abendessen perfekt aussehende Mädchen zu Gast haben. Der Grund ist einfach: Sohn Nelson, ein durchaus attraktiver Mittzwanziger, soll endlich die Richtige finden, ein nettes jüdisches Mädchen. Bloß keine Schickse, also eine Nichtjüdin, oder gar eine Schwarze…
Doch Nelson ist schwul – und lebt heimlich mit dem Latino Angelo zusammen, einem Innendekorateur. Doch weil seine Mutter nur von seiner künftigen Braut und vielen Enkelkindern träumt, traut er sich nicht, sich vor seinen Eltern zu outen. Nach einer Verwechslung glaubt das Ehepaar Hirsch stattdessen, dass ihr Sohn eine Affäre mit einem "Playboy"-Playmate hat – was natürlich zu noch mehr komödiantischem Chaos führt…
Nelsons Coming-out löst einen Tornado aus
Doch dann fasst sich Nelson endlich ein Herz und stellt den Eltern seinen Latin Lover vor. Das stürzt das konservative Ehepaar in ein Wechselbad der Gefühle – ist es am Ende selbst "schuld"? Ist Nelson vielleicht doch noch zu "retten"? Alle Beteiligten werden nun von einem kunterbunten Ereignis-Tornado mitgerissen, der nichts auslässt, was New York zu bieten hat: die Mafia, eine Adoption und am Ende steht die ganze Stadt Kopf.
Evgeny Afineevskys Film "Oy Vey! My Son is Gay!" verbindet das Thema Coming-out mit komischen Aspekten jüdischer Lebensweise – wobei der Humor allein auf Kosten des konservativen Judentums geht. Homosexualität ist in der Komödie das Normalste der Welt – gelacht wird stattdessen über die Ewiggestrigen, die das anders sehen. Auch wenn der Film mit seinen vielen witzigen Dialogen kein Klischee auslässt, kommt in den anderthalb Stunden nicht der geringste Hauch von Antisemitismus auf – Regisseur Evgeny Afineevsky ist schließlich selbst Jude. "Oy Vey! My Son is Gay!" ist geradezu ein Musterbeispiel für die geniale jüdische Selbstironie.
Wiedersehen mit zahlreichen bekannten Gesichtern
Darüber hinaus bietet die Komödie ein Wiedersehen mit zahlreichen bekannten Gesichtern aus Film und Fernsehen: Allen voran brilliert Lainie Kazan ("My Big Fat Greek Wedding") als Nelsons rührende wie nervige Mutter Shirley. Saul Rubinek ("Warehouse 13") spielt Vater Martin und John Lloyd Young ("Jersey Boys") den schwulen Sohn. Die Rolle seines Lovers Angelo hat Jai Rodriguez ("Queer Eye for the Straight Guy") übernommen. In weiteren Rollen sind u.a. Carmen Electra ("Baywatch"), Vincent Pastore ("Sopranos") und Bruce Vilanch ("Hollywood Squares") zu sehen.
Die bereits 2009 fertiggestellte Komödie "Oy Vey! My Son is Gay!", die einige Festivalpreise abräumen konnte, ist der bislang einzige Spielfilm von Evgeny Afineevsky, bei dem er neben der Regie auch als Co-Autor und Co-Produzent tätig war. Zuvor veröffentlichte er zwei Kurzfilme. 1999 war er Co-Regisseur der israelischen Mini-Serie "Days of Love" über das ausufernde Sexleben sechs pubertierender Jugendlicher. Bereits als Teenager erhielt er eine Auszeichnung für seine erste Dokumentation. (cw)
Oy Vey! My Son is Gay!. Komödie. USA 2009. Regie: Evgeny Afineevsky. Darsteller: John Lloyd Young, Carmen Electra, Lainie Kazan, Saul Rubinek, Vincent Pastore, Bruce Vilanch, Jai Rodriguez. Laufzeit: 87 Minuten. Sprache: englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 12. Pro-Fun Media
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22:15h, rbb:
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Den Film werde ich mir auf jeden Fall kaufen.