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Lesben und Schwule in der Union

LSU sieht sich als Opfer der Medien

  • 29. September 2014 54 3 Min.

Die LSU kritisiert Jurgen Daenens für seine Teilnahme an der Fundi-Demo, aber auch die Medien, weil sie darüber berichten (Bild: LSU)

Nächstes Kapitel im Streit um die Teilnahme des Berliner LSU-Chefs bei einer "Lebensschützer"-Demo in Berlin: Der LSU-Bundesverband schießt sich auf Internet-Medien ein, die über die Ereignisse berichtet haben.

Der Vorstand des Bundesverbandes der Lesben und Schwulen in der Union hat am Montag die "zum Teil über das Maß hinaus schießende Berichterstattung" über die Beteiligung des Berliner LSU-Landeschefs Jurgen Daenens beim "Marsch für das Leben" in der Bundeshauptstadt kritisiert. Die Gruppe wirft via Facebook "gewissen Online-Medien" vor, die Teilnahme zu "skandalisieren".

Daenens hatte sich vor gut einer Woche an der Demonstration beteiligt und sich in einem satirischen Bericht der "Heute Show" als Vertreter der LSU ausgegeben (queer.de berichtete). Die Veranstaltung war von extrem homophoben Gruppen getragen und unterstützt worden, weshalb der Lesben und Schwulenverband zu einer Gegendemonstration aufgerufen hatte (queer.de berichtete).

"Unfair" und "böswillig"


Jurgen Daenens stellte sich in der "Heute-Show" stolz als Berliner LSU-Chef vor, während er mit einem Holzkreuz an der Seite von Gabriele Kuby und Beatrix von Storch marschierte

Zwar distanzierte sich der LSU-Bundesverband ebenfalls von der Veranstaltung und erklärte, dass man LSU-Mitgliedern von einer Teilnahme abgeraten hätte. Allerdings sei Daenens nur als Privatperson mitgelaufen und habe sich dafür entschuldigt, dass er sich gegenüber dem ZDF als Vertreter der LSU präsentiert habe. "Einen menschlichen Fehler in einer Art und Weise zu skandalisieren, wie das gewisse Online-Medien tun, ist […] nicht angemessen", heißt es in der Stellungnahme. "Und noch dazu zu suggerieren, dass sich die LSU als Ganzes mit Homohassern gemeinmachte, ist nicht nur unfair, sondern böswillig. Klar ist: Der Bundesvorstand missbilligt die Teilnahme Daenens' am Marsch für das Leben, aber genauso auch die zum Teil über das Maß hinaus schießende Berichterstattung darüber".

Zuvor hatte bereits der schwule CDU-Bundestags­abgeordnete Jens Spahn via Twitter die Berichterstattung auf queer.de über die Teilnahme kritisiert: "@queer_de Langsam nervt diese Dauerzensur von Meinungen. Warum soll ein Schwuler nicht gegen Abtreibungen oder PID demonstrieren dürfen???"

Erste Rücktrittsforderungen

Unterdessen fordern erste LSU-Mitglieder Jurgen Daenens zum Rücktritt auf. So erklärte der frühere Vizechef des LSU-Bundesverbandes, Thomas Mehlkopf-Cao, auf der Facebookseite des Bundesverbands: "Ich halte einen Rücktritt für mehr als angemessen. Fehler kann man machen, aber selbst als Privatperson sollte man wissen, was man tut und woran man teilnimmt. Schließlich erkennt man auch die Absichten und Bedingungen der Veranstalter mit an, selbst wenn das Ziel an sich zunächst unverdächtig erscheint".

Daenens selbst hatte laut LSU in einer E-Mail an den Landesvorstand am Sonntag geschrieben, seine Teilnahme an der Demo sei "rein privater Natur" gewesen. "Von daher war es auch ein Fehler, dass ich mein Amt als Landesvorsitzender in dem Zusammenhang überhaupt genannt habe. Wenn der Eindruck entstanden sein sollte, dass ich dort offiziell die Meinung der LSU vertrete, tut mir das leid." Er sehe "bestimmte Leute und Organisationen, die teilgenommen haben, sehr kritisch" und distanziere sich "von deren Auffassungen – bspw. zum Thema Homosexualität – ganz klar". (dk)

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-w-

#1 stephan
  • 29.09.2014, 13:01h
  • "Und noch dazu zu suggerieren, dass sich die LSU als Ganzes mit Homohassern gemeinmachte, ist nicht nur unfair, sondern böswillig. "

    ???

    Gehört 'das' LSU nun zur Union - oder nicht? Na also! ... Jede weitere Erwiderung überflüssig!
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#2 Corvin SnowAnonym
  • 29.09.2014, 13:17h
  • Was meint Herr Spahn eigentlich mit "Dauerzensur"? Zensiert werden Meinungen nicht in diesem Fall, sondern nur dargestellt und in Kommentaren bewertet. Das nennt man Pressefreiheit und nicht Zensur. Die Presse soll doch bitte gerade reaktionäre, menschenfeindliche, schwachsinnige und widersprüchliche Meinungen von Politikern aufzeigen und bitte auch für den Bürger öffentlich machen. Das hat nichts mit Zensur zu tun. Diese Äußerung von Herrn Spahn ist eine Zumutung.
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#3 sperlingAnonym
  • 29.09.2014, 14:11h
  • Antwort auf #2 von Corvin Snow
  • das sehe ich auch so.

    wenn die lsu die art der berichterstattung kritisiert, ist das ihr recht. man kann dagegenhalten, dass man es anders sieht. wenn aber spahn die kritik als solche schon als "zensur" diffamiert, dann hat er etwas ganz grundlegendes an der meinungsfreiheit nicht verstanden, und das ist für einen politiker skandalös. das liegt auf einem level mit all den populisten, rechten und reaktionären, die gerade in das lächerliche "man darf es ja nicht mehr sagen"-horn tuten - um im selben satz nachzuschieben, was man angeblich nicht sagen darf.

    meinungsfreiheit beinhaltet nicht das recht, unwidersprochen zu reden oder gar zu hetzen. dass spahn es aber gerne so hinstellen würde (solange es sein parteigenossen betrifft), finde ich unerträglich.
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