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- 29. September 2014 2 Min.

Die ägyptische Justiz durchkämmt Facebook, um Homosexuelle zu enttarnen und einzusperren (Bild: Michael Coghlan / flickr / by-sa 2.0)
Seit dem Amtsantritt von Präsident Al-Sisi im Juni geht die ägyptische Justiz vermehrt gegen vermeintliche Homosexuelle vor.
Ein Gericht in Ägypten hat am Donnerstag sechs Männer wegen angeblicher Homosexualität zu jeweils zwei Jahren Haft mit Zwangsarbeit und einer geringen Geldstrafe verurteilt. Das meldete die staatliche ägyptische Zeitung "al-Ahram". Dem Bericht zufolge seien die Männer in einer Privatwohnung festgenommen worden. Zwei der Männer seien "auf frischer Tat ertappt" worden, so die Behörden.
Bei den Männern handelt es sich um fünf Ägypter und einen Marokkaner. Die Staatsanwaltschaft warf ihnen vor, auf Facebook für eine kostenpflichtige Sexparty geworben zu haben.
In Ägypten gibt es kein direktes Verbot von Homosexualität, schwule Männer werden allerdings mit Gummiparagrafen verurteilt. Ihnen wird in der Regel zur Last gelegt, sich der "moralischen Verdorbenheit" oder "der Verletzung der Lehren der Religion" schuldig gemacht zu haben. Der spektakulärste Massenprozess ereignete sich 2001, als die Polizei 52 Männer auf einer Party verhaftete. 23 von ihnen wurden trotz internationaler Proteste zu Haftstrafen und Zwangsarbeit verurteilt.
Bevölkerung will Homosexuelle ächten
In der Bevölkerung ist der homophobe Kurs populär: Laut einer Umfrage des Pew Research Center aus dem vergangenen Jahr sprachen sich 95 Prozent der Ägypter dafür aus, Homosexualität gesellschaftlich zu ächten. In Deutschland waren nur elf Prozent dieser Meinung.
Erst vor wenigen Wochen wurde die Festnahme von neun Männern bekannt, die angeblich an einer gleichgeschlechtlichen Hochzeit teilgenommen hatten (queer.de berichtete). Die Beschuldigten bestritten vor wenigen Tagen vor Gericht die "Vorwürfe".
Die deutsche LGBT-Abteilung von Amnesty International hat vergangene Woche die Verfolgung von Homosexuellen in Ägypten angeprangert (queer.de berichtete). Die Menschenrechtsaktivisten erklärten: "In den letzten Wochen und Monaten versucht die ägyptische Regierung vermehrt, das Privatleben der Bevölkerung zu kontrollieren, sei es auf Grund der sexuellen Orientierung oder wegen unliebsamer Facebook-Einträge." (dk)















Das was ich immer sage, die Machthaber wollen die Menschen kontrollieren und deshalb ist ihnen jedes Mittel recht.