Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://www.queer.de/detail.php?article_id=22421
Home > Kommentare

Kommentare zu:
Nach Strafanzeige: Grindr-Kunstaktion wird entschärft


#1 reiserobbyEhemaliges Profil
#2 JahnAnonym
#3 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 04.10.2014, 17:57h
  • Antwort auf #2 von Jahn
  • Populär scheint meine Sicht auf die Dinge nicht gerade zu sein. Populistisch ist meine Meinung auch nicht, sondern konträr zum Mainstream. Bin tief besorgt. Bleiben wir aber bei Begriffen. Allein der Begriff "Vergewaltigung" ist eine Verhöhnung wirklicher Missbrauchs-Opfer. Im Kern geht es doch eigentlich darum, das kontroverse Kunst im schwulen Kosmos nicht erwünscht ist, wenn Teile der Realität im kritischen Kontext beleuchtet werden. Ähnlich wie der Mob in Nazideutschland akzeptiert die Berliner Schwulenszene lediglich die Kunst, die beweihräuchert, Helden darstellt oder die Opferrolle stilisiert. Die Wut auf den Künstler ist genährt von einer Art Groll, die der Verfemung von "Nestbeschmutzern" aus anderen Lagern entspricht. Und wenn Kunst als entartet, gefährlich, widerlich und Schweinerei bezeichnet wird, setzt bei mir jedenfalls der Beschützer-Instinkt ein. Der Künstler wurde geschlagen, Attacken verübt, Kunst als gefährlich gebrandmarkt. Das sind Auswüchse mit denen in Nazideutschland gegen Kunst geschossen worden ist. Wird nicht besser, wenn Schwestern das 2014 machen. Übrigens ist Schwulsein nichts, was zu entblößen wäre, In den Fifties leben wir schließlich auch nicht mehr.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #2 springen »
#4 Reto77
  • 04.10.2014, 20:58h
  • Ich stehe dem Projekt kritisch gegenüber. Den Gewaltausbruch des zwangsgeoutete Amerikaner heisse ich selbstverständlich nicht gut, aber seine Anzeige hat durchaus eine nachvollziehbare Rechtsgrundlage.

    Das ganze Kunstprojekt schürt alte Vorurteile gegen uns. Will das Kunstprojekt den Passanten mitteilen, wir Schwulen hätten dauernd Sex mit vielen verschiedenen Partnern und würden mit unseren Sexgeschichten ständig alle belästigen? Wer nicht glaubt, dass solche Vorurteile existieren, soll einfach mal die Online-Leserkommentare in den großen Nachrichtenportalen lesen.

    Zudem ist das Projekt unsensibel, denn Gindr wird in der arabischen Welt (z.B. Ägypten) dazu genutzt, um Schwule aufzuspüren und viele Jahre lang als angebliche Triebtäter einzusperren.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 timpa354Ehemaliges Profil
  • 04.10.2014, 21:46h
  • Widerlicher Kerl, mit Kunst hat das gar nichts zu tun, sondern diese Aktion ist gezielt auf Bloßstellung und Vorurteile bestätigen angesetzt. Möchte wissen wer wirklich hinter dieser perversen Idee steckt und wer wirklich dafür bezahlt hat. Ich hoffe der Faustschlag hat gut gesessen, denn er war verdient.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 TheDadProfil
  • 04.10.2014, 22:28hHannover
  • Antwort auf #5 von timpa354
  • ""Joschka Langenbrinck, SPD-Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses, hat sich in einem Schreiben an das HAU über die "unverschämte Idee" beschwert: "Ich schäme mich dafür, dass Ihre 'Kunstaktion' auch mit meinen Steuergeldern über den Hauptstadtkulturfonds gefördert wird und bitte Sie eindringlich, die Performance unverzüglich zu beenden.""..

    Wer lesen kann ist da klar im Vorteil..

    Der Hauptstadtkulturfonds und Herr Langenbrinck, der sich jezt dafür schämt..

    Ein Schwuler Künstler startet in Zusammenarbeit mit einem Theater eine Kunstaktion die
    ""gezielt auf Bloßstellung und Vorurteile bestätigen""
    angelegt ist ?

    Wie groß sind eigetlich Deine Vorurteile ?
    ""Widerlicher Kerl""..
    ""mit Kunst hat das gar nichts zu tun""..
    ""Möchte wissen wer wirklich hinter dieser perversen Idee steckt""..
    ""wer wirklich dafür bezahlt hat""
    ""Ich hoffe der Faustschlag hat gut gesessen""..
    ""denn er war verdient""..

    Pervers ?
    Leuten Fragen zu ihrem Dating-Verhalten zu stellen ist Pervers ?

    Widerlich ?
    Was an dem Kerl ist widerlich ?
    Entspricht er nicht deinem Beuteschema, oder bist Du nur verunsichert weil Du eine andere Auffassung von Kunst, zumal von Aktionskunst hast ?

    MIt Verschwörungstheorien kennst Du dich offensichtlich schon besser aus..
    Zumindest theoretisch..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #5 springen »
#7 tapeAnonym
  • 04.10.2014, 23:41h
  • Antwort auf #1 von reiserobby
  • So so, ist es eine Nazimethode, wenn einen Künstler dafür zu kritisieren, aus einer Position der Stärke, geschützt von Wachpersonal, einzelne Menschen auszuwählen und bloßzustellen? Weil wir ja wissen, dass sich Nazis für die Rechte des Schwächeren eingesetzt haben und das Individuum schützen wollten?

    Vielleicht solltest du deine Nase mal in ein Geschichtsbuch stecken, bevor du in deiner erschreckenden Unwissenheit weiter Märchen verbreitest.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #1 springen »
#8 MeineFresseAnonym
#9 Harry1972Profil
  • 05.10.2014, 00:17hBad Oeynhausen
  • Macht euch doch mal locker. Das Projekt setzt sich doch mit unserer Aussenwirkung in Zeiten des Internet auseinander. Deshalb wohl auch die Verdoppelung des Themas durch den Glascontainer.

    Wie dem auch sei, gehe ich davon aus, daß keiner der Verantwortlichen mit einer derart verschnupften Reaktion seitens der involvierten Aussenstehenden gerechnet hat.
    Es ist ja auch schwer nachvollziehbar, weshalb ausgerechnet immer diejenigen nach Privatsphäre krähen, die ansonsten bedenkenlos alles über sich via Socialmedia preisgeben.

    Geht es hier nicht eher um den Makel "Homosexualität"? Fühlen sich deshalb soviele von der Aktion angegriffen?
  • Antworten » | Direktlink »
#10 tapeAnonym
  • 05.10.2014, 01:04h
  • Antwort auf #9 von Harry1972
  • Eben, sie geben selbst alles preis. Da liegt der Unterschied. Das unterliegt nicht dem Gutdünken eines midlifegeschüttelten Hedonisten auf seinem sozipathischen Egotrip.

    Wenn sich jemand am Strand die Hose auszieht, hat noch lange keiner das Recht, ihn zu fotografieren und das ganze für eine Public Shaming Aktion zu benutzen. Selbst, wenn er selber Strände und Nacktheit für seine eigene Bindungsunfähigkeit verantwortlich macht. Gleiches gilt für Grindr. Alles hat seinen Platz und das ist nicht der Heinrichplatz.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #9 springen »
#11 Benjamin ButtonAnonym
  • 05.10.2014, 06:11h

  • Interressant, daß bereits gestern bei Pinknews über Strafanzeigen gegen den Aktionskünstler nachgedacht wurde, während hier immer noch Leute unterwegs sind, die ein Zwangsouting von ahnungslosen Grindr-Usern im Namen der Kunst gutheißen.

    Datenschutz, Privatsphäre...
    Während es in Berlin kurz zuvor zu massiver Gewalt gegen ein schwules Paar in der U-Bahn kam wird so etwas gutgeheißen und keinerlei Verbindung gesehen? Zum Glück bin ich kein Deutscher und kann dieses Land jederzeit verlassen.
  • Antworten » | Direktlink »
#12 Dennis
  • 05.10.2014, 06:57h
  • Ich kann Reto77 #4 nur zustimmen. Diese "Kunst" zeigt ein Bild von Schwulen das stigmatisierend und voller Vorurteile ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#13 saltgay
  • 05.10.2014, 10:16h
  • Ich zitiere: "Auch wenn es schwer vorstellbar ist in der Schwulenszene ist es ein viel größerer Tabubruch, sich über Grindr zu treffen und dann nur miteinander zu sprechen, als in einem Glashaus mitten auf der Straße Sex zu haben."
    (Quelle: die Welt, 5.10.2014)

    Woher bezieht dieser Mann diese Weisheit? Ich halte es für ein typisches Benehmen übersättigter Luxusspießer, sich wie einst Andre Heller als Hofnarren einer kleinbürgerlichen "Bildungsgesellschaft" zu präsentieren. Erinnern wir uns an den Berliner König der Spießer: Eberhard Diepgen. 1984 wurde viel öffentliches Geld verpulvert und verbrannt in einem monumentalen Feuerwerk, was Andre Heller organisierte.

    Jetzt kommt das Ganze etwas sparsamer daher und dient der Stigmatisierung von Schwulen. Eine junge Generation, die überhaupt kein Gespür mehr für Privatheit hat, weil die jungen Leute glauben, dass Event-, Musik-, Mode- und Popmanager den ganzen Tag sich durch facebook-, watisab?- und andere Profile wühlen um sie eventuell zu entdecken, so ist die Chance höchstens bei letztgenanntem Manager am größten, weil er etwas zum Poppen sucht. Das gibt aber keinem das Recht die Jugendlichen öffentlich bloß zu stellen. Der Aufschrei wäre riesig und Innenminister Misere II würde ein Gesetz fordern, das der Justizminister über alle Maassen sofort erlassen müsste um den Missbrauch zu verhindern.

    Bei Schwulen ist das nicht notwendig. Da ist sie wieder - die so geschätzte Diskriminierung. Dagegen ist es das gute Recht einer Schwuppe mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung sich so zu präsentieren, wie sie es gern hat - aber es gibt auch das gute Grundrecht auf Privatheit. Die bestimme immer noch ich selbst.

    Dries Verhoeven ist so ein Kasper wie Andre Heller. So hat er beispielsweise in Utrecht in einer katholischen Kirche eine satirische Messe gelesen. Feige entschuldigt hat er sich anschließend dafür. Wozu hat er es denn dann erst veranstaltet? Ihm ging es nur um Provokation. Er befriedigte also nur seine eigene Eitelkeit. Wenn es ihm ernst damit gewesen wäre, dann hätte er das aus künstlerischer Sicht begründen können.

    Der wirkliche Unterschied zwischen Künstler und Hofnarr besteht in seiner Authenzität und Aussage eines Kunstwerkes. Der Hofnarr bedient nur Klischees der Bildungsbürger, eben Jene, die "die Welt" und andere reaktionäre Gazetten inhalieren um sich am Ende ebenso bestätigt zu fühlen, wie der vermeintliche Künstler selbst.
  • Antworten » | Direktlink »
#14 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 05.10.2014, 10:29h
  • Antwort auf #13 von saltgay
  • Parker ist das Problem: Es wurden nicht einmal Daten verletzt. Es gab keine Möglichkeit für Außenstehende, eine Person zu identifizieren. Ein einzelner Wichtigtuer hat sich selbst erkannt, wohlgemerkt vor Ort beim Daten zum Rasieren.... Randaliert, wendet Gewalt an, übt sich in Selbstjustiz - gegen ein Kunstprojekt. Verleumdet, lügt, skandalisiert, und ein Shitstorm ohne Bezug zur Realität aber mit einem Hassausbruch gegen kontroverse Kunst bricht los. Das ist peinlich. Diese Wut auf Kunst kennt man sonst nur von Neo-Nazis, Islamisten und anderen faschistoiden Gruppierungen. Allein der Begriff "Vergewaltigung" ist eine Verhöhnung wirklicher Missbrauchs-Opfer. Im Kern geht es doch eigentlich darum, das kontroverse Kunst im schwulen Kosmos nicht erwünscht ist, wenn Teile der Realität im kritischen Kontext beleuchtet werden. Ähnlich wie der Mob in Nazideutschland akzeptiert ein lauter Teil der Berliner Homosexuellenszene lediglich die Kunst, die beweihräuchert, Helden darstellt oder ihre Opferrolle stilisiert. Die Wut auf den Künstler ist genährt von einer Art Groll, die der Verfemung von "Nestbeschmutzern" aus anderen Lagern entspricht. Und wenn Kunst als entartet, gefährlich, widerlich und Schweinerei bezeichnet wird, setzt bei mir jedenfalls der Beschützer-Instinkt ein.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#15 TheDadProfil
  • 05.10.2014, 11:27hHannover
  • Antwort auf #10 von tape
  • "" Das unterliegt nicht dem Gutdünken eines midlifegeschüttelten Hedonisten auf seinem sozipathischen Egotrip.
    Wenn sich jemand am Strand die Hose auszieht, hat noch lange keiner das Recht, ihn zu fotografieren und das ganze für eine Public Shaming Aktion zu benutzen.""..

    Vor dem Hintergrund sämtlicher Skript-Sozial-Doku-Soaps die täglich auf diversen Sendern rauf und runter laufen um das Fernseh-Volk mit heteronormativen "Realitäten" bekannt zu machen ist die Einschätzung eines ""midlifegeschüttelten Hedonisten auf seinem sozipathischen Egotrip""
    die bislang exakteste die hier gegeben wurde..
    Bravo..

    Das ganze dann als ""eine Public Shaming Aktion"" zu deklarieren zeugt bestens davon, wie sehr die Aktion das eigene Verhalten demaskiert..

    Da fühlten sich wohl etliche "erwischt" und bemühen sich nun um Schadensbrenzung..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #10 springen »
#16 tapeAnonym
  • 05.10.2014, 11:36h
  • Antwort auf #14 von reiserobby
  • Mag sein, dass der der Negativeffekt auf den Bildern einige Blindschleichen davon abhält, die Bilder zu erkennen, aber selbst dann ist ein leichtes, ihn mit Hilfe eines Smartphones vor Ort rückgängig zu machen und ein klares schwarzweißes Positiv zu erhalten. Dass es keine Möglichkeit der Identifikation gab, entspricht also nicht der Wahrheit.

    Die Gewaltanwendung war unter den Umständen Notwehr bzw. Teil der Auseinandersetzung und der Installation. Wäre Dries Verhoeven ein richtige Künstler, hätte er sich nicht von seinen Lakeien schützen lassen. Aber offenbar reicht sein Mut nicht, um die Konsequenzen seines Handelns zu tragen. Was man Parker vorwerfen kann, ist, dass er nicht hart genug zugeschlagen hat, um das Projekt zu beenden.

    Letztenendes ist vollkommen egal was beleuchtet wird, wenn die Mittel derart inakzeptabel sind. Hier müssen Rechte gegeneinander abgewogen werden. Und einmal mehr, weil du immer noch nicht zu den anderen Kindern aufgeschlossen hast: Steck deine Nase in ein verdammtes Geschichtsbuch. Diese Abwägung von Rechten gab es bei den Nazis gar nicht. Viel mehr entspricht die absolute Haltung, in der Gewissheit, jedem Menschen schaden zu dürfen, um die eigene ideologische Ausrichtung der Welt aufoktroyieren zu können, die du hier verteidigst, eins zu eins einem faschistischem Ideal.

    Wäre der Künstler in der Lage gewesen, das Thema anzusprechen, ohne dabei Individuen vorzuführen und seine Machtposition auszunutzen, wäre deine Kritik vielleicht einer Berücksichtigung wert. Tatsächlich hat Verhoevens Schlampigkeit bei der Konzeption des Projektes diese Diskussion vollkommen überflüssig gemacht. Der Kontext, in dem seine Installation jetzt steht, ist die Frage, ob es ethisch vertretbar ist, in Kreuzberg einen Schwulenpranger aufzubauen. Damit dann auch, woher das Geld kommt und nicht zu letzt ob man das HAU als Institution in Berlin noch braucht.

    Wenn du Grindr nicht magst, weil du darauf keinen Stich siehst, ist das nicht weiter wild - es geht vielen so. Niemand zwingt dich und menschlich wird damit über dich keine Aussage getroffen. Dass du es in deinem Neid allen anderen verderben willst, ist dagegen eine spießige, kleinbürgerliche Haltung, aus der heraus du hier nicht über Kunstverständnis herumschwadronieren solltest.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #14 springen »
#17 TheDadProfil
  • 05.10.2014, 11:48hHannover
  • Antwort auf #13 von saltgay
  • Es gibt keinen Unterschied zwischen Künstler und Hofnarr..
    Der Hofnarr geht nur weiter als der Künstler, und hält dem Publikum den Spiegel vor..

    ""Eine junge Generation, die überhaupt kein Gespür mehr für Privatheit hat""..

    ..und dann kommt ein Künstler daher und hält ihnen den Spiegel vor, zeigt was sie dort eigentlich treiben, das sie es selbst sind, die ihre Privatheit freiwillig aufgeben..

    Und plötzlich fühlen sie sich alle "erwischt"..

    Das gleiche hatten wir unlängst beim NSA-Skandal..

    Keinen hat es interessiert das die NSA massenweise die Handy´s von Bundesbürgern abhört, und privateste Daten abfischt, Bilder KLAUT und Paßworte ausliest, in Clouds EINBRICHT und sämtliche E-Mail liest..

    "Von mir aus, ich habe ja nichts zu verbergen" war der Standard-Spruch in diversen Straßenbefragungen dazu, und klar war, die Leute waren sich nicht zu schade dazu sich vollständig zu entblöden, und freiwillig das Post- und Telekommunikationsgeheimnis als GRUNDRECHT aus dem GG einfach so über Bord zu werfen..

    Die Stasi war ein Krake in der DDR, und viele DDR-Bürger sind genau wegen dieser STASI damals auf die Montagsdemonstrationen gegangen, weil sie sich gegängelt und überwacht fühlten, und sich um ihre FREIHEIT beraubt fühlten..

    Doch jetzt durften die Ami´s plötzlich noch viel mehr mitlesen, als es die Stasi jemals getan hat..

    Und dann wurde bekannt das die auch das Amts-Handy der Kanzlerin abhörten..

    SKANDAL brüllte es landauf und landab durch alle Gazetten die man hierzulande Zeitungen nennt, und plötzlich waren die Abhörspezialisten in der Amerikanischen Botschaft in Berlin "unerwünschte Personen", als ob die physische Anwesenheit von Spionen in Berlin irgendeine Bewandnis dafür entwickelte, wenn in einer amerikanischen Kleinstadt ein Konzern wie Google oder Facebook sekündlich hunderte Terrabite an Datenmüll an die NSA weitergibt..

    Echauffiert euch ruhig weiter über diesen Mann und sein Kunstprojekt..

    Er ist ein Hofnarr in bestem Sinne des Begriffes, und hält euch den Spiegel vor, denn ihr seid die Könige des Internet und der Smartphones, die euch gleichsam einer Prothese zwischenzeitlich an den Händen kleben, und ohne die ihr augenblicklich sterben würdet..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #13 springen »
#18 MiepmiepAnonym
  • 05.10.2014, 12:14h
  • Antwort auf #16 von tape

  • Gewaltanwendung... Notwehr? Was ist denn das für eine verquere Täter-Opfer-Umkehr?

    Diese Argumente der angeblichen "Stigmatisierung von Schwulen" und der "Reduktion von Schwulen auf Klischees" sind m.E. ein bißchen unehrlich... Grindr, GR, Cruising, anonymer Sex EXISTIEREN ... und sind schwule NORMALITÄT.
    Der Reduktion(!) von Schwulen in der Öffentlichkeit auf Klischees begegnet man bestimmt nicht dadurch, daß man Tatsachen(!) leugnet, verheimlicht, unsichtbar macht. Die Vorwürfe gegen den Künstler sind teilweise total überzogen und entbehren jeder Verhältnismäßigkeit. Hauptsache: Betroffen fühlen, Aufregen, Draufhauen! Gern auch, ohne zuzuhören und nachzudenken.

    Es ist wahrlich gar kein gutes Signal für den Stand der Emanzipation, wenn sich Schwule DERMASSEN darüber aufregen, wenn (zentrale!!!) Aspekte schwulen Lebens in der Öffentlichkeit künstlerisch in radikaler und provokanter Weise thematisiert werden. Der Schamreflex aufgrund des verinnerlichten Konformitätsdrucks wird da schon sichtbar. Nur niemanden wissen lassen, daß Homosexuelle in Wahrheit gar nich alle so sind wie Guido Westerwelle und Jens Spahn und der nette biedere Friseur von nebenan... oder wie sich die Gesellschaft sonst "akzeptable Schwule" vorstellen mag... ^^
  • Antworten » | Direktlink » | zu #16 springen »
#19 GatureProfil
  • 05.10.2014, 12:35hBerlin
  • Antwort auf #18 von Miepmiep
  • Welcher Mensch - egal welcher Sexualität! - möchte denn bitte sein Datingprofil vor seiner Haustür in einer sog. "Kunst"-Aktion (die in Wirklichkeit nur einen Pranger darstellt) veröffentlicht sehen?! Hätte der Typ Profile von Hetero-Dating-Seiten wie Parship.de oder Poppen.de o.ä. gezeigt, wäre die Kritik sicher genauso ausgefallen.
    Aus meiner Sicht hat die Grund-Kritik erstmal nichts mit Homosexualität zu tun.
    Die Aktion wird nur dadurch noch verwerflicher, dass es viele Homosexuelle schwerer in ihrem Umfeld haben (z.B. durch streng religiöse Eltern) und viele in Plattformen wie GR oder Grindr überhaupt die einzige Möglichkeit sehen, erste homosexuelle Kontakte zu knüpfen.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #18 springen »
#21 MiepmiepAnonym
  • 05.10.2014, 13:17h
  • Antwort auf #19 von Gature

  • Wenn ich ein Grindr- oder GR-Profil mit Facepic(s) bzw. Angaben hab, die zur Deanonymisierung taugen, "oute" ich mich... Es ist eine Fiktion, daß die (total heterogene und unübersichtliche) GR- oder Grindr-User-Community einen Schutzraum bieten, der wirklich gegenüber der "homophoben" Außenwelt abschirmt.

    Zwangsouting ist Scheiße, ja. Aber andererseits sollte man darüber nachdenken, inwiefern und wieso es "Zwangsouting" 2014 immer noch gibt, geben kann... Sind wir nicht alle so tolerant und libertär? Oder sind wir verhuscht, verklemmt und verlogen?
    (...) Das trifft den Einzelnen, die "Szene", die ganze Gesellschaft...

    Ich habe das Projekt des Künstlers(!) so verstanden, daß es das Paradox aus Intimität, Öffentlichkeit, Versteckspiel und Darstellungssucht ausloten will. Wie ich an anderer Stelle schrieb, sehe ich ein, daß die Persönlichkeitsrechte BESSER gewahrt sein müssen. Das allerdings ist kein Grund, dem Projekt den Kunststatus abzusprechen oder mit Verfehmung, Verbalentgleisungen, Sach-und Körperverletzung usw. (über)zureagieren. Aber vielleicht ist gerade auch DAS Teil der Kunstaktion. ;)
  • Antworten » | Direktlink » | zu #19 springen »
#22 sperlingAnonym
  • 05.10.2014, 13:54h
  • Antwort auf #21 von Miepmiep
  • >"Wenn ich ein Grindr- oder GR-Profil mit Facepic(s) bzw. Angaben hab, die zur Deanonymisierung taugen, "oute" ich mich..."

    wenn ich spazierengehe, mache ich mich öffentlich sichtbar. trotzdem darf mich niemand ungefragt fotografieren und das woanders veröffentlichen. das recht aufs eigene bild kann man m.e. auf internet-portale übertragen. es ist ein unterschied, ob ICH mich sichtbar mache (und dabei kontrolliere, in welchem rahmen das geschieht), oder ob es jemand anders tut (und dabei einen ganz anderen rahmen setzt). und wenn sogar dialoge mit veröffentlicht werden, die nicht ausreichend anonymisiert sind, dann ist damit ganz eindeutig die privatsphäre verletzt.

    wenn ich das richtig verstanden habe, sollte aber die privatsphäre gar nicht unbedingt das hauptthema der aktion sein, sondern der zusammenhang von sex und persönlichem kontakt bzw. inwiefern ersteres auf kosten des letzteren gehen kann. ich finde es schade, dass darüber nun wegen der stümperhaften anonymisierung gar nicht mehr geredet werden wird.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #21 springen »
#23 RaceXYAnonym
  • 05.10.2014, 14:13h
  • Antwort auf #21 von Miepmiep
  • Volle Zustimmung @Miepmiep

    Ich bin ein absoluter Verfechter von Datenschutz und Privatspähre.
    Aber hier jetzt auf den Künstler einzudreschen ist absolut fehl am Platz.
    Ok, vielleicht hätte man sich über den ein oder anderen Punkt ein paar mehr Gedanken machen können... aber gut.
    Erinnert mich etwas an verletztes Ehr-Gefühl von irgendwelchen Pappnasen.
    Aber hier jetzt so ein Fass deswegen aufzumachen ist meiner Meinung vollkommen fehl am Platz.

    Leute - wenn ihr ein Profil mit Bildern bei GR, Grindr oder wo auch immer habt ist das defakto öffentlich und ihr Zwangsgeoutet (wenn man das darunter versteht)
    Ob euer Bild jetzt jemand im Rahmen dieser Aktion sieht oder weil er bei GR reinschaut - das macht nun wirklich keinen Unterschied.

    Und jetzt hier von wegen Zwangsouting rumzuspacken: wir leben hier in Deutschland - abgesehen von wenigen Fällen (z.B. kirchlicher Arbeitgeber oder sowas) hat niemand rechtliche Konsquenzen zu befürchten.
    Alles andere ist irrelevant und tangiert nur das Scheinselbstbild.

    Wer sich nicht outen will oder (warum auch immer) Angst davor hat von anderen geoutet zu werden:
    Dann treibt euch bitte nicht auf einschlägigen Portalen rum und dated nicht alles was bei drei nicht auf dem Baum ist, sondern sperrt euch ins stille Kämmerlein.
    Ich kann diese Doppelmoral echt nicht ab.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #21 springen »
#24 MiepmiepAnonym
  • 05.10.2014, 14:51h
  • Antwort auf #22 von sperling

  • Ich kann Deiner Argumentation viel abgewinnen, was die Rekontextualisierung / den Kontrollverlust anbetrifft. Bei GR haben auch deswegen viele User diesen bekannten Passus im Profiltext: "Aufgrund der neuen AGB widerspreche ich der Nutzung meiner persönlichen Daten..." etc. etc. - De Facto tritt man u.a. bei Facebook ja seine Rechte ab; das hieße, wenn ein Künstler eine Collage machen würde, in dem Profilbilder der User verwendet würden, wäre der Streit um die Bildrechte eine Sache zwischen dem Künstler und FB, nicht zwischen dem Künstler und den Usern. Das viel grundsätzlichere Problem ist: Wieviel Privatsphäre kann man im Internet beanspruchen? Im konkreten Fall: Sind frei zugängliche Dating-Börsen Teil der Öffentlichkeit? Man erinnere an Zuckerbergs provokant-markige Sprüche...
    Und wo hört das Internet auf und fängt das "Real Life" an?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #22 springen »
#25 tapeAnonym
  • 05.10.2014, 14:59h
  • Antwort auf #18 von Miepmiep
  • "Grindr, GR, Cruising, anonymer Sex EXISTIEREN ...und sind schwule NORMALITÄT."
    Und niemand bestreitet ihre Existenz. Und es ist auch schön, wenn du mit dem Künstler seine piefige Spießerdebatte darüber führen willst, warum er mit Grindr nicht umgehen kann. Dafür wird niemand verklagt. Insofern geht das Gebrabbele über Ertapptsein und Konformitätsdruck in die falsche Richtung. Daran hängt sie die Kontroverse nicht auf, sondern rein an der Unfreiwilligkeit der Beteiligten.

    Gegenstand der Kunst ist nicht, was du beschreibst, es ist ausschließlich die Ausbeutung Dritter. Darüber hinaus gibt es keine Kontroverse und niemand interessiert sich für die Box von Verhoeven. Und genau das macht es in künstlerischer Hinsicht zu einem schwachen Werk, nicht der Widerstand oder die Drohungen, sondern nur, dass es zu schlecht konzeptioniert ist, um etwas anderes zu beschreiben als die Verletzung von Privatsphäre.

    Es ist nichts unehrlich daran, dass man seine unterschiedlichen sozialen Kreise unterschiedlich behandelt. So wie man einen Kunden bei der Arbeit nicht ohne weiteres duzt, seine Bekannten im Privatleben hingegen schon. Oder wie man in bestimmten Situationen einem eingeschränkten Personenkreis einen Witz erzählt, den man so in der Öffentlichkeit nicht erzählen würde. Das ist nichts explizit schwules, es ist nicht nur auf die digitale Welt beschränkt. Nur liegt es im Netz halt dichter beieinander. Wer sich bei Grindr anmeldet verzichtet keineswegs auf das Recht, diese Grenzen aufrechtzuerhalten.

    Und was Notwehr betrifft: Der "Künstler" hat einen Unbeteiligten in eine Extremsituation gelenkt, die er nicht mehr kontrollieren konnte. Er hat es seiner eigenen Denkfaulheit zu verdanken, wenn er durch seine offensichtliche Provokation Schaden nimmt. Das Recht auf körperliche Unversehrtheit hat er aufgegeben, als er sich zum Ausstellungsstück gemacht hat, und zwar bewusst durch eigene Entscheidung, also in einer Form, die er anderen in seinem Narzissmus vorenthält.
    Er muss sich mit den Folgen seiner Handlungen auseinanderzusetzen, in der Form in der sie passieren. Es tut mir leid, dass er sich durch den Faustschlag angegriffen gefühlt hat. Aber das zeigt nur sein mangelndes Verständnis für improvisierte Performancekunst. Ein richtige Künstler hätte sich bis zu Bewusstlosigkeit verprügeln lassen - dann hätte man zumindest einen Diskussionsansatz und könnte ihm nicht vorwerfen, die feige, eingebildete Pfeife zu sein, die er nun mal ist.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #18 springen »
#26 MiepmiepAnonym
#27 nix kommt nixAnonym
  • 06.10.2014, 06:53h
  • also mal ehrlich...wenn ich schon Grindr-User bin, wenn ich eh schon alles oder fast alles über mich im Internet preisgebe, dann bin ich doch eh schon "geoutet", oder nicht?

    Und ich bin nie sicher, ob am anderen Bildschirm nicht ein Perverser hockt, und ich merke es nicht mal. Und dann soll ausgerechnet das hier, dieser eine harmlose Irre, der sich in nen Glaskasten setzt um eben die Leute unter anderem auch zum Reflektieren über die bestehende und oft gefährliche Transparenz des Internets anzuregen eine Gefahr darstellen? Kann ich nicht nachvollziehen.
  • Antworten » | Direktlink »
#28 Benjamin ButtonAnonym
  • 06.10.2014, 15:35h
  • Antwort auf #17 von TheDad

  • Zitat von Ihnen:
    und freiwillig das Post- und Telekommunikationsgeheimnis als GRUNDRECHT aus dem GG einfach so über Bord zu werfen..

    Es ist ein Unterschied ob jemand etwas freiwillig tut (legal) oder von einem Künstler ohne Erlaubnis dazu gezwungen wird (strafbar).
  • Antworten » | Direktlink » | zu #17 springen »
#29 sperlingAnonym
  • 06.10.2014, 19:29h
  • Antwort auf #17 von TheDad
  • >"Keinen hat es interessiert das die NSA massenweise die Handy´s von Bundesbürgern abhört.."

    in welchem paralleluniversum?

    wenn es tatsächlich die absicht der aktion war, ausgerechnet den umgang mit daten zu problematisieren, dann frag ich mich, weshalb man sich dann angeblich um eine (später noch verstärkte) anonymisierung bemüht hat. da hätte man doch konsequenterweise nicht den ganzen bohei um farbverzerrungen und texthinweise machen müssen, sondern hätte einfach alles knallhart veröffentlicht und dann den aufmerksamkeitsbums abgewartet. hat man aber nicht.

    warum nicht? weil es offenbar um etwas ganz anderes gehen sollte - das jetzt aber niemanden mehr interessiert.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #17 springen »
#30 TheDadProfil
  • 06.10.2014, 21:46hHannover
  • Antwort auf #29 von sperling
  • ""warum nicht? weil es offenbar um etwas ganz anderes gehen sollte - das jetzt aber niemanden mehr interessiert.""..

    Eben..
    Ich hätte auf die Anonymisierung auch verzichtet..

    Wenn bei so genannten "Straßenbefragungen" von irgendwelchen TV-Sendern Namen eingeblendet werden, die sich entblöden Fragen die eigentlich jeder weiß absolut falsch zu beantworten..

    Wenn in Werbespots für Brillenhersteller kaum 20-jährige ganz offensichtliche Tunten davon schwärmen seit sehr langer Zeit schon Kunde zu sein, ihre Gestelle aber auf "anraten der FreundInnen" auszusuchen..

    Wen will man dann eigentlich noch irgendwie outen oder damit schaden ?
  • Antworten » | Direktlink » | zu #29 springen »
#31 sperlingAnonym
#32 TheDadProfil
  • 07.10.2014, 06:49hHannover
  • Antwort auf #31 von sperling
  • Ist das nicht herrlich ?

    Stell Dir vor, was an anderer Stelle bereits beschrieben wurde, der Dries hätte Heten mit ihren Dating-Portalen aufs Korn genommen..

    Keiner der Kritiker hätte hier von Datenschutz und all dem anderem Quatsch über vermeintliche Kunst gefaselt..

    Sie hätten sich alle Händereibend das Maul über die Blödheit der Heten zerrissen..

    Aber was soll´s..
    Die Beer is eh geschält, das Projekt gecancelt..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #31 springen »
#33 stromboliProfil
  • 07.10.2014, 09:58hberlin
  • Antwort auf #4 von Reto77
  • ahhhh, kommern wir ans eingemachte?

    "Gindr wird in der arabischen Welt (z.B. Ägypten) dazu genutzt, um Schwule aufzuspüren und viele Jahre lang als angebliche Triebtäter einzusperren."

    sollten wir uns also nicht lieber mit "grindr beschäftigen und seine wirkung auf unser sozialverhalten, als hier apologetisch seine technisch vereinfachende form der sexsuche zu überhöhen und ihre "gefährlichkeit an einer gesellschaftsform festmachen, die für sich schon gefährlich für uns ist.
    Die uns feindlich gegenüberstehenden gesellschaften werden immer zu jeder zeit ihre wege finden, um uns "aufzuspüren...
    Wir können uns nur über das wie und wo abgleichen , das warum bleibt für uns aussen vor.

    Zurück in die freiheitlich DEMOKRATISCHE GRUNDORDNUNGSREPUBLIK:
    Ich mein, wenn wir schon die möglichkeit des sich sichtbarmachens nutzen, also uns in eine sichtbare form begeben, dann ist das klagen über sichtbarkeitwerdung gegenüber einer uns nicht genehmen mitwelt zutiefst heuchlerich.

    Was empört uns.. das wir in foren selbst unsere vorlieben bloß legen.. uns als schwanzlutscher, arschficker und gefickte casten wie in einem bundesschwanzlutscher contest bei rtl
    --
    Öffentlichkeit so wie wir sie darstellen wollen scheint die der verpartnerten -kinderwunschbeseelten schwiegermüttertauglichen zu sein.
    Da ist kein platz für geilheit.
    Alles was darüber hinaus ragt wird flux zur "privatheit" erhoben.

    Mag ja sein das es dem ami und anderen homos peinlich war, seine wichsvorlagen im öffentlichen raum wieder zu finden.. aber so ist nun mal die welt: es waren SEINE phantasien die öffentlich gemacht, so einen einblick auch in die innere struktur homosexueller befindlichkeit gibt.. abseits jener
    hochglanzbroschüren, die nun so heftigst verteidigt sein wollen.

    Was ist eigentlich mit den "gindr-partys.., jene wo sich "freunde treffen um gemeinsam sich über die geilheit jeweiliger chatpartner zu amüsieren...
    Ich war 2x auf solchen treffs und mir taten die opfer leid, weil sich so entäußernd ob ihrer (klein)bürgerlichen hülle, ihre aufrichtigkeit zum extrem nicht mal belohnt wird sondern meist verhöhnt.

    An anderer stelle hab ich den vergleich mit der klappenkultur gebracht.. ich erweitere ihn hier noch einmal: der blick durchs loch war auch ein blick auf vielseitige versprechungen.. besonders wenn zuvor die zettel unter der trennwand oder durchs loch geschoben, die phantasie anregen sollten.
    "Gindr" ist so das klappenloch der heutigen zeit, die user, die klappenbesucher mit dem verlangen nach dirty-talk und schneller triebabfuhr.
    Jede zeit ihre riten!
    Das mag störend sein im mittig angekommen sein in der bürglerlichen gesellschaft..
    Aber leugnen was nun mal sache ist , ist eher contraproduktiv, spielt gar den "homokritikern in die hände.. seht her, die homos schämen sich selbst ob ihrer lebensweisen.

    Ich will dreckige schwule mit dreckigem sex , die verschwitzt nach dem nächsten fick fragen, und keine glattgebügelten kauch-spahn-ilg- sonstwas lachnummern, die sexualität in die innerste ecke ihrer daseinsschublade stecken, um dann "verschwitzt" in gindr oder am klappenloch um ihre privatsphäre bangen und hier dann noch auf datenschützer machen..

    Wenn kunst , in welcher form auch immer, auf die systemimmanenten widersprüche in der gesellschaft aufmerksam macht, hat sie ihre berechtigung...
    Man kann es mögen oder nicht, aber sie ist notwendig.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #4 springen »
#34 TheDadProfil
  • 07.10.2014, 21:44hHannover
  • Antwort auf #33 von stromboli
  • ""sollten wir uns also nicht lieber mit "grindr beschäftigen und seine wirkung auf unser sozialverhalten,""..

    Wo denkst du hin ?

    Das wäre doch wie nachträglich das Projekt Gut zu heißen, weil man erkannt hat daß das Gebrüll um Datenschutz, den man mit dem Beitritt zu Grindr mehr als bereitwillig aufgegeben hat, vielleicht doch nicht so einfach als Lösung eines Problemes daherkommt das auf völlig naderen Parametern basiert :

    Die uns nachkommenden Generationen sind offensichtlich nicht mehr in der Lage einen anderen Schwulen in der Öffentlichkeit zu erkennen..

    Vielleicht wurde ihnen zwischenzeitlich sogar das Gaydar genetisch weg gezüchtet und durch ein Handy-Gen ausgetauscht das sie in den Glauben versetzt, wenn sie das Teil für 5 Minuten aus der Hand lägen, würden sie die Haptik verlernen, die einstmals große Gestik in kleine Wischbewegungen der Fingerchen verwandelte..

    Wer ständig auf einen 7,2 Zoll-Bildschirmchen starrt kann nicht einmal mehr geradeaus schauen, und das Lächeln im Gesicht gegenüber entdecken..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #33 springen »
#35 sperlingAnonym
  • 08.10.2014, 14:08h
  • Antwort auf #34 von TheDad
  • >"Datenschutz, den man mit dem Beitritt zu Grindr mehr als bereitwillig aufgegeben hat"

    man kann dir sogar die agb von grindr vorlegen, die GENAU DAS explizit ausschießen, was in der kunstaktion passiert ist, und du behauptest trotzdem weiterhin, die grindr-nutzer hätten dem zugestimmt?

    ich staune.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #34 springen »
#36 TheDadProfil
  • 08.10.2014, 23:11hHannover
  • Antwort auf #35 von sperling
  • Was gibt es denn da zu staunen ?

    Faktisch ist es doch so das jeder der bei Grindr ist dich sehen kann, sobald du Online bist, und nicht nur die paar Leute die zufällig vor dem Container rumstanden..

    Wenn ich das richtig verstanden habe, hat sich das angebliche "Opfer" zwischenzeitlich seine eigene "gelungene Gegenaktion" als Form von "Kunst" bezeichnet..

    Was die AGB´s betrifft, so misstraue ich grundsätzlich den "Vorgaben" die meine Rechte angeblich schützen würden, denn genügend Gegenbeispiele spielen sich regelmäßig nicht nur von Promi´s vor den Gerichten ab..

    Bei den angesprochenen "terms-of-service" stellt sich mir die Frage ob die so überhaupt gültig sind, denn nach europäischem Recht müssen die AGB´s in deutsch verfügbar sein..
    Bloß finden kann ich die nirgendwo..

    Aber einem Testbericht mit einer hübschen Aussage :
    ""Kein anderer Dating Service ist auf einen so direkten und spontanen Kontakt mit anderen Nutzern ausgelegt und kommt derart klar zum Punkt. Wem diese Nähe und der unmittelbare Kontakt zu viel ist, der ist allerdings besser bei klassischen Portalen wie PlanetRomeo aufgehoben.""..

    www.gaydating-test.com/grindr.html

    Das hätte sich das "Opfer" mal durchlesen sollen, bevor er anderen Gewalt anbietet..
  • Antworten » | Direktlink » | zu #35 springen »
#37 sperlingAnonym
  • 09.10.2014, 14:38h
  • Antwort auf #36 von TheDad
  • was gibt es da immer noch misszuverstehen? du behauptest, grindr-user hätten mit ihrer mitgliedschaft ihr recht auf datenschutz praktisch komplett aufgegeben, und somit sei die kritik an der veröffentlichung, die im rahmen dieser aktion geschah, nicht gerechtfertigt. in den agb von grindr ist aber sehr eindeutig festgehalten, dass das, was hier konkret passiert ist, durch die agb verboten ist. wer hat da also seine rechte aufgeben?

    >"Was die AGB´s betrifft, so misstraue ich grundsätzlich den "Vorgaben" die meine Rechte angeblich schützen würden, denn genügend Gegenbeispiele spielen sich regelmäßig nicht nur von Promi´s vor den Gerichten ab."

    und wieder: wenn irgendwo ein unrecht geschieht, kann das doch nicht heißen, dass damit ein vergleichbares unrecht plötzlich okay ist.

    es ist auch kein argument, dass die agb in englisch verfasst sind. dadurch, dass ich das verbot der veröffentlichung nicht verstehen kann, werde ich doch nicht automatisch rechtlos.

    ich begreife nicht, weshalb du so verbissen daran festhalten willst, dass der künstler hier keine rechte verletzt hat. vielleicht kannst du mir - jenseits der rechtlichen situation - noch mal erklären, was eigentlich deine motivation dabei ausmacht.
  • Antworten » | Direktlink » | zu #36 springen »
#38 TheDadProfil
  • 09.10.2014, 23:10hHannover
  • Antwort auf #37 von sperling
  • Zunächst erschließt sich mir die ganze Aufregung nicht..

    Ein Großteil der Kommentare hier zielt darauf ab, ´was ich nicht als Kunst verstehe, ist keine´..

    Das ist definitiv die völlig falsche Betrachtungsweise der Geschichte, denn Kunst ist, was vom Künstler dazu erklärt wird..

    Kunst muß weder "funktionieren" noch von jedem verstanden werden..

    Wenn ich dann dazu lese :

    ""Ein Einzelner (Parker T.) hat sich daran gestört, sich selbst erkannt zu haben, nach dem er dem "Date zum Rasieren" mit dem Künstler Dries zusagte, erst danach brach durch auf Facebook verbreitete Hetze die totale Hysterie los, andere sprangen auf und erzählten "Entblößungs-Märchen". Peinlich.""..

    Ein einzelner Mann hat SICH SELBST erkannt..
    VOR DEM CONTAINER stehend, und dann angefangen zu randalieren..

    Damit hätte die Geschichte beendet sein können..
    War sie aber nicht, denn zwischenzeitlich gewinnt genau dieser Einzelne mediale Aufmerksamkeiten und fördert diese selbst..

    Wie paßt das zum Aufreger der Woche, angeblich durch Datenmissbrauch "zwangsgeoutet" worden zu sein, anschließend sich im Medienrummel quasi zu suhlen ?

    Wo genau ist da das "Opfer" ?

    Wer mit einem offenem Grindr-Profil herumläuft ist nicht mehr der "heimliche Mensch", er ist bereits Out..

    Jeder der Grindr nutzen kann, und das KANN jeder Mensch mit Smartphone völlig unabhängig von der eigentlichen Zielguppe, die laut Grindr übrigens Hetero-Männer ausdrücklich einbezieht, kann ihn erkennen..

    Ob dann ein verfremdetes Bild und ein Chat-Verlauf zusätzlich noch irgendwo über einen Bildschirm öffentlich zu sehen ist, ist mMn eigentlich völlig unerheblich, denn JEDER in der Umgebung kann den Mann sehen, und als Grindr-Nutzer identifizieren..

    Dazu kommt was ich inzwischen aus verschiedenen Chat-Verläufen unzufiredener Grindr-Nutzer herauslesen konnte :

    Nach den amerikanischen terms-of-use sind solche öffentlichen Vorführungen auf Bildschirmen zwar verboten..
    Nach den deutschen AGB´s, die ich immer noch nicht finden konnte, "erwirbt" Grindr automatisch die Nutzer-Rechte an jedem Bild im eigenem Profil..

    Und damit wird es recht kompliziert, denn welches Kleingedruckte kommt hier nun real zum Einsatz ?
    Das amerikanische ?
    Wohl eher nicht, denn kein deutscher Verwaltungrichter ließe sich darauf ein..

    Wie erst neulich entschieden wurde weigern sich deutsche Richter nämlich "ausländische" Beweismittel anzuerkennen, und verlangen die Vorlage von Beweismitteln in deutscher Sprache..

    So ganz nebenbei basieren terms-of-use auf einer Erklärung zwischen Anbieter und Nutzer, und sind damit quasi individuell auf Firmeninteressen zugeschnitten..

    ABG´s basieren auf dem BGB und dem HGB und müssen allgemeingültig abgefasst darauf ausgerichtet sein die Nutzer-Gemeinschaft nicht zu "überfordern", was ich beim lesen der von Dir verlinkten terms-of-use mindestens anzweifle, da sie in USA vielleicht sogar von Bundesstaat zu Bundesstaat variieren..
    Dazu kommt die rechtliche Unsicherheit :
    Kann sich ein amerikanischer Tourist in Deutschland als Nutzer von Grindr mit einem wahrscheinlich amerikanischem Provider über Raoming in Deutschland auf die amerikanischen terms-of-use berufen, oder auf die deutschen AGB´s, denen dann noch die ABG´s des Drittanbieters hinzuzufügen sind ?

    Und am Ende könnte man zu dem Eindruck kommen das hier ein "Opfer" sein Warhol´sches Angebot genutzt hat um seine "everybody´s 15 minute a superstar" Chance zu nutzen, was sein Opfer-sein mehr als relativiert :

    wolfauftausendplateaus.de/2014/10/subjekte-in-zeiten-von-gri
    ndr-wanna-play-nachtrag.html
  • Antworten » | Direktlink » | zu #37 springen »
#39 sperlingAnonym

» zurück zum Artikel