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  • 08. Oktober 2014 26 2 Min.

Ray Cole ist wieder in seinen Heimatort Deal in der Grafschaft Kent zurückgekehrt

Nach Druck aus Europa haben die marokkanischen Behörden einen wegen Homosexualität verhafteten Touristen freigelassen.

Der Engländer Ray Cole, der wegen Homosexualität in Marokko zu vier Monaten Haft verurteilt worden war, ist nach Protesten am Dienstag freigelassen worden und wieder in seine Heimat zurückgeflogen. Der Sohn des 69-Jährigen aus der Grafschaft Kent hatte vergangene Woche die Verhaftung und Verurteilung seines Vaters publik gemacht und die sofortige Freilassung gefordert (queer.de berichtete). Daraufhin erhielt er die Unterstützung mehrerer Politiker. Sogar Martin Schulz, der Präsident des Europarlamentes, hatte sich mit einem Brief an die marokkanischen Behörden für die sofortige Freilassung des EU-Bürgers eingesetzt.

Cole hatte sich am 18. September via Internet mit einem schwulen Marokkaner verabredet. Die beiden wurden an einer Bushaltestelle von der Polizei verhaftet. Die Festgenommenen wurden anschließend wegen ihrer sexuellen Orientierung verurteilt. Ein Bild auf Coles Handy diente dabei als Beweis.

"Das war wie ein Konzentrationslager"


Ray Cole umarmt Familienmitglieder am Flughafen Gatwick

Bei seiner Rückkehr am Dienstagabend sagte der erleichterte Vater am Flughafen Gatwick gegenüber BBC-Reportern: "Das war kein Gefängnis, das war wie ein Konzentrationslager". Sogar Zehnjährige seien dort inhaftiert. Er wolle nun herausfinden, ob sein marokkanischer Partner ebenfalls freigekommen ist. Falls nicht, wolle sich die Familie für die Entlassung einsetzen.

Der Sohn Coles hatte bereits letzte Woche via Twitter die Zustände im marokkanischen Gefängnis beschrieben, in dem sein Vater einsaß: "Das Leben ist dort sehr trostlos. Die Gefangenen erhalten einmal am Tag gekochtes Gemüse, seine Zelle ist für 44 Männer ausgelegt. Weil dort aber 60 Männer sind, musste mein fast 70 Jahre alter Vater auf dem Betonboden schlafen." Er beklagte auch, dass er in die selbe Zelle wie Mörder oder Vergewaltiger gesteckt wurde. Daher rief er die Briten zu einem Tourismus-Boykott gegen Marokko auf.

Auf gleich­geschlechtliche Handlungen stehen in dem Land eine Haftstrafe von bis zu drei Jahren. Homosexualität gilt innerhalb der marokkanischen Gesellschaft als Tabu, wird aber gerade in Touristen-Orten wie Marrakesch, Agadir oder Tanger toleriert. Immer wieder gibt es Berichte, dass Homo­sexuelle gezielt verhaftet werden. So kam es erst im Mai zu mehreren Verurteilungen (queer.de berichtete). Die Menschenrechtsorganisation "Association marocaine des droits humains" (AMDH) beklagt, dass in Marokko oft Kindesmissbrauch milder bestraft werde als homo­sexuelle Handlungen. (dk)

-w-

#1 HeinerAnonym
  • 08.10.2014, 14:40h
  • Da sieht man wieder mal, dass Boykotte sehr schnell wirken.

    Aber zivilisierte Nationen dürfen jetzt nicht nachlassen, denn für schwule Marokkaner ist die Situation noch nicht besser geworden.
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#3 Oliver43Anonym
  • 08.10.2014, 15:32h
  • Da hilf nur ein Tourismusboykott, denn wenn dieses hart durchgesetzt würde, und von allen europäischen Reiseanbietern eingehalten würde, dann würde die marokanische Regierung SOFORT das Strafrecht ändern. Gleiches gilt für Ägypten.

    Aber die grossen Tourismuskonzerne hierzu zu bewegen, ist wohl leider aussichtslos...

    Insbesondere weil dann ägyptische oder marokanische Tourismusanbieter, in diese Lücke dann stoßen würden.

    Vielleicht ist es noch effektiver, wenn generell verboten wird, das europäische/US-amerikanische Kreuzfahrtschiffe in Marokko anlanden. Das würde dann eher helfen.
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