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Abschlussbericht des Runden Tisches Prostitution
NRW sieht Handlungsbedarf bei "mann-männlicher Prostitution"
- 10. Oktober 2014 2 Min.

Die Leiterin des Runden Tisches Prostitution, Claudia Zimmermann-Schwarz (rechts), übergab den Abschlussbericht an Emanzipationsministerin Barbara Steffens (Grüne) (Bild: MGEPA NRW)
Kondomzwang und Repressionen gegen Prostitutierte lehnt das Land Nordrhein-Westfalen in einem 100-seitigen Bericht ab – stattdessen soll es ein Werbeverbot für ungeschützten Sex geben.
Der "Runde Tisch Prostitution NRW" hat am Donnerstag seinen Abschlussbericht (PDF) an Landesemanzipationsministerin Barbara Steffens (Grüne) übergeben. Dabei wurde festgestellt, dass auch Stricher und Callboys besser geschützt werden müssen. Die "mann-männliche Prostitution" sei "besonders tabuisiert", wodurch ein "professionelles Verständnis von Sexarbeit" erschwert werde.
Das Thema "mann-männliche Prostitution" war auf Empfehlung einer Planungsgruppe für den 2012 beschlossenen "Aktionsplan für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt – gegen Homo- und Transphobie" in den Runden Tisch eingebracht worden. Insgesamt haben 70 Fachleute aus Wissenschaft und Praxis über einen Zeitraum von vier Jahren zum Bericht beigetragen.
"Während die allgemeine Vorstellung vor allem oder sogar ausschließlich von der weiblichen Prostituierten und dem männlichen Freier ausgeht, spielt in der sozialen Wirklichkeit mann-männliche Prostitution – sowohl Prostituierter als auch Kunde sind Männer – eine nicht unerhebliche Rolle", heißt es in dem knapp 100-seitigen Bericht. Der Anteil der mann-männlichen Prostitution wird mit zehn Prozent angegeben, der von Transsexuellen mit sechs Prozent. Das sei allerdings ein "wenig valider Schätzwert", da genaue Zahlen unmöglich zu erhalten seien.
Repressionen werden abgelehnt
Der Bericht lehnt viele repressive Maßnahmen gegen Prostituierte ab, wie etwa die im Saarland beschlossene Kondompflicht oder eine verpflichtende Gesundheitsuntersuchung. Diese Repressionen hätten eher negative Effekte, insbesondere für mann-männliche Prostitution: "Eine Kondompflicht erschwere die Zugänge zur männlichen Prostitutionsszene und führe zum Rückzug des Klientels. Dadurch werde wirksame Präventionsarbeit unmöglich", heißt es in dem Bericht. Alternativ befürwortet der Runde Tisch "ein Werbeverbot für ungeschützten Geschlechtsverkehr".
Ministerin Steffens lehnt auch die in einem Eckpunktepapier des Bundesfamilienministeriums geforderte Anzeigepflicht für Prostituierte und die Anhebung des Mindestalters auf 21 Jahre ab. Sie forderte einen rationalen Umgang mit Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern: "Prostitution lässt sich nicht verbieten, und Prostitution ist auch kein Beruf wie jeder andere. Aber wer diese Tätigkeit ausüben will, soll dies unter rechtsstaatlichen und menschenwürdigen Bedingungen tun können", erklärte Steffens bei Entgegennahme des Berichts. Nun habe man der ersten umfassenden Bericht, der einer Debatte um eine Reform des Prostitutionsgesetzes "wichtige Impulse" geben kann, so Steffens. (dk)















Von welchem PISA-Verlierer stammt den diese Bezeichnung?
Eine Mann-weibliche Prostitution ist mir jedenfalls noch nicht untergekommen.
(wie wäre Mann-für-Männer-Prostitution, M4M?)
Und Männer die sich Frauen gegenüber prostitueren sind anscheinend keiner Thematisierung würdig.