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  • 08. Januar 2005 22 2 Min.

Der umstrittene Kölner Kardinal soll sich für seine Äußerungen während der Drei-Königs-Predigt entschuldigen.

Gastkommentar von Volker Beck

Jeder Politiker, der die Sätze von Kardinal Meisner ausgesprochen hätte, könnte sich vor Rücktrittsforderungen nicht retten. Das Mindeste, das Kardinal Meisner jetzt tun kann, ist, dass er seinen Fehler einsieht, bekennt und sich entschuldigt.

Wer wie Meisner formuliert, verspielt das moralische Ansehen der Kirche. Die Verteidigung des Erzbistum Köln für Meisners Entgleisung macht es eigentlich
nur noch schlimmer. Meisner hat nicht nur die Verbrechen Hitlers in einem Atemzug mit dem Holocaust genannt. Im Redetext seiner Sylvesterpredigt auf der Homepage des Erzbistums heißt es sogar wörtlich: Abtreibung sei ein "Tatbestand", "der wohl alle bisherigen Verbrechen der Menschheit in den Schatten stellt". Damit hat er gesagt, dass die Abtreibungen in Deutschland schlimmer seien als Hitlers geplanter Massenmord an den Juden, den Sinti und Roma und vielen anderen Menschen. Dies widerspricht der Darstellung des Erzbistums!

Diese Aussagen kann man nicht mehr rechtfertigen, relativieren oder erklären, man kann sie nur zurücknehmen, wenn man noch etwas Anstand hat.

Kardinal Meisner ist aber bei Holocaust-Metaphern kein Ersttäter. In der Vergangenheit hat eine Rede von ihm zu Kritik geführt, in der gesagt haben soll, man solle die Homosexualität oder Homosexuelle ausschwitzen. Für diesen Kardinal steht schon länger ein Schuldbekenntnis aus.

Niemand spricht der Katholischen Kirche das Recht ab, ihre moralischen, ethischen und theologischen Positionen zur Abtreibungsfrage zu vertreten. Aber sie zu begründen, wie Kardinal Meisner dies getan hat, hat niemand das Recht!

Volker Beck ist parlamentarischer Geschäftsführer der grünen Bundestagsfraktion

8. Januar 2005

-w-

#1 thomasAnonym
  • 08.01.2005, 14:02h
  • dieser mensch ist derart von sich ueberzeugt, dass er sich wohl kaum fuer seine aeusserungen entschuldigen wird. ein herr goebbels hat dies auch nicht getan!
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#2 ralfAnonym
  • 08.01.2005, 14:37h
  • Volker Beck und alle anderen, die von Meisner immer mal wieder Entschuldigungen fordern, machen sich nur lächerlich. Typen wie Meisner, Sterzinsky, Buttiglione, Geis, Goppel, Ratzinger, Wojtyla, Hohmann usw. haben gerade das nicht, was man für eine ehrliche Entschuldigung braucht: ein Gewissen und moralische Maßstäbe. Solche Gestalten sind nicht zu Entschuldigungen aufzufordern, sondern sie sind zu verurteilen und konsequent auszuschließen aus unserer Gesellschaft. man darf ihnen keinerlei öffentliche Plattform in den Medien oder den Parteien bieten. Nur so lässt sich dieser Altnazisumpf brauner und schwarzer "Würdenträger" trockenlegen.
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#3 DavidAnonym
  • 08.01.2005, 14:52h
  • Nun, auf Druck der Presse hat er sich nun doch entschuldigt.
    "Wenn ich gewusst hätte..."
    Tja, von einem Paul Spiegel lässt er sich in die Schranken verweisen.
    "Wenn ich gewusst hätte, das ich Homosexuelle mit meinen Äusserungen verletze..."
    Das bleibt nur ein Wunschdenken. So weit wird es nicht kommen.
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