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Kommentare zu:
Mit der "Warm-Luft-Hansa" zum Homo-Geheimzirkel


#1 TimonAnonym
#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#3 JudgeProfil
  • 22.10.2014, 09:43hBerlin
  • Ich habe den Film am 17.10.14 in Berlin gesehen. Einfach großartig. Ein Film, der sowohl als Liebesgeschichte funktioniert als auch als Dokumentation des "Kreises" und der bedrückenden Zeit im - strafrechtlich liberalen, aber gesellschaftlich genauso intoleranten - Zürich der 1950er und frühen 1960er Jahre.

    Beeindruckend sind insbesondere auch die "echten" Röbi und Ernst. Geistig enorm präsent und einfach wunderbar zusammen anzuschauen. Beiden strahlen wahre Lebensfreude aus. Auch in seinen Achtzigern ist Röbi auf der Bühne bei seinem Lied "Die Seltsame" noch ungeheuer kraftvoll, kokett und charmant.

    Von der Schweiz in das Rennen um den Auslands-Oscar geschickt. Gewinner des Teddy und des Publikumspreises bei der Berlinale 2014.

    Unbedingt anschauen!!!
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#4 goddamn liberalAnonym
  • 22.10.2014, 10:06h
  • Endlich was aus dem wahren Leben. Das eben auch echte Probleme bereit hält.

    Bin schon sehr gespannt.

    Finde es nur immer wieder komisch, wenn in Filmen aus der Schweiz die Schauspieler ohne regionalen Akzent sprechen. Es wirkt irgendwie künstlich.

    Bei österreichischen Filmen ist das ja anders.
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#5 stromboliProfil
  • 22.10.2014, 10:59hberlin
  • gestern den film im wunderbaren eva-lichtspiele berlin gesehen...
    100 jahre bestehen und kein tag zu alt!

    vorweg, der film "enttäuscht weil er der kraft seiner eigenen geschichte nicht traut.

    Die gegeneinander geschnittenen spiel und dokuszenen sind teil einer integralen erzählstruktur, während die interviews hier eigentlich teil einer eigenen film-dokomentation wäre..

    So wertvoll aufschlußreich sie einblick über die soziale-psychlogische einstellung der handelnden erbringt, so sehr zerreißen sie auch die dramaturgie als film.
    So streckt der interviewteil den film an stellen, wo die aufmerksamkeit ob des geschehens am größten ist.. erklärt zwar manches, aber durchbricht auch den spielfluss !
    Schafft so längen.

    Aufgabe des filmes als fiktionsdrama ist es , die erzählstruktur auf die inneren konflikte zu lenken ohne dabei im erzählfuss zu erstarren.

    Wenn die beiden protagonisten, Ernst und Röbi ihre bürgerliche welt vor dem zugriff einer homophoben umgebung zu retten versuchen , deutet der film an, es gehe um die gestaltung eben jener bürgerlichen gegenwelt, die sie ausschließt.
    Ehe-partnerschaft als einzigst beständiges bindeglied .." "Wir bleiben zusammen, für immer", verspricht der Lehrer seinem Künstler in der größten Not und meint es ernst bis heute."...
    Die kommende umwälzung ( 67-68-69 und dann die schwulenbewegung ab 71-72) tritt vor diesem hintergrund als eher gemeinschaftsauflösendes element zurück..
    Alles fällt auseinander in diesem KREIS, das innere, wie das äussere, es folgt der "gelungene schritt ins private".
    Man versteht , warum die gemeinsame wohnung am ende das ziel der anstrengung ist.
    Man freut sich für die beiden und hat so doch nur mitleid mit den betroffenen.

    ""Gleiche Rechte für alle das ist mein Kommunismus", sagt Felix (Anatole Taubman), die "rote Schwester" mit der rebellischen Lederjacke, bevor er Ernst zum Seitensprung im Grünen verführt. Doch ausgerechnet die ab 1967 einsetzende Liberalisierung läutet das Ende des "Kreises" ein, lässt das Lebenswerk des zunehmend verbittert und altbacken wirkenden Rolfs in Luft auflösen. Im Aufruhr der Studentenbewegung formiert sich auch in Zürich die Homo-Bewegung neu."

    Es ist denn auch Felix, in einer der schlußszenen des filmes, der die vertraulichkeit des kreises als privatisierenden widerstand auflöst, um in eine politisch - widerständige welt hinaus zu gehen..

    Felix geht in die welt hinaus, Ernst & Röbi bleiben "zuhaus, gründen eine gemeinschaft die erst mit 70jährigen geburtstag auch das coming out sich leistet!
    Dazwischen weitere jahrzehnte des anpassens an gegebene, geborgte, geduldete sicherheiten.
    Ernst bleibt lehrer ohne in beruf oder familie seine beziehung zum freund einzugestehen und auszustehen.

    Gewiss, der film ist auch eine homage an die beiden und als doku auch angemessen und würdig, aber als film der sich an die emotion des betrachters wendet, trägt die geschichte der beiden allein nicht den film.

    Interessant für mich deshalb eigentlich drei, hier als nebenfiguren den film prägende figuren: der schuldirektor Seidel , "Rolf der KREIS initiator und eben Franz.

    Seidel wird in einer szene nach einem klappenbesuch gezeigt, wie er zuhause das eheliche schlafzimmer betritt , der im bett liegenden ahnungslosen gemahlin vom kegelbesuch erzählt, zuvor aber vom stricher als schuldirektor erpresst wird...
    Die sich in ihrer gewohnheit gefangenen ehepartner im allabendlichen sich abwenden vom anderen, sich so die rückzugsposition in ihre träume schaffend...
    eine szene, die unendlich mehr erzählt über die ängste der einzelnen...

    Nicht durchleuchtet, nur angedeutet die koloboration des kreisgründers "rolf mit der polizei über die jahrzehnte hin...
    Dessen bemühen, durch "mitarbeit" das schlimmste zu verhindern...

    Irritierend die darstellung des mörders, infolge dessen die hetzkampagne ihren höhepunkt nahm..
    Drei morde "im Milieu" , dienen als aufhänger für die verfolgung-denunzierung und hetze.
    Der täter, ein arbeitsmigrant aus dem italienischen süden, wird zum zielobjekt gegenseitiger aufmerksamkeit: hie die darstellung des vom geilen -pervertierten in die enge getriebene heteroindividiums ( zudem sodomisiert...) , die als grundlage für eine neue definition von "Sieg der Menschlichkeit" dient; da der blick auf den mörder, der straffei heraus kommt, ohne sich mit den wohl eigentlichen implikationen der ereignisse beschäftigen zu wollen...
    die doppelte ausgrenzung.. fremder und stricher, in einer ausnutzungssituation ( er wird als ausländer aus der schwulen kneipe "barfuss" rausgeworfen.. "wir wollen solche wie dich hier nicht haben"...die züricher stricher aber sehr wohl das lokal frequentieren...)...
    in einer zeit in der missbrauch / rassimus diskutiert wird, hätte hier ein genauerer blick nützlich sein können.. so bleibt nur die wut ob eines unverständlichen strafmaßes.

    Hier wäre der dritte strang vorhanden, neben Ernst&Röbi, Franz , die einen ausschließlichen spielfilm auf ein grundsolides fundament gestellt hätten.
    Zudem die schauspieler insgesamt wirklich beeindruckend, die dialoge, kamera und ausstattung (!) gut sind.

    Der regisseur erzählt über die schwierigkeiten die die finanzierung hatte.. wohl auch dies ein resultat für die vorliegende fassung..
    Man muss es nicht als manko verstehen, so wie der film nun sich uns präsentiert..
    Denn trotz aller schwächen, der film ist nicht "bemüht.. , er traut sich halt nicht so recht..
    schade.

    Im anschluß in der publikumsdiskussion erwähnt er die nichtbereitschaft deutscher förderungsgremien , diesen film zu unterstützen..
    mir ging dabei durch den kopf wie nötig es wäre, einen film zu drehen über die ereignisse in frankfurt main ende der 50ziger jahre, als die staatsgewalt ihre hetzkampagne mit unterstützung der presse ( auch hier paralelen zu zürich..) startete, die zu razzien, bloßstellungen, anklagen und verurteilungen führte.
    Man spricht in diesem zusammenhang von 17-23 suizid toten, deren geschichte bis heute ungesühnt und unbeachtet blieb.
    Die hetze -verfolgung wurde vom damaligen generalstaatsanwalt Bauer beendet, was mittelbar letztendlich auch seine kariere beendete.

    Alles im allen ein sehenswerter film trotz "entäuschung...
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#6 LangsamLangsamEhemaliges Profil
  • 22.10.2014, 11:02h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Wenn Du nicht gerade in einer Großstadt wohnst, kaum. Schade. In München läuft der nur in einem Kino. Ich hoffe, im größeren Saal, mit 64 Plätzen. Der kleine Saal hat nur 38. Es ist eben, auch wenn er gut gemacht ist, ein Nischen-Film. Deshalb läuft der Film auch, in einem Kino im Glockenbach-Viertel.
    Die Spaßklamotte für Heten, "Coming in" läuft, in einem der größten Kinos, rauf und runter.
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#7 reiserobbyEhemaliges Profil
#8 stromboliProfil
  • 22.10.2014, 12:02hberlin
  • noch einen einwurf:
    "Ernsts Vater sagt im Film deutlich, was er von Taugenichten hält, die keine Verantwortung für Frau und Kinder übernehmen, stempelt sie und damit auch seinen eigenen Sohn als seelisch verkrüppelt und infantil ab."

    Das stimmt so nicht.. die schwester berichtet dies als ausspruch ihrer mutter!
    Was eine private erfahrung von mir bestätigt die ich mit einigen freunden teile...
    Es waren dei mütter, die oft treibende kraft hinter der homophoben familienaufstellung waren.. stärker noch als die "schwachen väter" welche lieber "wegschauten...

    Auch im film ist so die mutter die treibene kraft..
    sie lässt ostentativ die ihr geschenkten blumen liegen, statt sie in eine vase zu geben..
    Meine mutter hat ebenso ostentativ die grußhand meines damaligen freundes übersehn..
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#9 reiserobbyEhemaliges Profil
#10 gatopardo
  • 22.10.2014, 13:11h
  • Antwort auf #8 von stromboli
  • Das hast Du offensichtlich anders erlebt als ich, da ich als Unehelicher nie einen Vater hatte, sondern immer nur Mutter, Oma und Tanten. In meiner nordwestdeutschen Heimat der 50er und 60er Jahre war man etwas toleranter und schwule Freunde gingen bei uns aus und ein, aber man wollte nicht unbedingt, dass ich mich mit ihnen solidarisierte. Kurz vor meiner berufsbedingten Versetzung 1966 ins homophobe Franco-Spanien hatte ich mitunter das Gefühl, als wenn die ostfriesischen Damen über mich bescheid wussten, es aber nicht als besonderen Makel empfanden.
    Heute vermute ich, dass man in nördlichen Hafenstädten ohne religöse Bindungen gesellschaftlich immer einen Schritt weiter war ?
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#11 LorenProfil
#12 SebiAnonym
#13 LangsamLangsamEhemaliges Profil
  • 22.10.2014, 19:02h
  • Antwort auf #7 von reiserobby
  • Nicht unbedingt. Einer meiner Lieblingsfilme, immer noch obwohl von 2005, ist "Snow White", von Samir, aus der Schweiz. Man konnte wählen zwischen Deutsch und Schweizerdeutsch/Französisch. War wohl Züricher Dialekt. Jedenfalls verständlich. Es war sehr angenehm, den Film in Original-Sprache zu sehen. In dem Fall Schweizerdeutsch/Französisch.
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#14 axelsProfil
  • 22.10.2014, 23:05h-
  • Antwort auf #5 von stromboli
  • Gut, der wertvollen Rezension noch einen kritischen Blick an die Seite zu stellen! Dennoch teile ich Deine Position, stromboli, nicht ganz. Ja, es ist weder reines Fiktion-Drama, noch reine Doku. Und ja, es hätten weitere Erzählstränge, die im Film aufgegriffen sind, noch weiter vertieft werden können.

    Doch gerade der Mix aus historischer Rückblende, gepaart mit heutigen Aussagen der Protagonisten, bringt Authentizität, und dadurch auch nochmals eine spezielle Ebene der Intimität der Erzählung.

    Und die weiteren Erzählstränge - mit der Tiefe, die durch sie angerissen wird - wollen vielleicht nicht mehr, als zu kontextualisieren und damit auch die "geglückte" Geschichte von Ernst und Röbi ein Stück weit zu relativieren. Jedenfalls wird durch sie auf recht komprimierte Art und Weise ein zugleich reiches Bild möglicher Zerissenheiten, Ängste und innerer Auseinandersetzungen gezeichnet, die nicht in gefundene Zweisamkeit münden.

    Und das Verheiraten verschiedener Genre hat mich dabei genausowenig aus einem emotionalen Eintauchen gerissen, wie die (späte) Heirat von Ernst und Röbi, als deren spezifisches Versprechen. Dass dieses bis heute eingelöst ist, mag dem Liebesfilm zwar ein wenig sein fiktionales Moment stehlen - doch zugleich wird damit auf eine spezielle Art und Weise eine Antwort auf die ab den 70ern geführten Diskussionen, ob die bürgerliche Ehe überhaupt ein politisch zu verfolgendes Ziel sein könnte, thematisiert. Und es wird damit an ein bürgerliches Momentum, das einst (und aus guten Gründen) den Kreis mitprägte, angeschlossen.

    Das ist dann auch das, was mir ein wenig zu kurz kommt: eine differenziertere Betrachtung der Nach-Kreis-Zeit im Spannungsfeld von Angepasstheit und Queerness. Um besser diskutieren zu können, wie zeitgemäss es sein kann resp. ist, Angepasstheit als Strategie zu wählen - ob politisch oder persönlich. Hier glaube ich, dass an die Mittel des Films - wenige Haupterzählstränge an ihren Seiten nochmals aufzufächern und anzureichern - erfolgreich angeknüpft hätte werden können. Nicht um damit den Anspruch zu erheben, auch die Nach-Kreis-Zeit komplett einzufangen. Vielmehr um die Relevanz der politischen Themen des Kreises zeitlich besser zu aktualisieren und damit bezüglich unserer Jetzt-Zeit konkreter ins Bewusstsein zu rufen.

    Wie auch immer...: super Film, absolut sehenswert, Gratulation allen Macher_innen!
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#15 stromboliProfil
  • 23.10.2014, 10:14hberlin
  • Antwort auf #10 von gatopardo
  • ja mein lieber, es gibt eine eigenartige mélange der gegenseitigen versicherung und zwangssolidaritäten, wie mütter sie ihren söhnen gegenüber produzierten.
    Womöglich folge der eigens erlebten unterordnungsstruktur, die ihnen im männerbestimmenten haushalt jener zeit aufgezwungen war.

    Was ihnen an "spielraum blieb, war die pflege und das hüten der häuslichen moral...
    der mann auf arbeit, die frau als "gute seele" , den haushalt nach aussen vertretend.

    Sind die fenster geputzt, wann und wie oft die vorhänge gewechselt, betten ausgeschüttelt und teppiche geklopft..
    Hieran konnte man/n das funktionieren der frau im alltag abmessen und umgekehrt, die frau sich selbst als funktionstüchtig definieren.
    Weiter spiegelte sie so die inneren familienverhältnisse wieder, die so nach aussen hin "funkelten und glänzten.
    Wehe da war ein fleck auf der weste.. da wurde gerubbelt und verdrängt.
    Was nicht für die augen der "anderen bestimmt war, musste weggesperrt werden.

    Andererseits waren die söhne die trumpfkarte der frauen im spiel gegen ihre männer...
    je mehr die sexualität gegenüber ihren männern abnahm , umso größer wurde die inbesitznahme des heranwachsenden sohnes eine ersatzhandlung. In ihm konnten all die wünsche geformt werden die sie in ihren männern suchten und meist nicht mehr fanden.

    Für den mann bedeuten die söhne den beweis undlegitimation ihrer existens, so wie sie sie leben durften..Söhne verhießen die fortführung der männlichen linie, in ihr konnte der mann als mann sich spiegeln.

    Der mann mochte ja in seiner rolle als unterdrückender sich dessen nicht bewusst sein, aber er funktionierte in weitestem sinne als solcher.

    Die mär vom < nur wollen dann geht es schon >
    entsteht so aus der tatsache männlicher eigenwahrnehmung gegenüber ihrer eigen gelebten sexualität...
    immer können, egal was sich bietet...
    Was im heterosexistischen wunschdenken dazuführte, dass man homos empfahl, während des aktes mit der ehefrau, man/n ja an männer denken könne.
    Hauptsache der akt wird vollzogen!

    Mein vater hat mir jahrzehnte nach meinem coming out erzählt, wie enttäuscht er von meiner weigerung war, dies überhaupt nur in betracht zu ziehen.., was er darauf zurück führte, dass ich viel zu jung war ( 15..), um über das leben und seine konstrukte etwas zu wissen.

    Was fehlte, war die fähigkeit der männer untereinander gespräche über ihre sexualität und ihre unterschiedlichkeit hierüber zu führen!
    Was übrigens heute immer noch fehlt!

    Noch mal zurück zu den UNS umgebenden frauen:
    natürlich spüren frauen uns gegenüber den unterschied daran was schwule ihnen gegenüber an "signalen oder auch fehlenden signalen senden.
    Es fehlt das "begehren" sich nennende bedrängen!
    So wir eher wie ein brieffreund einzug in die heteronormierte wahrnehmung von frauen halten.
    Eben ein ungefährlicher hausfreund mit wohlfühligkeitseffekt.

    Da aber frauen auch objektfixierte sind die sich in der "umwerbung durch den virilen mann bestätigt fühlen", wird schwule "zurückhaltung nun doch ein problem.
    Das hat weniger mit "mütterlichem instinkt" zu tun als mit der spürbar-sichbaren rollenverweigerung , dem fehlen der bereitschaft, "beschützer der frau" werden zu wollen.
    Das kulminiert in der feststellung : der hat "noch" (?) kein interesse an verantwortung.. an frauen.
    So eng also der wunsch ist, unbelasstet mit einem mann die welt zu teilen, so bedrohlich der fehlende anerkennungswille ihrer "weiblichkeit".
    Zwei männer miteinander, "machen weiblichkeit der frau überflüssig".
    Ich nenne es mittlerweile das von storch - syndrom...

    Ich sehe da übrigens nur teil-unterschiede zwischen jener zeit und heutiger mann-frau beziehungen.
    Und was in den letzten 30-40 jahren da an gegenseitiger "öffnung sich entwickelte, wird heute aus vielerlei gründen wieder zurück genommen.

    Typich z.b, die wahrnehmung der Journalistin Klara Obermüller, die das promiske und flüchtige Sexleben der Männer als wirr und chaotisch bezeichnet.

    www.taz.de/Dokudrama-aus-der-Schweiz/!148176/
    Mutige Tunten in Zürich

    In der übernahme dieser sicht wird auch die weibliche definition der männlichen sexualität neo- formuliert und bestätigt.

    WAs mich noch mal zurück auf die von mir beschriebene besuchsszene bei den eltern von Ernst bringt:
    Man beobachte die familienaufstellung, den ständig zur seite tretenden vater, der nervös-freundlich " neugierig" sich dem neuankömling zuwendet, etwas über ihn erfahren will, was die mutter sofort unterbricht..
    Die wirklich starke im haus ist die frau..
    Das ist nicht nur gut gespielt, sondern genau beobachtet!

    Die schwester erinnert sich: der vater spricht von taugenichten die verantwortungslos ins leben hinein gehn, die mutter präzisiert dies wohl, "stempelt sie und damit auch seinen eigenen Sohn als seelisch verkrüppelt und infantil ab."

    Ich finde diesen "unterschied bemerkenswert und macht mut, doch noch mal über unsere mütterbeziehungen nach zu denken..
    vieleicht hängt da ja irgenwo noch eine nabelschnur rum!
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#16 TorstenEhemaliges Profil
  • 31.10.2014, 22:42h
  • Ein großartiger, bewegender Film und gleichzeitig ein Stück Zeitgeschichte. Sollte sich Herr Kreuzpaintner mal anschauen, als Nachhilfe in Sachen schwuler Geschichte.
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