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Michael Sam wieder auf Vereinssuche

Schwuler NFL-Spieler Michael Sam gefeuert

  • 22. Oktober 2014 9 2 Min.

Rückschlag für Michael Sam, aber der 24-Jährige will weiter für eine NFL-Karriere kämpfen

Als erster schwuler NFL-Spieler hatte Michael Sam vor zwei Monaten für Schlagzeilen gesorgt. In seinem Team konnte er sich aber nicht durchsetzen und sucht nun nach einem neuen Verein.

Das NFL-Team Dallas Cowboys hat den Profi-Footballer Michael Sam am Dienstag aus dem Ersatzkader gestrichen. Damit ist der Defensiv-Spieler vereinslos und muss weiter auf den ersten Einsatz in der reichsten Liga der Welt warten. Der 24-Jährige ist der erste schwule Profispieler, der seine Homosexualität nicht versteckt.

Sam, der aus dem knapp 500 Kilometer von Dallas entfernten Galveston stammt, war in der letzten Saison zum besten Defensivspieler in der Southeastern Conference der College-Liga gewählt worden. Mit seinem Coming-out im vergangenen Februar sorgte er dann für Schlagzeilen weit über die Sportpresse hinaus (queer.de berichtete). Im Mai hatten ihn dann die St. Louis Rams aus Missouri verpflichtet, er schaffte es aber nicht ins Team. Daraufhin heuerten die Cowboys den Spieler am 3. September für ihr zehnköpfiges Ersatzteam an, das gemeinsam mit dem Stammkader trainiert. Hier konnte der Spieler offenbar nicht überzeugen, obwohl sich Trainer Jason Garrett wiederholt lobend über den Neuzugang geäußert hat.

Sam dankt dem Verein

Via Twitter dankte Sam dem Team und seinen Unterstützern "für diese Chance". "Ich werde mir das, was ich hier gelernt habe, zu Herzen nehmen und dafür kämpfen, endlich beweisen zu können, dass ich jeden Sonntag spielen kann", so Sam.

Bei seiner Verpflichtung war Sams Homosexualität ein großes Thema in den Medien und führte auch zu Protesten von meist christlich motivierten Homo-Gegnern. Eine geplante Demo einer fundamentalistischen Lobbygruppe vor dem Stadion wurde allerdings im vergangenen Monat abgesagt (queer.de berichtete). Jerry Jones, der Besitzer der Cowboys, erklärte erst letzte Woche, dass "niemand" mehr über die Homosexualität Sams spreche sondern nur über seine sportlichen Leistungen.

Bislang hat noch nie ein offen schwuler Footballer für ein NFL-Team gespielt. Sechs Spieler haben sich nach ihrem Karriereende als schwul geoutet. Ein weiterer Spieler, Jerry Smith von den Washington Redskins, wurde erst posthum geoutet, nachdem er 1986 an den Folgen von Aids gestorben war. (dk)

#1 Corvin SnowAnonym
  • 22.10.2014, 11:15h
  • Selbstverständlich hat dies überhaupt nichts mit seiner Homosexualität zu tun. Und niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.
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#2 GeorgGAnonym
  • 22.10.2014, 11:25h
  • Es ist wie überall im Sportbereich: Solange ein schwuler Sportler gute Leistungen bringt, wird er umjubeld, auch wenn er offen schwul ist. Wenn er diese Leistungen nicht mehr bringt, ist er "die Tunte".
    Ergebnis: Schwuler Spitzensportler sollten sich besser NICHT outen.
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#3 Just meAnonym
  • 22.10.2014, 12:20h
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • Du magst recht haben, wenn du schreibst, dass offen schwule Sportler bei Fehlleistungen stärkerer Kritik ausgesetzt sind bzw. ihnen ihr privilegierter Männlichkeitsstatus abgesprochen wird. Das ist im Sport mit seiner Besessenheit von archaischer Männlichkeit sicherlich extrem. Doch ist es in der Politik oder Wirtschaft generell anders? Wenn jeder den Schwanz einziehen würde, sobald man ihn als Tunte bezeichnet, gäbe es niemals offen schwule Politiker, Manager oder eben auch Sportler. Nicht im Jahr 2014 und auch nicht im Jahr 2114. Gerade deshalb ist es wichtig, dass sich andere outen. Ich habe Verständnis dafür, dass einige es aus persönlichen Gründen vorziehen, ungeoutet zu bleiben. Es sollte dabei aber nicht vergessen werden, dass ein solches Doppelleben auf Dauer krank macht. Mir wäre der Preis einer derartigen Anpassung definitiv zu hoch...
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