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- 31. Oktober 2014 3 Min.

Tim Cook gilt nach seinem Coming-out als mächtigster Schwuler der Welt (Bild: Valery Marchive / flickr / by-sa 2.0)
Während ein russischer Politiker schon ein Einreiseverbot für den Apple-Chef fordert, richten unter anderem Ex-Präsident Bill Clinton und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg Glückwünsche aus.
Das Coming-out von Tim Cook hat zu einer großen Resonanz in den Medien geführt. In den USA gibt es fast ausnahmslos Lob dafür, dass Cook am Donnerstag erstmals öffentlich über seine Homosexualität sprach (queer.de berichtete). Die "Columbia Journalism Review" sprach sogar davon, dass Cook als erster offen homosexueller US-Konzernchef zum "mächtigsten Schwulen der Welt" aufgestiegen ist.
Gerade aus der IT-Branche gab es viel Lob: "Danke, Tim, dass du gezeigt hast, was es heißt, ein echter, mutiger und authentischer Anführer zu sein", erklärte Mark Zuckerberg von Facebook. Microsoft-Chef Satya Nadella erklärte auf Twitter, er sei inspiriert von Cook. Rob Glaser, der Mitgründer des Anbieters "Real Networks", äußerte die Hoffnung, dass Cooks Schritt Jugendlichen Mut machen werde: "Wenn man 14 Jahre alt ist und herausfindet, dass der Chef eines der legendärsten Unternehmen der Welt schwul ist, denken sie: 'Es gibt keine Grenzen dafür, was ich schaffen kann'", erklärte Glaser gegenüber der "New York Times".
Unterstützung von Apple

Ex-Präsident Bill Clinton
Auch aus Cooks eigener Firma gab es eine Reihe von aufmunternden Kommentaren. So erklärte Verwaltungsratschef Arthur Levinson, Cook werde von der gesamten Firma und dem Aufsichtsgremium unterstützt.
Auch Politiker lobten Cook für seine Offenheit. So erklärte Ex-Präsident Bill Clinton via Twitter, dass er seinen Hut vor Cook ziehe. Nancy Pelosi, die demokratische Fraktionschefin im US-Abgeordnetenhaus, beglückwünschte Cook dafür, dass er es für andere Homosexuelle leichter gemacht habe, sich ebenfalls zu outen.
Ähnlich äußerten sich auch LGBT-Aktivisten. So erklärte Chad Griffin, der Chef der Human Rights Campaign, Cooks Coming-out werde jenen Mut spenden, die bis heute mit ihrer sexuellen Orientierung kämpfen: "Cooks Bekanntmachung wird unzählige Leben retten." Der Apple-Chef habe mit seinem Coming-out Millionen von Menschen in aller Welt inspiriert.
Homofeindlicher Senator: "Ich liebe mein iPhone"

Senator Ted Cruz (Bild: US Senate)
Homo-Gegner in den USA versuchen dagegen, das Coming-out herunterzuspielen: "Das ist eine persönliche Entscheidung. Ich sagen Ihnen, ich liebe mein iPhone", erklärte der republikanische Senator Ted Cruz gegenüber "The Hill". Seine Einstellung zu Homo-Rechte ändere das nicht. Der Texaner hatte erst vor wenigen Monaten einen Gesetzentwurf in den Senat eingebracht, um die Öffnung der Ehe in den Bundesstaaten zu verhindern.
Die schärfste Reaktion kam jedoch aus Russland: Der St. Petersburger Politiker Vitali Milonow, der als Architekt des Gesetzes gegen Homo-"Propaganda" gilt, forderte ein lebenslanges Einreiseverbot für den Apple-Chef. Der 40-Jährige, ein Mitglied der Putin-Partei "Einiges Russland", warnte davor, dass Cook "den Ebola-Virus, Aids und Tripper" nach Russland bringen könnte, wie er gegenüber einer russischen Nachrichtenagentur erklärte. Amerikanische Schwule seien schließlich "ungebührlich" miteinader verbunden, so Milonow. (dk)














