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Nach homophoben Äußerungen
Landtag rügt Irmer
- 05. November 2014 2 Min.

Für die hessischen Christdemokraten sammelt Hans-Jürgen Irmer Stimmen von Homo-Hassern (Bild: CDU-Landtagsfraktion Hessen)
Seine eigenen Parteifreunde wollten ihm nicht mal mehr zur Seite springen: Die Regierungsfraktionen von CDU und Grünen ließen eine Rüge der SPD-Opposition gegen den Vize-Fraktionschef der Christdemokraten passieren.
Der hessische Landtag hat am Dienstag die homophoben Äußerungen des CDU-Abgeordneten Hans-Jürgen Irmer missbilligt. Die Abgeordneten der schwarz-grünen Regierung enthielten sich bei der Abstimmung, während Parlamentarier von SPD, Linken und FDP für die Rüge des schulpolitischen Sprechers der CDU-Fraktion stimmten.
Abgeordnete der Opposition kritisierten im Landtag die Stammtischparolen Irmers, die er bereits seit Jahren im Namen seiner Partei verbreite. Linken-Fraktionschefin Janine Wissler erklärte, die Christdemokraten fischten mit Leuten wie Irmer bewusst am rechten Rand. Der FDP-Abgeordnete Jürgen Lenders bezeichnete Irmer gar als "rechtspopulistisches Aushängeschild". Via Facebook kommentierte der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel den Antrag mit den Worten: "Wann folgt sein Rücktritt?!" Auch aus den Reihen von Grünen und CDU waren die Äußerungen kritisiert worden.
Irmer hatte im Oktober in einem Interview mit der "Frankfurter Neuen Presse" gesagt: "Homosexualität ist nicht normal. Wäre sie es, hätte der Herrgott das mit der Fortpflanzung anders geregelt" (queer.de berichtete). Sofort hatte es Rücktrittsforderungen gegeben. Der CDU-Fraktionsvize hatte zunächst versucht, die Äußerungen zu relativieren. So behauptete er, verkürzt zitiert worden zu sein. Am Montag erklärte er schließlich, dass Homosexualität doch zur "Normalität" gehöre (queer.de berichtete).
Bereits in der Vergangenheit war Irmer wiederholt durch homophobe Aussagen aufgefallen. So hatte er bereits 2004 für die Homo-"Heilung" geworben (queer.de berichtete). Außerdem hatte er einmal die Entlassung eines Lehrers gefordert, weil dieser ein Profil in einem Homo-Dating-Portal angelegt hatte.
Auch Äußerungen Irmers gegen Ausländer oder Muslime sorgten wiederholt für Aufregung. So warf er 2010 der neu vereidigten niedersächsischen Sozialministerin Aygül Özkan (CDU) vor, sie könne wegen ihrer Religionszugehörigkeit keine deutschen Interessen vertreten. Seine Ansichten verbreitet er oft in der rechtsextremen Zeitung "Junge Freiheit". Zuletzt lehnte sogar die Landesschülervertretung Hessen eine Zusammenarbeit mit dem schulpolitischen Sprecher der CDU-Fraktion wegen dessen extremer Ansichten gegenüber Ausländern ab. (dk)














