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Auftritte zwischen 1983 und 2009
Whitneys erstes Live-Album
- 06. November 2014 3 Min.

Wahre Ikone der Popkultur: Whitney Houston (1963-2012) heimste in ihrer Karriere sechs Grammy Awards, zwei Emmy Awards, 26 Billboard Music Awards und 22 American Music Awards ein, weltweit verkaufte sie über 170 Millionen Alben, Singles und Videos
Das Digipack "Whitney Houston Live: Her Greatest Performances" ist eine hörens- wie sehenswerte Reise zu den Karrierestationen der vor zwei Jahren gestorbenen Sängerin.
Von Michael Thiele
Sie ist gerade einmal 19 Jahre jung. Sie trägt ein violett glänzendes Oberteil mit Puffärmeln, eine schmale Kette blitzt unter ihrem Hals, sie ist dünn und elegant. Sie singt die Ballade "Home" und schnell wird klar, dass diese junge Frau eine außergewöhnliche Stimme hat. Auch die großen Gesten scheint sie schon zu beherrschen. Sie singt und streckt dabei die Arme aus, als wolle sie glücklich die Welt umarmen. Sie winkt mit dem Zeigefinger, wenn es aufzupassen gilt, und wenn alles zuviel wird, wenn die Gefühle sie übermannen, schließt sie sanft die Augen.
Das ist Whitney Houston bei ihrem allerersten TV-Auftritt in der "Merv Griffin Show" im Jahr 1983.
Diesen und 16 weitere Fernsehauftritte zwischen 1983 und 2009 versammelt das CD/DVD-Digipack "Whitney Houston Live: Her Greatest Performances" in chronologischer Folge, wobei der Schwerpunkt auf den Neunzigerjahren liegt.
Ein Vierteljahrhundert Mode- und TV-Geschichte

Das allererste Live-Album der sechsfachen Grammy-Gewinnerin enthält die unvergesslichsten Auftritte ihrer Karriere
Whitney ist zu Gast bei Oprah Winfrey und David Letterman, Whitney singt bei den Grammy Awards, bei den Oscars und den Brit Awards. Whitney – und das macht die Veröffentlichung ziemlich amerikanisch – singt für aus dem Golfkrieg heimgekehrte Soldaten auf einem Navy-Stützpunkt, und beim Super Bowl die amerikanische Nationalhymne, während über sie hinweg Militärjets rasen. Insgesamt hat Houston in ihrer Karriere gut 50 TV-Auftritte weltweit absolviert.
Dass jetzt ausgerechnet ein Live-Paket der 2012 verstorbenen Soul-Sängerin erscheint, ist auf tragische Weise ironisch. Denn auf ihrer letzten Tour 2010 wurde sie immer wieder ausgebuht und ausgepfiffen, die Leute haben die Konzerte verlassen, weil ihre legendäre Stimme offensichtlich kaputt war. Und tatsächlich merkt man spätestens beim letzten Auftritt aus dem Jahr 2009, dass Whitneys Stimme tiefer ist, dass sie Töne nicht mehr so lange halten kann. Sie wirkt insgesamt unsicher, sie fremdelt auf der Bühne, die sie all die Jahre zuvor spielend einnahm.
Die Zusammenstellung ist mehr als eine Reise durch Whitneys Karrierestationen. Sie enthält Superhits wie "I Wanna Dance With Somebody (Who Loves Me)", "How Will I Know", "My Love Is Your Love" und "One Moment In Time" und geht damit locker als eine Best-of durch. "Her Greatest Performances" ist zudem eine Reise durch ein Vierteljahrhundert Modegeschichte, was sehr schön an den teils bizarren Outfits der Amerikanerin beobachtet werden kann. Außerdem ist die Sammlung eine Reise durch die Geschichte des Fernsehens, erkennbar am alten 4:3-Format, in dem fast alle Videos festgehalten sind – und am Ton, der bei der ersten Aufnahme miserabel ist.
"Whitney Houston Live: Her Greatest Performances" kommt als konventionell aufgemachter Digipack inklusive CD und ausführlichem Booklet pünktlich zum Weihnachtsgeschäft daher. Das Besondere ist, dass es sich um die erste Live-Veröffentlichung der Sängerin überhaupt handelt. Nie hat es einen Konzertfilm oder ein Live-Album von ihr gegeben.
Die eigentliche Attraktion aber ist Whitney selbst: Sie ist eine Ikone, wie man etwa an ihrer anmutigen Performance von "I Will Always Love You" in Südafrika 1994 sehen kann. Zweimal muss sie ihren wohl klassischsten Song unterbrechen, weil Zehntausende jubelnder Menschen ihr gar keine andere Wahl lassen. Und als sie dann doch weitersingt, halten die Menschen Feuerzeuge und Wunderkerzen hoch statt Smartphones. Das waren noch Zeiten!
Direktlink | Der erste Live-Auftritt der damals 19 Jahre alten Whitney Houston 1983 in der Merv Griffin Show
Links zum Thema:
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