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  • 07. November 2014 48 2 Min.

Erzbischof Waclaw Depo ist empört

In Polen ist die Amtskirche empört über einen Werbespot gegen Homophobie, der im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt wird.

Die Kirche warnt wieder einmal vor Homo-"Propaganda": Erzbischof Waclaw Depo, der Chef der katholischen Medienkommission, hat am Mittwoch die Ausstrahlung eines 90-sekündigen Films gegen Homosexuellenfeindlichkeit im Sender TVP scharf kritisiert. Dies sei "Förderung von Homosexualität" und würde heterosexuelle Familien schwächen, so Depo. Der Film würde nicht Toleranz fördern, sondern lediglich homosexuelle Lebensweisen.

Das Video, das von der Gruppe "Kampagne gegen Homophobie" gedreht wurde, zeigt Szenen aus einem durchschnittlichen Tag im Leben eines lesbischen Paares. Am Ende wird der Zuschauer darauf hingewiesen, dass diese beiden Frauen im polnischen Recht wie Fremde behandelt werden – und dass dies unfair sei.

Für die katholische Kirche ist der Spot ein Verstoß gegen das polnische Rundfunkgesetz. Darin heiße es unter anderem, dass TVP als gebührenfinanzierter öffentlich-rechtlicher Sender die religiösen Überzeugungen von Zuschauern achten müsse. Laut dem Erzbischof zähle dazu "besonders das christliche Wertesystem, zu dem Ehe und Familie gehören". Er erklärte auch, die Ausstrahlung des Spots verstoße gegen die polnische Verfassung, in der festgelegt sei, dass die Ehe eine Verbindung zwischen Mann und Frau sei.

Youtube | Die Ausstrahlung dieses 90-Sekünders will die katholische Kirche in Polen verbieten lassen

Mit der Bibel gegen Homos

In einem Brief an die Medienaufsicht fordert die Kirche das Verbot des Werbespots. Darin weist sie darauf hin, dass "homosexueller Verkehr" in der Bibel "verdammt" werde. Homosexuelle werden in dem mit Bibelzitaten gespickten Brief aufgerufen, keusch zu leben.

"Telewizja Polska" zeigt den Spot seit Ende Oktober kostenlos in seinen zwei Vollprogrammen und mehreren Spartenkanälen. Die Senderfamilie, die in Polen insgesamt einen Marktanteil von 30 Prozent hält, strahlt immer wieder Kurzfilme von gemeinnützigen Nichtregierungsorganisationen aus. Ein TVP-Sprecher erklärte, man wolle an dem Spot festhalten, weil er für Offenheit und Toleranz werbe.

Im polnischen Parlament wurde bereits wiederholt die Einführung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften abgelehnt (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 MiepmiepAnonym
  • 07.11.2014, 13:17h

  • Elektrizität im Allgemeinen und TV im Besonderen ist eh Teufelszeug!
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#2 myysteryAnonym
  • 07.11.2014, 13:17h
  • Wir sollten eine LGBT-Religion gründen.

    Dann könnten wir uns auch alles erlauben und den Spieß einfach mal umdrehen.
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#3 LinxLieberAl
  • 07.11.2014, 14:01h
  • Die Ausfälle der Katholiban sind mal wieder kaum zu fassen. Aber nein, natürlich, unter dem neuen Papst sind sie ja total offen!

    Wobei: Dass Franziskus genauso homophob ist wie Benedikt und dass sich unter ihm nichts ändern würde(und es hat sich ja auch nichts geändert), war abzusehen. Er hat ja u.a. die Einführung der Homo-Ehe in Argentinien als "Werk des Teufels" tituliert.
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