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- 07. November 2014 2 Min.

Die Petronas-Türme sind das Wahrzeichen der modernen Hauptstadt Kuala Lumpur (Bild: Damien Halleux Radermecker / flickr / by-sa 2.0)
Männern oder transsexuellen Frauen darf in Malaysia nicht mehr verboten werden, Frauenkleidung zu tragen.
Muslimische Männer durften sich in Malaysia bislang weder wie Frauen kleiden noch so verhalten. Doch dieses Gesetz verstößt gegen die "Würde" von transsexuellen Frauen, hat am Freitag ein Berufungsgericht entschieden. Richter Mohamad Yunus argumentierte, das Gesetz sei "erniedrigend, repressiv und inhuman". Ein Anwalt der drei Klägerinnen nannte das Urteil "historisch".
Die transsexuellen Frauen waren 2010 im Süden des Landes verhaftet worden, weil sie als weiblich geltende Accessoires wie Haarklammern getragen hatten. Obwohl sie bereits eine Hormontherapie begonnen haben, gelten sie nach malaysischem Recht noch immer als Männer. Sie waren in erster Instanz 2012 noch schuldig gesprochen worden.
Bis zu drei Jahre Haft
Bislang wurde Muslimen in mehreren Staaten im Süden des Landes das "Crossdressing" verboten. Ein Verstoß wurde mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren geahndet. Da dieses Verbot ein Teil des Religionsgesetzes war, galt es nur für Muslime und nicht für Andersgläubige. Allerdings ist es Muslimen in Malaysia auch verboten, aus ihrer Glaubensgemeinschaft auszutreten.
Das malaysische Islamministerium hat sich bislang noch nicht dazu geäußert, ob es gegen das Urteil Berufung einlegen wird. Die Behörde wacht über alle Gesetze, die in Malaysia nur für die gut 60 Prozent Muslime gelten.
Das Anti-Trans-Gesetz sorgte 2012 für Aufsehen, als eine beliebte transsexuelle Sängerin wegen des Tragens von Frauenkleidung zu einer Geldstrafe verurteilt worden war (queer.de berichtete).
Homo- und Transsexuelle werden in Malaysia auch nach dem weltlichen Zivilrecht verfolgt. Auf einvernehmliche Homosexualität steht derzeit eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren oder Auspeitschung – das ist das gleiche Strafmaß wie für Vergewaltigung. Transsexuelle können zudem wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verhaftet werden. Homo- oder Transsexuellen ist es auch verboten, im staatlichen Fernsehen aufzutreten.
In der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur hat sich unter dem Einfluss des liberalen Nachbarlandes Thailand zwar eine lebhafte Homo-Szene entwickelt, allerdings gibt es immer wieder Berichte über Polizeiaktionen gegen Szene-Einrichtungen und Verbote von LGBT-Veranstaltungen. Zu Verurteilungen wegen Homosexualität kommt es sehr selten, allerdings wurde das Gesetz genutzt, um gegen den Oppositionsführer Anwar Ibrahim vorzugehen. Er wurde Anfang des Jahres zu einer Gefängnisstrafe verurteilt (queer.de berichtete). (dk)













