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Regenbogen­familien bleiben im Mikrozensus weiterhin unsichtbar (Bild: Mike Smith / flickr / by-sa 2.0)

Die Grünen haben das am Donnerstag vom Bundestag verabschiedete Gesetz zur Änderung des Mikrozensusgesetzes und des Bevölkerungsstatistikgesetzes kritisiert. Der Grund: Nach dem Entwurf der Regierungsfraktionen (PDF) sollen weiterhin keine Daten zu Kindern in Lebenspartnerschaften und Regenbogenfamilien erfasst werden. Ein entsprechender Änderungsantrag der Ökopartei (PDF) wurde abgelehnt.

Die Bundesregierung habe bei der Novelle "die Gelegenheit verpasst, endlich zu erfassen, wie Erwachsene und Kinder in Lebenspartnerschaften und Regenbogenfamilien zusammen leben", kritisierte der innenpolitische Sprecher Volker Beck. "Um auf die familienpolitischen Bedürfnisse von Regenbogenfamilien einzugehen und Diskriminierung abzubauen, ist eine solide Datenbasis notwendig."

Erst im Juli hatte die Bundesregierung in der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen (PDF) eingeräumt, nicht genügend statistisches Material über Regenbogenfamilien zu besitzen. Offensichtlich sei ihr "die Lebensrealität von Lebenspartnern und ihren Familien gänzlich egal", schlussfolgerte Volker Beck.

Der Mikrozensus wird jährlich durchgeführt. An der Befragung sind jedes Jahr ein Prozent der Privathaushalte in Deutschland beteiligt, was etwa 390.000 Haushalten mit 830.000 Bürgern entspricht. (cw)

-w-

#1 GeorgGAnonym
  • 08.11.2014, 16:32h
  • Die Bundesregierung wird wohl wissen, warum sie darüber keine Statistik führt. Es wäre nur peinlich, wenn man überlegt, dass überhaupt nur 0,1 % aller Schwulen eine Eingetragene Lebenspartnerschaft führt. Von diesen 0,1 % hat nur ein verschwindend geringer Teil Kinder adoptiert.
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#2 David77Anonym
  • 08.11.2014, 17:03h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • Peinlicher ist es, wenn man bedenkt, wieviel Energie gewisse Parteien jahrelang investiert haben und es teils noch immer tun, um diesem verschwindend geringen Teil soviele Hürden wie möglich zu bereiten oder ihn bewusst zu ignorieren, anstatt ihn einfach unbürokratisch dazuzuzählen.
    Alles nur, damit ein "verschwindend geringer Teil" nicht dasselbe in Anspruch nehmen darf, wie es die Mehrheit tut.
    Dann müsste man sich auch keine Gedanken darüber machen, eine gesonderte Statistik zu führen.
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#3 NicoAnonym
  • 08.11.2014, 18:16h

  • Da kann ich mich nur den Grünen anschließen.

    Die Regierung verfolgt die Vogel-Strauß-Taktik: was einem nicht passt, wird totgeschwiegen. Man will wohl so tun, als gäbe es das gar nicht. Und vertuschen, wieviele Familien diskriminiert werden.
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