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  • 09. November 2014 105 3 Min.

Natürlich nicht homophob gemeint: Transparent auf einer AfD-Demo am 30. August 2013 auf dem Münchner Marienplatz (Bild: blu-news.org / flickr / by-sa 2.0)

In zwei Interviews verraten die Sprecher der Bundesinteressengemeinschaft Homosexuelle in der AfD ihre wahren Ziele.

Von Micha Schulze

Viele fragen sich: Wie kann man sich als Lesbe oder Schwuler ausgerechnet in der Alternative für Deutschland engagieren, die mit homophoben Untertönen Wahlkampf macht, in Baden-Württemberg und Niedersachsen an vorderster Front gegen die Bildungspläne zu Felde zieht und mit Beatrix von Storch eine ausgewiesene Homo-Gegnerin in das Europaparlament schickte? Die Antwort ist jetzt klar: Anders als etwa die LSU, die sich innerhalb der Union beharrlich für LGBT-Rechte einsetzt, wollen die Homosexuellen in der AfD von den eigenen Menschenrechten gar nichts wissen.

Zwei Interviews mit den beiden Anfang Oktober gewählten Bundessprechern Mirko Welsch und Alexander Tassis machen dies deutlich. So sagt etwa Welsch in einem am Sonntag veröffentlichten Gespräch mit blu-news.org zur Gründung der Bundesinteressengemeinschaft Homosexuelle in der AfD: "Damit wollen wir vor allem erreichen, dass einerseits die Vorwürfe gegen die AfD, sie sei eine homophobe Partei, aufhören. Zum anderen natürlich auch, um zu zeigen, dass bürgerliche Homosexuelle mit links-grünen Schreihälsen nicht vergleichbar sind."

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Beatrix von Storch als "integre, flotte und lustige Person"


Für die Szene-Presse posierten die Mitglieder der Bundesinteressengemeinschaft Homosexuelle in der AfD mit dem Grundgesetz in der Hand

Damit stellt die von Männern dominierte Gruppierung klar, dass er ihr weniger um programmatische Arbeit innerhalb der AfD und Einsatz für gleiche Rechte geht als vielmehr um Attacken auf den politischen Gegner und Parteiwerbung innnerhalb der queeren Community. "Wir fühlen uns in der AfD so wohl, dass eine solche Gruppe eigentlich von uns aus als nicht notwendig erachtet wird", sagt Welsch. "Das Problem ist aber, dass gerade die Medien und andere Interessengemeinschaften, Vereine und Parteien versuchen, den Menschen bezüglich der AfD etwas einzureden, was nicht der Realität entspricht."

Bereits vor einem Monat hatte Welschs Sprecher-Kollege Alexander Tassis auf vice.com ähnlich Stellung bezogen. In dem Interview unter der Überschrift "Deutsch statt schwul" sprach er sich gegen eine Öffnung der Ehe aus ("Die Ehe soll für Verbindungen zwischen Mann und Frau gelten"), bezeichnete Beatrix von Storch als "integre, flotte und lustige Person", die auch mit ihm als Homo­sexuellen "kein Problem" habe, und verdammte den Bildungsplan für Baden-Württemberg als "vollkommen abwegig": "Wenn man den Bildungsplan tatsächlich gelesen hat, fragt man sich wirklich, ob der von Irren geschrieben worden ist."

In dem Interview mit vice.com warb Tassis zudem für ein "positives Deutschlandbild": "Diese ewige Opferhaltung und diese ewige Konzentration auf die Nazi-Zeit ist natürlich wichtig aus der Sicht der Opfer. Wir wollen aber keine sein. Wir wollen selbstbewusste Deutsche sein, mit unseren Traditionen." Dies ist dann auch sein Alternativ-Vorschlag zum Bildungsplan in Baden-Württemberg: "Wir wollen das Thema Homosexualität auf traditionelle Art behandeln. Zum Beispiel durch die Nennung von großen Vorbildern aus der deutschen Geschichte. Alexander von Humboldt, Franz Schubert etc.".

David Berger will AfD-Homos integrieren

Unterstützung erhielt die Bundesinteressengemeinschaft Homosexuelle in der AfD am Sonntag von David Berger, Chefredakteur des schwulen Lifestylemagazins "Männer" aus dem unlängst geretteten Bruno Gmünder Verlag. In einem Beitrag auf The European sprach sich der ehemalige Lektor der Päpstlichen Kongregation für die Glaubenslehre dafür aus, die Homosexuellen in der AfD nicht auszugrenzen – schließlich dulde man in der Community auch Mitglieder der Linkspartei: "Nachdem man allerdings queer Engagierte von den Linken in Vorständen von Homo-Verbänden, -Stiftungen, Aidshilfen und CSD-Vereinen bereits seit Jahren hofiert, kann man den bislang praktizierten Ausschluss der homopolitisch bei der AfD Engagierten aus der 'Gay Society' kaum mehr irgendwie glaubhaft begründen."

-w-

#1 FOX-NewsAnonym
#2 GraupeAnonym
  • 09.11.2014, 15:32h
  • Antwort auf #1 von FOX-News
  • Berger, der seine Karriere in der Inquisition machen wollte, hat gespart. Er zahlt keine Kirchensteuer mehr, fühlt sich aber weiter als Katholik.

    Nach dem Bewerben des AfD-Visionen zum sozialen und demokratischen Rechtsstaat, ist er dann wohl wegen der katholischen Suppenküchen aus seinem Laden ausgetreten. Geiz ist geil.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 09.11.2014, 15:33h
  • Antwort auf #1 von FOX-News
  • David Berger ist eine dubiose Figur, denn er hat sich ja nicht von vornhinein als Spion in das Feindeslager eingeschlichen, um uns später davon zu berichten.

    Das war die Identifikation mit dem Aggressor und deshalb Verrat.

    Den üben auch die AFD-Leute aus.

    Auch Verräter können nämlich komisch sein.

    Franz Schubert? Nicht jeder Syphilitiker ist schwul.

    'links-grüne Schreihälse'?

    Obama?

    Joe Biden?

    Cameron?

    Mehrere dutzend US-Höchstrichter?

    Mehrere dutzend Parlamente der demokratischen Welt von Argentinien bis Neuseeland und Norwegen?

    Urkomische doitsche Gartenzwergperspektive.
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