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Einzelkommentar zu:
AfD-Homos: Nicht für LGBT-Rechte, sondern gegen "links-grüne Schreihälse"


#74 LarsAnonym
  • 10.11.2014, 17:15h
  • Antwort auf #67 von Torsten_Ilg
  • Das Gefährliche an der gegenwärtigen Erziehungsdebatte ist, dass von den Gegnern z.B. des Bildungsplans keine Vorschläge für eine sinnvolle Aufklärung (auch der konservativen Erwachsenen!) und gleichzeitiger Stärkung von Hetero- und queerer Identität gemacht werden. Es wird nur auf eine Entwicklung reagiert und für das Nichtstun, Verschweigen, Verdrängen der gutbürgerlichen Mitte keine Verantwortung übernommen. (Verantwortung meint nicht Schuld!)

    Homosexuelle* sind und bleiben eine Minderheit und tragen das Risiko, als solche in ihrer Entwicklung falsch behandelt, missverstanden und gesellschaftlich ausgegrenzt zu werden. Dieses Trauma ist tief verankert. Minderheiten brauchen besondere Zuwendung der Gesellschaft. Für den aus moderner Erfahrung angemessenen Umgang mit und die Erziehung von (vermutlich) homosexuellen Kindern und Jugendlichen gibt - auch historisch gesehen - keine nachahmenswerten Modelle. Eine schwierige Situation für Erziehungsberechtigte.

    Unsicherheiten im Zusammenhang mt Aufklärung und Sexualität sind ein initimes Thema, über das niemand gern spricht. Das darf man zugeben. Beängstigend ist nur, dass in dieser für die ganze Gesesllschaft schwierigen Situation allzu schnell Pädophilie-Ängste geschürt und für den politischen Kampf instrumentalisiert werden. So umgeht man die eigene Befangenheit, weckt Emotionen und kann Stimmen gewinnen, spielt aber ein Spiel mit dem Feuer, für das auch Sie als AFD-Parteimitglieder mit die Verantwortung tragen, wenn Sie hier nicht deeskalierend und politisch reif reagieren.

    Mich würde ehrlich interessieren, wie und ab wann Sie zu einer ebenso stabilen sexuellen wie bürgerlichen Identität gekommen sind, wo die Konflikte lagen und welche Schlussfolgerungen Sie dafür für den Unterricht ziehen. (Wann haben Sie zum ersten Mal mit einem Jungen getanzt, ihm ein Herzchen ins Posesiealbum gemalt, vor Klassenkameraden geprahlt, dass sie sich in den oder den verknallt haben? Mit 6,7,8 Jahren, so wie meine Heteroaltersgenossen?) Lassen sich Ihre Erfahrungen verallgemeinern? Legen Sie auf dieser Grundlage einen alternativen, Bildungsplan vor, der klar erkennen lässt, welche queeren Verhaltensweisen Sie ab welchem Alter in Bildungseinrichtungen akzeptieren und diskutieren würden und der von Ihrer Partei (auch den v. Storchs etc) abgesegnet wird. Dann treten Sie in einen fairen politischen Wettbewerb ein.
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