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Bundestreffen in Berlin
Liberale Schwule und Lesben fordern "Mehrelternschaft"
- 10. November 2014 2 Min.

Michael Kauch (Mitte) am Sonntag mit der stellvertretenden FDP-Bundesvorsitzenden Marie-Agnes Strack-Zimmermann (Bild: Michael Kauch)
Das Familienrecht soll die Bedürfnisse von Kindern in Patchwork- und Regenbogenfamilien besser abbilden. Das haben die Liberalen Schwulen und Lesben (LiSL) bei ihrer Bundesmitgliederversammlung am Sonntag in Berlin gefordert. Außerdem sprachen sie sich laut einer Pressemitteilung des Bundesvorsitzenden Michael Kauch für ein eigenständiges Reproduktionsmedizingesetz aus, das auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper setzt.
Die Schwulen und Lesben in der FDP wollen demnach "reproduktionsmedizinische Behandlungen für alle Menschen zulassen, seien sie verheiratet, verpartnert oder ledig". "Anonyme" Samenspender sollen im Rahmen reproduktionsmedizinischer Behandlungen von Unterhalts- und Erbansprüchen des Kindes freigestellt werden. "Sonst drohen nach den jüngsten Urteilen zur Samenspende unfaire Folgen für Männer, die einfach helfen wollen", so Kauch. Außerdem sollten die Eizellspende und die Leihmutterschaft unter Bedingungen zugelassen werden, die eine Ausnutzung von Notlagen ausschließen.
Im Bereich des Familienrechts erneuerte Kauch die Forderung der FDP nach geänderten Regeln für die Stiefkindadoption: "Bei einvernehmlichen Wunsch von Mutter, Vater und adoptionswilligem Stiefelternteil soll bei einer Stiefkindadoption das Verwandtschaftsverhältnis zu beiden leiblichen Elternteilen erhalten bleiben." Eine solche rechtliche Mehrelternschaft diene in der Regel dem Kindeswohl und sei heute schon bei Erwachsenen-Adoptionen die Regel. Gleichzeitig solle die Stiefkindadoption erleichtert werden, wenn die Zeugung über eine reproduktionsmedizinische Behandlung mit Samenspende erfolge und kein rechtlicher Vater vorhanden sei. Dann sollte die Lebenspartnerin der Mutter das Kind ohne gesonderte Prüfung und Fristen adoptieren können.
Die Grünen wollten die Regelungen von Ehegatten einfach auf Lebenspartnerschaften übertragen und die automatische rechtliche Elternschaft der Lebenspartnerin der Mutter einführen, ungeachtet der biologischen Unterschiede, so Kauch. "Dies erfasst aber auch Fälle, bei denen ein biologischer Vater Verantwortung für das Kind übernehmen will. Gerade schwule Väter in Regenbogenfamilien würden von den Grünen ihrer Rechte beraubt."
Die LiSL-Mitgliederversammlung beschloss weitere Anträge zur Schulaufklärung, zum Diversity Management in der Wirtschaft sowie zu Lesben und Schwulen im Alter. Gastredner der Veranstaltung waren die stellvertretende FDP-Bundesvorsitzende, Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, und der liberale Abgeordnete des schwedischen Reichstags, Robert Hannah. (pm)














