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  • 14. November 2014 7 2 Min.

Die Bankengruppe verteidigt sich gegen den "Vorwurf", homo­sexuellenfreundlich zu sein

Die AmBank Group hat Presseberichte zurückgewiesen, nach denen sie die LGBT-Community unterstütze.

Die malaysische Bankengruppe AmBank hat am Donnerstag klargestellt, dass man die Gesetze im Land achte und daher auch die staatlich verbotene Homosexualität ablehne. "Die AmBank Group ist nicht daran beteiligt, für LGBT-Praktiken zu werben oder diese zu fördern", so das 1975 gegründete Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Grund für das ungewöhnliche Dementi ist der Vorwurf der homophoben Nationalistengruppe Jaringan Melayu Malaysia (JMM), die die Bank beschuldigt hatte, mit einem Tochterunternehmen in den USA Homo-"Propaganda" zu betreiben. JMM-Chef Azwanddin Hamzah hatte erklärt, er habe "geheime Informationen" erhalten, wonach die zur Bankengruppe gehörende Versicherungsgesellschaft AmLife mit der amerikanischen Firma MetLife zusammenarbeite – und diese betreibe "schamlose" Werbung für Homo- und Transsexualität.

JMM rief daher zum Boykott auf: "Die Bank versucht, Muslime an der Nase herum zu führen, indem sie für diesen Lebensstil wirbt. Das widerspricht dem islamischen Bankenrecht." Daher forderte die Lobbygruppe, AmBank die Banklizenz in Malaysia zu entziehen. Diese Forderung werde man in Form von einer Million Flyern unter die Bevölkerung bringen, kündigte Hamzah an.

AmBank: Wir sind gesetzestreu

Die Bank dementierte in ihrer Pressemitteilung alle Beschuldigungen und erklärte, dass das Institut in Malaysia "unabhängig und gesetzestreu arbeitet und keine Praxis unterstützt, die gegen das Gesetz verstößt, inklusive des Syariah-Gesetzes". Syariah ist der malaysische Ausdruck für "Scharia" und steht für die Sondergesetzgebung im Land, die für die 60 Prozent Muslime gilt.

Die Regierung, die die Kriminalisierung von Homosexualität unterstützt, will allerdings nicht gegen die Bank vorgehen: Jugendminister Kairy Jamaluddin nannte die Vorwürfe "dumm" und erklärte: "In diesem Fall wäre die Nutzung von iPhones auch LGBT-Werbung – wegen Tim Cook." Der Vorstandsvorsitzende von Apple hatte sich im Oktober als schwul geoutet (queer.de berichtete).

Homosexuelle werden in Malaysia neben dem islamisch-religiösen Recht auch nach dem weltlichen Zivilrecht verfolgt, das auch für Nicht-Muslime gilt. Auf einvernehmliche Homosexualität steht derzeit eine Haftstrafe von bis zu 20 Jahren oder Auspeitschung – das ist das gleiche Strafmaß wie für Vergewaltigung. In der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur hat sich unter dem Einfluss des liberalen Nachbarlandes Thailand zwar eine lebhafte Homo-Szene entwickelt, allerdings gibt es immer wieder Berichte über Polizeiaktionen gegen Szene-Einrichtungen und Verbote von LGBT-Veranstaltungen. (dk)

-w-

#1 GeorgGAnonym
  • 14.11.2014, 16:11h
  • Das Beispiel Thailand mit seinen hetero- und homosexuellen Rotlichtvierteln und seiner schwulen Szene muss tatsächlich auf die frommen Moslems in Malaysia abschreckend wirken.
  • Direktlink »
#2 ThorinAnonym
#3 asian monitorAnonym