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Bremerhaven
Tanzschule lehnt homosexuelles Paar ab
- 15. November 2014 3 Min.

So sieht "richtiger" Paartanz für den TC Capitol aus: Mit gleichgeschlechtlichen Paaren "wollen wir hier gar nicht erst anfangen" (Bild: 47154540@N02 / flickr / by-nd 2.0)
Für den gemeinnützigen Tanz-Verein TC Capitol in Bremerhaven passen gleichgeschlechtliche Tanzpaare nicht in "klassische" Kurse.
Eine Klage nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz dürfte in diesem Fall Erfolg haben: Die in Bremerhaven bekannte Tanzschule "TC Capitol" hat die Anmeldung eines lesbischen Paares zurückgewiesen. Dies berichtet die "Nordsee-Zeitung" in ihrer Ausgabe vom 14. November.
Diana S. hatte im "TC Capitol" zunächst als Einzelperson den Schnupperkursus eines Bauch-Bein-Rücken-Trainings besucht und war damit zufrieden. So kam sie auf die Idee, sich dort zusammen mit ihrer Freundin Petra H. zum Tanzen anzumelden. "Meine Freundin Petra und ich tanzen ziemlich unprofessionell Discofox, das hätten wir gerne ein wenig ausgebaut. Auch Salsa hätte uns interessiert", sagte S. gegenüber dem Lokalblatt. Gemeinsam wollten die beiden an Paartanz-Kursen teilnehmen.
"Damit wollen wir hier gar nicht erst anfangen"
Doch als die 35-Jährige Mitte Oktober am Infotresen das Anmeldeformular ausfüllen wollte, wurde sie von Simon Brahm zurückgewiesen. Der stellvertretende Vorsitzende des gemeinnützigen Tanzvereins erklärte ihr, dass Frauen nur mit einem Mann am Paartanzen teilnehmen könnten. "Ich dachte, der Herr macht einen Scherz oder ich hätte mich verhört", meinte Diana S. Mit gleichgeschlechtlichem Paartanzen, so soll es Brahm formuliert haben, "wollen wir hier gar nicht erst anfangen".
Die geschockte lesbische Frau schrieb daraufhin einen empörten Brief an den Tanzclub, der jedoch bis heute unbeantwortet blieb. Aus diesem Grund wandte sie sich nun an die Presse. Das Geschlecht spiele doch beim Tanzen keine Rolle, kann die 35-Jährige die Diskriminierung nicht verstehen. Wichtig wäre doch lediglich, wer führt und wer geführt wird. "Und da ich die kleinere bin, hätte meine Partnerin die Führungsrolle übernommen."
Tanzschule bestreitet Diskriminierung
Der Vorsitzende des TC Capitol, Axel Rahn, bestätigte gegenüber der "Nordsee-Zeitung" den Ausschluss des lesbischen Paares, wies jedoch den Vorwurf der Diskriminierung und Homophobie zurück. "Es ist korrekt, dass wir zurzeit keinen gleichgeschlechtlichen Paartanzkursus anbieten", sagte Rahn. Dies sei aber nichts Ungewöhnliches, denn derzeit gebe es etwa auch keine Tanzkurse für Singles oder jugendliche Paare. Generell werde beim Tanzen unterschieden in gleichgeschlechtliche Paare ("Equality") und "klassische" Tanzpaare aus Mann und Frau, so Rahn. Und "Equality" werde im TC Capitol nun mal nicht angeboten.
Diese Trennung müsse sein, findet auch Simon Brahm. Gegenüber der "Nordsee-Zeitung" meinte Rahns Stellvertreter, dass gleichgeschlechtliche Tanzpaare nicht in "klassische" Kurse hineinpassten. Was andersum ebenso der Fall wäre. "Wir können uns aber durchaus vorstellen, im nächsten Jahr eigene Tanzkurse für gleichgeschlechtliche Paare anzubieten", sagte Brahm dem Lokalblatt – obwohl er dies im Oktober gegenüber Diana S. noch ausgeschlossen hatte.
Mit weit über 1.000 Mitgliedern ist der TC Capitol der größte Tanzclub Deutschlands. Auf seiner Homepage präsentiert er sich als integrativer Verein, in dem jeder und jede willkommen sei. So heißt es etwa: "Ob Kind, jugendlich oder erwachsen, ob weiblich oder männlich, alle können jederzeit allein kommen, Mitglied im Capitol werden und dann aktiv die Angebote wahrnehmen."
Inwieweit sich der derzeitige Auschluss homosexueller Paare mit der eigenen Satzung sowie der Gemeinnützigkeit des TC Capitol Bremerhaven e.V. verträgt, dürfte vielleicht auch das zuständige Finanzamt interessieren. (cw)















So ist das eben nunmal bei der Apartheid, da wird nunmal unterschieden, das hat doch nix mit Intoleranz oder Diskriminierung zu tun. *kotz*